Vorschau Rage 2: Eine exzellente Ballerorgie

von René Wiesenthal (12. Juni 2018)

Bethesda stellt die für 2018 angekündigte Shooter-Fortsetzung Rage 2 aktuell auf der E3 vor. Eine offene Spielwelt, Nanofähigkeiten und Fahrzeuggefechte – das verspricht großen Ballerspaß. Wir hatten schon im Vorfeld die Gelegenheit, Rage 2 anzuspielen und haben richtig Lust auf mehr bekommen.

In Rage 2 kommen zwei Experten des Action-Genres zu einem explosiven Cocktail zusammen: Das Spiel ist eine Kooperation der Doom-Macher id Software und der "Open World"-Experten von Avalanche, die unter anderem die "Just Cause"-Reihe verantwortet haben. War das erste Rage noch eher linear aufgebaut, versprechen die Studios für den Zweier eine waschechte offene und nahtlose Spielwelt. Inklusive zahlreicher, ausgebauter Innenareale, die ihr ohne Ladepausen betreten sollt. Ein solches Areal durften wir vor kurzem erstmals exklusiv von Schurken befreien.

Boom Boom Pow! Das ist Rage 2:

Die Geschichte von Rage 2 setzt einige Jahre nach dem Cliffhanger-Ende des ersten Teils an. Mittlerweile habe sich die postapokalyptische Spielwelt in gesellschaftlicher wie auch ökologischer Hinsicht weiterentwickelt, erklären uns die Entwickler. Dadurch soll es im fertigen Spiel unter anderem sehr viel mehr Vegetation geben als noch im Vorgänger.

Thema Weiterentwicklung: Die neue Spielfigur, der Ranger – ein Überlebender aus den lebenserhaltenden Arks - hat diesmal sogar eine Stimme bekommen. In einer Sequenz, bei der wir nur zusehen konnten, unterhält er sich mit Doktor Kvasir, der bereits im ersten Rage eine tragende Rolle spielte. Was den Ranger in den Kampf treibt: Ein Mann namens General Martin Cross hat seine Ziehmutter getötet und er sinnt auf Rache.

Mit Wucht und Kombinationsgabe

Im Gegensatz zum Spielfluss von Doom kann ich in der Demo von Rage 2 eine Mixtur aus Angriff, Verteidigung und Kombinationsattacken anwenden, die ich bereits nach wenigen Sekunden routiniert einsetze. Alles geht mir sofort in Fleisch und Blut über. Gekämpft wird wie gewohnt zu Fuß oder auf vier Rädern. Vehikelkämpfe bekam ich leider nur vorgespielt, sie sehen aber sehr wuchtig und spaßig aus.

Wuchtig ist ein gutes Stichwort: Das Spielgefühl in der Demo ist unglaublich befriedigend. Die Waffen geben allesamt spürbares Feedback in Form von knackigem Sound und nachvollziehbarem Rückstoß. Die Gegner vom so genannten Goon Squad (einer der Fraktionen im Spiel), die meinen Kugeln begegnen, werden je nach Kaliber unterschiedlich stark davon weggestoßen. Meine Spielfigur fühlt sich präsent an, bei den Feinden hinterlasse ich einen bleibenden Eindruck.

Sobald der so genannte Overdrive aufgeladen ist, zerberste ich alles! Für eine kurze Zeit bin ich dadurch übermenschlich stark, der Grad an Gewalt nimmt dabei deutlich zu. Ähnlich wie in Borderlands 2, an das Rage 2 ohnehin oft erinnert, ist die Gewalt aber cartoonig überzeichnet und damit zu keinem Zeitpunkt unangenehm. Der Wingstick aus Rage hat übrigens ein Comeback. Allerdings kehrt der Klingenbumerang in deutlich aufgemotzter Form und mit neuen Funktionen zurück - wie einem Lock-On und Sprengsätzen.

