2018 - eine Zwischenbilanz: Ist das aktuelle Spielejahr eine Enttäuschung?

(Special)

von René Wiesenthal (26. Mai 2018)

Das Frühjahr 2017 war so aufregend und vollgepackt mit tollen Spielen, dass es noch immer in aller Munde ist. Wir haben uns gefragt: Wie kommt denn 2018 bisher bei Kritikern und der Community an? Kann es mithalten oder muss es vor 2017 kapitulieren? Hier unsere Ergebnisse.

Das Spielefühjahr 2017 war schlichtweg der Hammer. Es ist schon ein Jahr her, und noch immer reden die Leute über Resident Evil 7, Horizon – Zero Dawn und Nier - Automata. Playerunknown’s Battlegrounds kam am 23. März als "Early Access"-Spiel auf Steam, prägte ein Subgenre im Shooter-Segment und dominiert seither die Schlagzeilen der Spielemagazine. Der Release von Nintendos Switch brachte die Neuerfindung von Link in Form von The Legend of Zelda – Breath of the Wild, dem vielleicht besten Zelda-Spiel aller Zeiten. Nebenbei sorgte die Neuauflage vom "Science Fiction"-Shooter Prey für große, positive Überraschungen. Um es kurz zu machen: Das frühe Jahr 2017 war überragend, und auch in seinem späteren Verlauf wurdet ihr mit Hits nur so bombadiert.

Mit Hochkarätern wie Breath of the Wild muss man erstmal mithalten können:

Jetzt wo das Jahr 2018 nicht mehr ganz jungfräulich ist und wir der Halbzeit entgegen gehen, wollen wir einmal einen Blick auf die Punktetafel werfen, um zu sehen, ob das laufende Jahr noch einen obendrauf setzt oder 2017 alles bisher Erschienene im Schatten stehen lässt. Dazu haben wir Meinungen von Kritikern, Spielern und unseren eigenen Lesern einfließen lassen. Los geht’s!

2017 - War da was?

Wir stehen keinesfalls alleine mit der Ansicht da, dass das letzte Jahr ein Besonderes in der Spielegeschichte markierte. Große Spielemagazine widmeten sich dem Phänomen der sich überschlagenden Veröffentlichungen von Hits. So zum Beispiel die Polygon-Autorin Allegra Frank in ihrer Liebeserklärung des Jahres. Ihr Fazit:

"2017 might have the strongest, most consistent year of quality games since 2007."

2017 könnte das stärkste, durchgängig hochwertige Spielejahr seit 2007 sein.

Eine ordentliche Ansage. Natürlich wurde und wird das Thema auch in weltweiten Foren heiß diskutiert. Der Giantbomb-User TVippy eröffnete - augenscheinlich überwältigt von der Güte erscheinender Spiele - einen Thread im Giantbomb-Forum, in dem er noch weiter ging als die Kollegen von Polygon. Er bescheinigt dem vergangenen Jahr:

"I've been closely following the gaming industry since at least 2004 and to my memory this is the best year, at least in this 13 year period."

Ich habe die Games-Industrie seit etwa 2004 aufmerksam verfolgt. Soweit ich mich erinnern kann, ist das ohne Widerrede das beste Spielejahr seit mindestens 13 Jahren.

Die Messlatte ist hoch

Um dem in diesem Jahr gleichzukommen, hätten die Entwickler dieser Welt schon jetzt schon ganz schön schwere Geschütze auffahren müssen. Oder haben sie das sogar? Lasst uns einen Blick darauf werfen, was 2018 bisher für Früchte getragen hat.

Das Jahr fing schon einmal gut an. Am 26. Januar erschien mit Monster Hunter – World ein erster Volltreffer. Das Abenteuer begeisterte alte Hasen genauso wie Neueinsteiger, staubte von uns eine 90er-Wertung ab und kam auch bei unseren Lesern extrem gut an.

Das Spiel ist tatsächlich umfangreich und komplex genug, um auch heute noch bei der Stange zu halten.

