Lang ist's her: Das ist in Pokémon Go passiert, seit ihr aufgehört habt zu spielen

(Special)

von Emily Schuhmann (03. Juni 2018)

Den "Pokémon Go"-Wahnsinn habe ihr bestimmt alle mitbekommen, oder? Nein? Unter welchem Stein habet ihr denn bitte im Sommer 2016 gelebt? Und seitdem hat sich so viel getan.

Das Spin-Off der unglaublich erfolgreichen Serie rund um die Taschenmonster ging vor zwei Jahren überraschend über Nacht durch die Decke, und monatelang dominierte das Thema nicht nur die Videospielwelt, sondern schwappte sogar in die "echte" Welt hinüber. Zeitungen und Nachrichtensender berichteten über Millionen von Menschen, die überall auf Pokémon-Jagd gingen.

Unzähligen Spielfehlern und Serverabstürzen zum Trotz durchlebte die gigantische Spielerschaft einige Monate lang etwas Einzigartiges. Überall auf unserem Planeten waren Gruppen von Nostalgikern, Serien-Veteranen und Neulingen mit Smartphones auf den Straßen unterwegs, um Pokémon zu fangen oder virtuelle Eier auszubrüten.

Seitdem hat die Begeisterung spürbar nachgelassen, doch die sinkenden Spielerzahlen hinderten Entwicklerstudio Niantic nicht daran, die App weiterzuentwickeln und zu verbessern. Im Folgenden geben wir euch einen Überblick darüber, was das Spiel mittlerweile zu bieten hat.

Wo kommen die denn her?

Eines der größten Ärgernisse für viele Fans der Pokémon-Spiele war der Fakt, dass Pokémon Go anfangs nur die Pokémon der ersten Generation enthielt. Pikachu, Glumanda, Evoli und Co. zählen zwar zu den Fan-Lieblingen, allerdings gab es zum Zeitpunkt der Veröffentlichung der App in den Hauptspielen bereits über 700 Pokémon, und nicht nur die Kanto-Exemplare, die ihr damals in Pokémon - Rote Edition, Blaue Edition oder Gelbe Edition fangen konntet.

Hat euch die geringe Auswahl an Pokémon gelangweilt? Mittlerweile gibt es mehr, als nur Taubsi und Rattfratz:

Im Laufe der letzten Jahre schaltete Niantic nicht nur einige fehlende Taschenmonster der ersten Generation, darunter beispielsweise das legendäre Vogeltrio Zapdos, Lavados und Arktos, sondern auch die zweite und mittlerweile sogar die dritte Generation frei. Das sorgt für wesentlich mehr Abwechslung auf euren Spaziergängen, da euch jetzt auch die Pokémon aus Johto (Pokémon - Goldene Edition, Silberne Edition und Kristall-Edition) und Hoenn (Pokémon - Rubin-Edition, Saphir-Edition und Smaragd-Edition) über den Weg laufen können.

Wer die Hauptspiele kennt weiß, dass sich viele der neueren Pokémon nicht normal entwickeln, und das hat Niantic übernommen. Dreht ihr jetzt Pokéstops, könnt ihr mit etwas Glück nicht nur Beeren und Pokébälle, sondern auch Entwicklungs-Items finden. Und wem Fortuna noch mehr zulächelt, der begegnet vielleicht sogar eines der seltenen, andersfarbigen Shiny-Pokémon. Dafür müsst ihr mittlerweile auch keinen Fußabdrücken mehr folgen. Stattdessen zeigt euch der Radar, welche Pokémon sich bei Pokéstops in eurer Nähe aufhalten.