Der Ranger ist ein Multitalent

Neben gewohntem Waffeneinsatz kann ich auf unterschiedliche Fähigkeiten zurückgreifen. Auf Schnelltasten befinden sich vier von ihnen. Mit dem Gewehr nehme ich Gegner also erst einmal aus der Ferne aufs Korn, mit Dashes rücken ich zwischen Deckungen vor, bei direktem Kontakt löse ich ähnlich wie in Destiny Engergieschübe aus oder erschüttere den Boden mit einem Nahkampfangriff aus der Luft. Der Übergang zwischen den einzelnen Elementen läuft so schnurlos, dass es eine wahre Freude ist, mit Kombinationsmöglichkeiten herumzuspielen.

Die Gegner verhalten sich vorwiegend dumm, stellen aber wegen starker Panzerung, die ich ihnen erst einmal vom Leib schießen muss, eine angenehme Herausforderung dar. Leider wird ein frontales Vorgehen forciert, ich begegne den Feinden immer genau dort und auf die Art, wie es der Entwickler vorgesehen hat. Im finalen Spiel wäre hier mehr Variantenreichtum beim favorisierten Ansatz wünschenswert. Neben Munition gibt es nach den Kämpfen auch Ressourcen zu sammeln, die auf ein Crafting-System hindeuten.

Von Grau in Grau bis Neonpink

Der Kunststil von Rage 2 kombiniert ebenso verschiedene Welten wie die Spielmechanik: Düstere, verwitterte Ruinen auf der einen, üppige Wälder auf der anderen Seite. Die Bilder, die wir gezeigt bekamen, sahen vielversprechend aus. Über allem liegt ein neonfarbener Schimmer, der für die Herausbildung neuer Strömungen nach der langen Zeit in der Postapokalypse stehen soll. Der Soundtrack in der Demo bewegt sich zwischen Wave und schrammendem Industrial und unterstreicht diese gestalterische Bandbreite damit passend. Wenn auch die Grafik insgesamt eher grobschlächtig daherkommt.

Nachdem ich die Demo zwei Mal durchgespielt habe, zeigen die Entwickler zum Abschluss einen Bosskampf gegen einen der zahlreich versprochenen Mutanten, der nicht so spektakulär ausfällt, wie es wohl geplant war. Während dieser Sequenz wünsche ich mir ohnehin, lieber noch einmal selbst zum Pad greifen zu können und die Demo ein drittes Mal zu zocken - ich bin ziemlich angefixt von Rage 2. Das Spiel soll noch in diesem Jahr für PlayStation 4, Xbox One und PC erscheinen.

Meinung von René Wiesenthal

Was die Geschichte und die offene Spielwelt am Ende hergeben, kann ich noch nicht einschätzen. Mein kurzer Ausflug in die Welt von Rage 2 hat aber schon richtig Bock gemacht. Intuitiv wende ich das Kombinationssystem aus Fern- und Nahkampf sowie Ausweichmanövern an. Meine Angriffe besitzen eine spürbare Wucht, die das Kämpfen trotz trotteliger Gegnerbanden enorm befriedigend werden lässt. Der Overdrive dient als strategisches Mittel und gleichzeitig Sahnehäubchen auf den actiongeladenen Gefechten.

Es bleibt zu hoffen, dass das fertige Spiel noch etwas mehr Variation beim Vorgehen in den Missionen zulässt und es euch erlaubt, auch als Heckenschütze oder geschickter Schleicher an Gegner heranzugehen. Die Fahrzeugkämpfe sahen beim Vorspielen super launig aus. Wie sinnvoll sie eingebracht sind und wie sie sich steuern, entscheidet am Ende aber über den Mehrwert und Spielspaß.

Derzeit sieht es tatsächlich danach aus, als könne das Gespann bestehend aus id Software und Avalanche das liegengelassene Potenzial des ersten Teils aufgreifen und in deutlich aufgewerteter Form umsetzen. Wenn die Open World und Rahmenhandlung motivieren, sollte rasantem Shooter-Spaß kaum noch etwas im Weg stehen.

Tags: Open World   Singleplayer   E3 2018  

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