Exklusiv und explosiv

Besonders gut haben es bisher die "PlayStation 4"-Besitzer. Neben dem großartigen Remake von Shadow of the Colossus und dem kürzlich erschienenen Hochglanz-Adventure Detroid – Become Human, ist es vor allem ein Exklusivspiel, das fast durchweg abgefeiert wurde: Die Reinkarnation von God of War.

Die Stimmen dazu könnten euphorischer kaum sein. Das Spiel erhielt derart gute Testwertungen, dass sogar Xbox-Chef Phil Spencer in einem Tweet seinen Hut zog:

Gratulation für die Review-Wertungen und die anstehende Veröffentlichung von God of War. Sieht nach einem besonderen Spiel für die Marke aus, gute Arbeit.

Auch unser Autor Micky zückt in seinem Test die 90, unsere Leser pflichten seinem Lob größtenteils bei. Der User Dragane vergibt in unserem Leserwertungsbereich satte 92 Punkte und fiebert schon der Fortsetzung entgegen.

“Ich bete jetzt zu Kratos, dass es einen Nachfolger gibt und es nicht wieder 8 Jahre dauert.“

God of War eint die PS4-Spieler in Euphorie

Auf Metacritic staubt God of War 94-Redaktionspunkte ab und eine 9,2 von den Lesern. Das Spiel wird wohl in Erinnerung bleiben.

Etwas anders sieht es dagegen auf der Xbox One aus. Im letzten Jahr hatte die mit Cuphead und Forza Horizon 3 zwei exklusive Asse im Ärmel, 2018 steht sie – und damit ihre Besitzer – etwas auf verlorenem Posten. Die großen Hoffnungsträger Sea of Thieves und State of Decay 2 konnten nicht so recht überzeugen.

Enttäuschungen und Nischenspiele

Doch auch konsolenübergreifend gab es bereits allerlei Enttäuschungen zu verbuchen. Darunter das unsägliche "Secret of Mana"-Remake, das JRPG Lost Sphear und der Stoß vor den Kopf aller "Fear Effect"-Fans, Fear Effect Sedna. Unter den weniger gut bewerteten Spielen des Jahres finden sich aber auch Exemplare, die nicht so richtig schlecht sind, sondern eher sehr stark spalten und somit bei einigen Spielern für Langeweile, bei dem angetanen Publikum aber für große Begeisterung sorgen.

So zum Beispiel das umstrittene Kingdom Come – Deliverance. Mit einem Metascore von 69 kommt die Mittelaltersimulation nicht sonderlich gut weg. Auch in unserem Test stellten wir fest:

“Kingdom Come hat Potenzial, das leider nicht ausgeschöpft wird.“,

was auch an vielen technischen Problemen lag. Im kompletten Widerspruch dazu folgte postwendend eine Liebeserklärung ans Spiel von unserem offensichtlich sehr geduldigen Autor Thomas. So scheiden sich die Geister. Auf Steam lässt sich derzeit sehen, dass das Spiel größtenteils positiv bewertet wird. User ρоѕιтяои_ findet:

“ Kingdom Come: Deliverance managed to send me on a very intriguing adventure filled with fantastic combat, heartfelt emotional moments, romance and gorgeous locations throughout the well-written medieval narrative”

Kingdom Come - Deliverance schaffte es, mich auf ein faszinierendes Abenteuer voller fantastischer Kämpfe, emotionaler Momente, Romantik und großartiger Orte zu schicken, während die mittelalterliche Geschichte toll geschrieben ist.

Ein ähnliches Schicksal erfährt das lange im Voraus verhasste Metal Gear Survive. Beide Spiele bringen 2018 also keinen Punktabzug, sind sie doch als Liebhaberprodukte eher eine Bereicherung der Vielfalt des Spielejahres.

Auf der kommenden Seite widmen wir uns den Überraschungen des Jahres, einem großen Hit, der unterschiedlich gut aufgenommen wird und einem japanischen Spieleunternehmen, das irgendwie immer den eigenen Kopf durchsetzen muss.

Weiter mit: Überraschungen & Fazit

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Tags: Hardware   Highscore  

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