Wenn ihr draußen einen Regenschirm braucht, sollte auch euer Avatar einen einpacken:

Auf dem Weg zu Stops oder Arenen begegnet ihr dann gleich ein paar weiteren Neuerungen. Tag und Nacht gab es ja bereits zu Anfang, aber mittlerweile gibt es sogar ein Wettersystem, dass sich (manchmal mehr schlecht als recht) am echten Wetter orientiert. Das sieht nicht nur nett aus, sondern wirkt sich auch auf die Arten von auftauchenden Monstern aus und verstärkt bestimmte Typen im Kampf. Ach ja, ihr müsst jetzt auch nicht mehr alleine reisen. Wählt ein Kumpel-Pokémon, das euch begleitet und unterwegs auch noch wichtige Bonbons sammelt.

Liegt da ein Ei in der Arena?

Arenen gab es bereits zum Release, und je nachdem welches der drei Teams sie kontrollierte waren sie rot, blau oder gelb eingefärbt. Es scheint fast so, als hätte es sich Niantic zur Aufgabe gemacht wirklich alles zu überarbeiten, denn vorbei sind die Tage, an denen ihr das Level einer Arena steigert und sie so zur uneinnehmbaren Festung macht.

Stattdessen platziert ihr eure Pokémon jetzt in einer Arena und ihre Wettkampfpunkte übernehmen die Rolle eines Lebensbalkens, der langsam sinkt. Greift ein Trainer eines anderen Teams an, kann er die Punkte der Verteidiger im Kampf auf null reduzieren. Sind alle Pokémon besiegt, können nun die Angreifer ihre Verteidigung aufbauen und für alle zehn Minuten, die es in der Arena verbracht hat, bringt das besiegte Pokémon seinem Trainer eine Münze mit.

So sieht das Innere einer Arena aus. Die Herzen zeigen die Lebenspunkte des jeweiligen Pokémon an.So sieht das Innere einer Arena aus. Die Herzen zeigen die Lebenspunkte des jeweiligen Pokémon an.

Insgesamt könnt ihr so jeden Tag bis zu fünfzig Münzen verdienen, die ihr im Shop der App verprassen könnt. Dort gibt es nach wie vor Brutmaschinen, Bälle, Rauch und Lockmodule zu kaufen. Mittlerweile könnt ihr euer hart verdientes Geld jedoch auch für allerlei verschiedene Kleidungsstücke ausgeben. Wer wollte nicht schon immer als Mitglied von Team Rocket oder mit einem Karpador-Hut herumlaufen?

Allerdings dürften nicht alle Gegenstände im Shop den Release-Spielern unter euch bekannt vorkommen. Wie auch die anderen Items erhaltet ihr Raid-Pässe auch kostenlos im Spiel, aber immer nur einen pro Tag. Raids und die dafür notwendigen Pässe wurden knapp ein Jahr nach Launch eingeführt und bieten nicht nur eine Herausforderung, sondern sind auch eine der seltenen Möglichkeiten an ein legendäres Pokémon zu kommen. Dafür müsst ihr mit einer Gruppe von Spielern zusammenarbeiten. Besiegt ihr das enorm starke Boss-Monster habt ihr eine Chance es zu fangen.

Was meint ihr, habt ihr das Zeug dazu ein mächtiges oder sogar legendäres Pokémon zu besiegen?Was meint ihr, habt ihr das Zeug dazu ein mächtiges oder sogar legendäres Pokémon zu besiegen?

Die App kündigt euch an, sobald ein neuer Raid in eurer Nähe beginnt. Um den Spielern genug Zeit zu geben sich vorzubereiten, erscheint erstmal nur ein Ei auf einer Arena. Erst wenn dessen Timer auf null fällt, schlüpft daraus ein seltenes oder sogar legendäres Pokémon. Da es die folgenden Kämpfe in sich haben, ist es verständlich das Niantic euch eine Möglichkeit an die Hand gibt, eure besten Monster zu wählen. Die Anführer des von euch gewählten Teams geben euch mittlerweile Rückmeldung zu den Werten eurer Pokémon.

Spielt das noch jemand?

