Das Ende von Dark Souls: Die Qual der Wahl

(Special)

von Marvin Heiden (01. Juni 2018)

Mit dem kürzlich veröffentlichten Remaster von Dark Souls stürzten sich sowohl Neulinge als auch Kenner des Spiels in die Freuden der Selbstgeißelung. Doch die Handlung des hochgelobten Rollenspiels ist für beide Seiten gleichermaßen undurchschaubar. Vor allem beim Ende fragen sich viele, was es mit der vermeintlich austauschbaren Entscheidung auf sich hat. Deshalb bringen wir hiermit etwas Licht ins Dunkel.

Wahrscheinlich hat mittlerweile fast jeder von euch schon einmal selbst Hand an das berühmt-berüchtigte Rollenspiel Dark Souls gelegt. Das außergewöhnlich komplexe Kampfsystem und die mysteriöse und unerklärliche Atmosphäre der Spielwelt ziehen fast jeden Spieler automatisch in ihren Bann. Doch vor allem ein Aspekt des Spiels sorgt sogar bei „Dark Souls“-Veteranen noch bis heute für fragende Gesichter: Die Rede ist natürlich von der sogenannten Lore oder Hintergrundgeschichte, die an keiner Stelle explizit erklärt wird.

Insbesondere beim Ende werden daher einige Spieler vorerst nicht schlecht aus der Wäsche geguckt haben, weil sie nicht wussten, was sie tun sollten. Unabhängig davon, wie ihr das Spiel bis zu diesem Punkt gespielt habt, stehen euch nämlich immer genau zwei Auswahlmöglichkeiten zur Verfügung. Diese führen zwar zu einer jeweils anderen Endsequenz, haben aber darüber hinaus keinen Einfluss mehr auf das laufende Spiel. An dieser Stelle möchten wir daher die Gelegenheit beim Schopfe packen und dem Ende von Dark Souls auf den Grund gehen.

Natürlich steht außer Frage, dass von nun an große Spoiler zum Spiel folgen werden. Falls ihr das Geheimnis also selbst noch lüften wollt, raten wir euch, diesen Artikel erst später zu lesen.

Die Geschichte von Dark Souls müsst ihr euch aus Beschreibungstexten und Dialogen erschließen:

Sobald ihr den letzten Boss Aschefürst Gwyn im Ofen der Ersten Flamme besiegt habt, könnt ihr eine der folgenden Optionen wählen: Entweder ihr entfacht die Flamme erneut und verlängert dadurch das Zeitalter des Feuers, woraufhin ihr auf der Stelle verbrennt. Oder aber ihr lasst die Flamme ersticken, leitet damit das Zeitalter der Dunkelheit ein und greift nach der Macht. Beide Enden sind gleichermaßen berechtigt, aber für welches solltet ihr euch bestenfalls entscheiden und warum überhaupt?

Hier kommt die einzigartige Erzählstruktur von Dark Souls zum Zuge, denn die Entscheidung hängt ganz allein davon ab, wie ihr die Handlung interpretiert. Beide Auswahlmöglichkeiten spiegeln letztendlich jeweils die Standpunkte der zwei Urschlangen Königssucher Frampt und Finsterschleicher Kaathe wider. Beide versuchen, euch dazu zu bringen, dass ihr euch ihnen anschließt, haben aber komplett gegensätzliche Absichten. Frampt steht auf der Seite Gwyns und der alten Götter und will daher, dass ihr euch für das vermeintlich glorreiche Feuerzeitalter opfert. Kaathe hingegen sieht die Zukunft seiner Welt in den Händen der Menschen und will euch – den auserwählten Untoten – zum neuen Herrscher küren und so die Götter ein für alle Mal vernichten.

Frampt ist die erste Urschlange, der ihr begegnet. Aber könnt ihr ihm vertrauen?Frampt ist die erste Urschlange, der ihr begegnet. Aber könnt ihr ihm vertrauen?

Von welcher der zwei Ansichten ihr euch persönlich überzeugen lasst, kommt darauf an, wie viele Informationen über die Welt und Geschichte von Dark Souls ihr gesammelt habt. Nur dann könnt ihr euch zum Beispiel die Frage stellen, ob ihr es überhaupt für erstrebenswert haltet, ein Heer seelenloser Untoter in ewiger Dunkelheit zu beherrschen. Oder ob die Alternative – nämlich sich den Flammen selbstlos hinzugeben und damit für eine (vermeintlich) bessere Welt zu sorgen – plötzlich doch gar nicht so unattraktiv ist.

Jedenfalls ist es für das Ende zwangsläufig nötig, dass ihr euch mit den verschlüsselten Informationsbrocken auseinandersetzt, die ihr auf eurer Reise sammelt. Denn wenn ihr das nicht tut, ist eure finale Entscheidung bedeutungslos. Das Entwirren der vertrackten Handlung zählt also letztendlich genauso zu euren Aufgaben, wie das Bestreiten von erbarmungslosen Kämpfen. Bloß wird hierbei nicht euer Geschick, sondern eure Auffassungsgabe auf die Probe gestellt. Die Entscheidung zwischen den beiden Enden und wie ihr sie begründet ist demnach der letzte und schwierigste Bosskampf im ganzen Spiel. Hier müsst ihr nämlich gegen niemand geringeren als euch selbst antreten.

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Tags: Fantasy   Singleplayer  

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