Mal unter uns: Was ist nur los mit Need for Speed?

(Kolumne)

von Thomas Stuchlik (27. Mai 2018)

Aus meiner Sicht steckt die Rennspielserie Need for Speed seit Jahren in einer tiefen Sinnkrise. Viele Spieler sind unzufrieden mit den neueren Teilen, obwohl sich die Entwickler redlich Mühe geben. Dabei gilt die Reihe als Chamäleon im Rennspiel-Sektor, denn keine andere Serie hat sich derart häufig neu erfunden. Nicht zuletzt gilt Need for Speed mit 150 Millionen verkauften Exemplaren als wahrscheinlich meistverkaufte Raser-Reihe überhaupt. Wie kann es also sein, dass das Racing-Epos immer wieder seine Fans vergrault?

In dieser Reihe geht es manchmal etwas kontrovers, dafür aber immer hochgradig subjektiv zur Sache: Wir präsentieren euch unbequeme und unpopuläre Meinungen, die einfach echt mal raus mussten. Denn: Super Mario ist gar nicht so genial wie alle tun, Flappy Bird macht irgendwie echt Laune und wer nur FIFA spielt, ist kein echter Zocker. Also mal unter uns: "Das wird man ja wohl noch sagen dürfen!"

Viel Spaß damit und bitte nicht vergessen: Über Geschmack lässt sich nicht streiten.

Hier findet ihr alle bisher in der Reihe erschienenen Artikel.

Need for Speed besitzt eine turbulente Vergangenheit, die aus zwei Dutzend Spielen besteht. In den ersten Episoden baute die Reihe noch auf Supersportwagen, die ihr auf malerischen Straßen ausfahren durftet. Ab Need for Speed 3 - Hot Pursuit kamen erstmals Ordnungshüter für mehr Spannung ins Spiel. Need for Speed - Underground von 2003 traf schließlich den Nerv der Zocker: Mit selbstgetunten Wagen liefert ihr euch illegale Nachtrennen.

Need for Speed - Underground begeisterte Spieler mit seiner Thematik und dem Tuning. Optisch ist das Game aber nicht gerade gut gealtert.Need for Speed - Underground begeisterte Spieler mit seiner Thematik und dem Tuning. Optisch ist das Game aber nicht gerade gut gealtert.

Die Serie evolutionierte immer weiter: Mit NfS - Pro Street und den beiden Shift-Teilen ging es erstmals in Richtung Simulation. NfS - Undercover macht euch zum verdeckten Ermittler auf den Straßen. Rechteinhaber Electronic Arts versuchte vieles, um Spieler irgendwie zufrieden zu stellen. Doch das war eher kontraproduktiv. Auch der ständige Wechsel der Entwicklerstudios brachte ein Durcheinander an Ideen.

Ein gutes Beispiel liefert der jüngste Teil Need for Speed - Payback ab, der eine Open World bietet und sich viele Elemente aus Forza Horizon klaut. Doch das ewige Grinding für passende Tuning-Teile nervt einfach. Die Welt wirkt zudem erstaunlich trist. Andererseits kommen strikte Rasereien bei Spielern auch nicht an – siehe Need for Speed - The Run. Hier bestreitet ihr etappenweise ein lineares Wettrennen quer durch die USA. Doch nach dem Zieleinlauf nach wenigen Spielstunden ist die Motivation, weiterzumachen, kleiner/gleich Null.

The Run besaß die typische DNS von Need for Speed, war aber viel zu linear und zu simpel gestrickt.The Run besaß die typische DNS von Need for Speed, war aber viel zu linear und zu simpel gestrickt.

Der Reboot Need for Speed von 2015 versuchte dagegen selige Underground-Zeiten aufleben zu lassen. Doch Spieler waren vom Umfang und mangelndem Tuning-Anteil enttäuscht (mal ganz abgesehen von den peinlichen Zwischensequenzen). Ergo gingen die durchschnittlichen Spielspaß-Wertungen im Laufe der letzten Jahre immer weiter herunter. Was bedeutet das für die Zukunft? Es wird immer schwerer für die Macher, ein neues Need for Speed zu entwickeln.

Gut geklaut ist besser als schlecht selbergemacht. Allerdings sollte man sich Ideen bei den Richtigen abschauen, beispielsweise bei der Burnout-Reihe, welche zuletzt mit Burnout Paradise für massig Spielfreude sorgte. Simples Spaß-Rasen ohne Grinding und ohne Reue – genau das wünsche ich mir künftig für NfS. Statt ständig auf neue Features zu setzen, sollten die Entwickler lieber einen Gang zurückschalten und sich auf alte Stärken besinnen. Sonst ist die Serie bald Geschichte – und das wäre wirklich schade drum. Und ich glaube, niemand hätte etwas gegen einen dritten Teil von Need for Speed - Underground einzuwenden, oder? Was meint ihr dazu?

Tags: Mal unter uns  

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