Die Aussage "Ich dachte, dieses Spiel ist schon lange tot." müssen sich nicht nur MMOs gefallen lassen, auch Pokémon Go ist davor nicht sicher. Wenn ihr in einer kleineren Stadt oder gar mitten in der Pampa lebt, ist es verständlich, dass ihr das Spiel mittlerweile vielleicht abgeschrieben habt. Ohne massig Pokéstops und Arenen zu spielen ist nach wie vor eher zäh. Wenn ihr sehen wollt, wie aktiv Pokémon Go noch immer ist, stattet mal einer Großstadt während eines Community Days einen Besuch ab.

Diese monatlichen Events belohnen euch mit massenweise Exemplaren von sonst eigentlich seltenen Taschenmonstern, wie beispielsweise Glumanda oder jetzt im Juni Larvitar. Zusätzlich sind Lockmodule in dieser Zeit für drei Stunden und nicht nur 30 Minuten aktiv, was in der richtigen Umgebung für so viele wilde Pokémon sorgt, dass euch vermutlich die Bälle ausgehen.

Beim letzten Community Day im Mai waren unzählige Menschen auf der Jagd nach dem Feuer-Pokémon Glumanda. Einer der Gründe: An diesem Tag ist die Shiny-Chance sehr hoch.Beim letzten Community Day im Mai waren unzählige Menschen auf der Jagd nach dem Feuer-Pokémon Glumanda. Einer der Gründe: An diesem Tag ist die Shiny-Chance sehr hoch.

Auch für diejenigen, die sich häufiger als nur einmal im Monat einen Grund zum vor die Tür gehen wünschen hat Niantic mittlerweile geliefert. Dreht ihr einen Pokéstop bekommt ihr eine Forschungsmission. Diese Quests reichen von "Fange drei Taubsi" über "Brüte ein Ei aus" bis hin zu "Lande zwei großartige Würfe". Schließt ihr eine Aufgabe ab, bekommt ihr einen Stempel. Tut ihr das für sieben Tage, erwartet euch eine nette Überraschung. Erfüllt ihr alle Spezialmissionen belohnt euch das Spiel sogar mit einem ganz besonderen Pokémon.

Als wären all diese Verbesserungen nicht schon Anreiz genug, kündigte Nintendo kürzlich die voraussichtlich im November erscheinenden Switch-Spiele Pokémon Let's Go, Pikachu und Let's Go, Evoli an. Diese Neuinterpretation von Pokémon Gelbe Edition baut auf vielen Mechaniken der erfolgreichen App auf. Beispielweise findet ihr Pokémon dort direkt in der Overworld und fangt sie, indem ihr mit eurem Joy-Con Bälle werft. Spielt ihr beide Spiele, soll euch sogar ein völlig neues Taschenmonster erwarten. Vielleicht ist es jetzt an der Zeit, Pokémon Go wieder zu installieren und auf die Jagd zu gehen? Was meint ihr?

Meinung von Emily Schuhmann

Hassliebe ist wohl die beste Beschreibung für meine Beziehung zu Pokémon Go. Den Wahnsinn am Anfang mitzuerleben war fantastisch. So viele Menschen zu sehen, die Spaß mit einem meiner liebsten Videospiel-Serien hatten ... einfach gigantisch.

Leider hatte die App zu Beginn verdammt wenig mit den Spielen zu tun, die ich so mag. Keine richtigen Kämpfe, kein Tauschen, Training und Entwicklungen durch Bonbons?! Um ehrlich zu sein, habe ich das Spiel deswegen nach wenigen Wochen abgeschrieben und bin erst kürzlich aus einer Laune heraus wieder eingestiegen und wurde positiv überrascht.

Zwar entsprechen die Kern-Mechaniken nach wie vor so gar nicht meinem Geschmack, aber es ist eine schöne Nebenbeschäftigung beim Gang zum Supermarkt, die Community Events sind besonders in der Gruppe wirklich super und mit Let's Go, Evoli am Horizont darf die App vorerst auf meinem Handy bleiben.

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Tags: Free 2 play   POKEMON GO  

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