Nüchtern betrachtet: Lohnt sich PlayStation VR überhaupt?

(Kolumne)

von Thomas Stuchlik (03. Juni 2018)

Genau diese Frage wird mir häufig gestellt. Meine Antwort lautet dann immer: "Ja, aber ..." – mit einem großen ABER. Denn: Der große VR-Hype ist vorbei! Das Versprechen, das Gaming zu revolutionieren, haben HTC Vive, Oculus Rift und PlayStation VR nie einlösen können. Stattdessen haben sich die Datenbrillen in einer Nische festgesetzt.

PlayStation VR ist obendrein die schwächste Hardware des genannten VR-Trios, besitzt dennoch zahlreiche Vorteile. Ihr benötigt nur eine PS4 samt Kamera und keinen hochgezüchteten Gamer-PC. Das System ist obendrein flott eingerichtet und wird vom Betriebssystem standardmäßig gut unterstützt. So dürft ihr sogar Filme per Download oder von Disc auf einer virtuellen Leinwand genießen – teils auch in 3D. Auch 360°-Videos von YouTube und Co. laufen problemlos.

PlayStation VR: Bequemer Tragekomfort, günstiger Preis, gute PS4-Einbindung – aber miese Auflösung.PlayStation VR: Bequemer Tragekomfort, günstiger Preis, gute PS4-Einbindung – aber miese Auflösung.

Nur besteht ein großes Problem bei PS VR: die mangelnde Bildauflösung. Pro Auge stehen zwar 960 x 1.080 Pixel zur Verfügung, doch diese werden nur Zentimeter vor eurer Netzhaut projiziert. Entsprechend grobkörnig und unscharf sehen Spiele aus. Und das hemmt den ersten Wow-Effekt erheblich. Virtual Reality besitzt jedoch einen Trumpf namens "Immersion" – das Spiel umgibt euch, die Realität rückt in den Hintergrund. Umgebungen in Virtual Reality wirken weitaus unmittelbarer und zum Greifen nah – auch dank Move-Controllern.

Die Immersion gelingt vielen Spielen sehr gut – allen voran die Ego-Action in Farpoint, die sogar einen eigens entwickelten Knarren-Controller mitbringt. Das sorgt für eine bestechend realitätsnahe Waffen-Handhabung. Auch Resident Evil 7, Doom VFR, Skyrim VR oder selbst Gran Turismo Sport leben von ihrer stimmigen Atmosphäre. Letztere sind übrigens gute Beispiele für die wenigen vollwertigen Produktionen für PlayStation VR. Denn klassische Blockbuster sind echte Mangelware.

In Skyrim VR wirken Monster weitaus bedrohlicher, doch die Umgebung erscheint unscharf.In Skyrim VR wirken Monster weitaus bedrohlicher, doch die Umgebung erscheint unscharf.

Und ganz ehrlich: 99 Prozent aller VR-Spiele würden auch auf einem konventionellen Bildschirm funktionieren. Denn oftmals wird eine altbekannte Spielmechanik einfach nur auf die Datenbrille getrimmt. Beispiel: die Geisterbahn-Ballerei Until Dawn - Rush of Blood oder der Psycho-Shooter Rez Infinite. Das große Problem: Manche Spieler leiden an Unwohlsein und Übelkeit bei schnellen Bewegungen im virtuellen Raum. Ich habe Glück, denn mir wird nur bei einem einzigen VR-Spiel wirklich schlecht (und das ist Dirt Rally VR).

Geheimtipp für PlayStation VR: In Moss helft ihr einer Maus auf ihrem Weg durch die Levels.

Es geht auch innovativer: Beim urkomischen Job Simulator betätigt ihr euch in Alltags-Jobs. Bei Star Trek - Bridge Crew bedient ihr Steuerpulte auf der Raumschiffbrücke. Im bezaubernden Rätsel-Adventure Moss werdet ihr zum Beobachter und Beschützer einer kleinen Maus.

Doch um letztlich die große Frage zu beantworten: Ja, VR lohnt sich ... wenn ihr einen guten Magen habt ... experimentierfreudig seid ... euch an sparsamer Optik nicht stört und frischen Spielmechaniken etwas abgewinnen könnt.

Tags: Virtual Reality  

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