Test The Elder Scrolls Online: Summerset - Mehr vom Gleichen oder mal was Neues?

von Micky Auer (06. Juni 2018)

Es ist bereits ein Jahr her, seit ihr die bizarren Vulkanlandschaften von Morrowind erforschen konntet. Die neue Erweiterung von The Elder Scrolls Online entführt euch ins sagenumwobene Sommersend. Mehr vom Gleichen oder tut sich was in Tamriel?

Betrachten wir es mal bei Licht: The Elder Scrolls Online - Morrowind fügte sich beinahe nahtlos in die vor vier Jahren etablierte Online-Welt des MMOs ein. Als neuer Bereich bot Morrowind eine ganz eigene Optik, standesgemäß auch eine neue Klasse und für meinen Geschmack ein paar zu viele Schleich-Abschnitte. Aber insgesamt war es eindeutig ein Teil von TESO, der vor allem an der Nostalgie der Serienveteranen rüttelte.

Schließlich und endlich sind seit The Elder Scrolls 3, in dem die Insel Vvardenfell und Morrowind im Mittelpunkt standen, bereits 15 Jahre ins Land gezogen. Das Spiel und alles, was damit in Verbindung steht, rangiert auch heute noch in hoher Gunst bei den Fans. Ein Bonus, auf den die neue Erweiterung Summerset weitestgehend verzichten muss, kam das Inselreich bis jetzt doch erst einmal - und auch nur kurz - in The Elder Scrolls - Arena vor. Das war 1994.

So sieht Summerset in bewegten Bildern aus:

Aber ist das automatisch schlecht? Summerset hat die Gelegenheit, endlich mal frische Ideen und neue Ansätze in die MMO-Welt von Bethesda einzubringen. Ob die Entwickler diese Chance wahrgenommen haben, erfahrt ihr in den folgenden Zeilen. Erhältlich ist The Elder Scrolls Online - Summrset bereits für PC, PlayStation 4 und Xbox One.

Ein Schritt in den positiven Kulturschock

Wenn ihr die ersten Schritte die Spielwelt wagt, sollte euch sofort auffallen, mit welcher Sorgfalt und mit wie viel Liebe zum Detail die Designer sich an die Umsetzung einer Welt gemacht haben, die von Elfen bevölkert wird. Sommersend (so der deutsche Name) ist ein Schauplatz, in dem jede Figur von einer Hoheit und Herrschaftlichkeit erfüllt ist, die sich in der Architektur, der Landschaft und natürlich in der Aufmachung seiner Bewohner wiederspiegelt.

Selbst die neuen Gegner vermitteln den Eindruck, dass ihr im Land der Hochelfen unterwegs seid.Selbst die neuen Gegner vermitteln den Eindruck, dass ihr im Land der Hochelfen unterwegs seid.

Silberne Rüstungen, schwarglänzende Stoffe von Umhängen und diverse von Flammen umkränzte Reittiere zeigten bei meiner Ankunft schnell die Auswirkungen gewisser Vorbesteller-Boni. In Sommersend ist nämlich auch ganz schön viel los! Das zeigt, dass sich TESO nach einem holprigen Start mittlerweile zu einer beliebten Spielewelt gemausert hat. Die neue Erweiterung wird der daraus entstehenden Verantwortung auch in vielerlei Hinsicht gerecht.

Ebenso wie zuvor Morrowind verbreitet auch das Land Sommersend seinen ganz eigenen Charme, der jedoch ungleich einladender wirkt. Schier endlose Blumenwiesen, sanfte Küstenlinien, wogende Wälder ... Bethesda erschafft ein Märchenland, in dem ihr keinen Schritt tut, ohne von Schönheit umgeben zu sein. Wenn ich mich selbst dabei ertappe, einfach nur langsam durch das Land zu schreiten, mir die Gegend anzusehen und mich über die Grafik zu freuen, müssen die Entwickler etwas ganz besonders gut gemacht haben. Ich bin mir sicher, das geht nicht nur mir so.

Glücklicherweise bleibt es nicht beim Fest für die Augen. Denn auch in spielerischer und erzählerischer Hinsicht darf sich Summerset anerkennend selbst auf die Schulter klopfen.

Mehr als "Eye Candy"

Sommersend ist die Heimat der Hochelfen. Außenstehende durften diese Lande zuvor nicht betreten. Doch jetzt wird das Land bedroht und die Hochelfen benötigen Hilfe. So öffnen sich die Tore für alle Abenteuerer. Das bedeutet für Spieler auch Zugang zur magischen Insel Artaeum, die tatsächlich jenseits von Raum und Zeit existiert.

Artaeum ist quasi das Hauptquartier des sagenumwobenen Psijik-Ordens. Einer Gruppe von Magiern, die sich mit der äußerst mächtigen und höchst gefährlichen Zeit-Magie auseinandersetzt. Für euch als Spieler durchaus ein Grund zur Freude, denn ihr könnt dem Orden beitreten und somit eine gänzlich neue Skill-Linie freischalten.

In Bezug auf greifbare und offensichtliche Neuerungen spielt Summerset eindeutig die zweite Geige hinter Morrowind. Denn dort gab es eine gänzlich neue Klasse, hier gibt es lediglich eine neue Skill-Linie. Das Edelsteinschleifer-Handwerk und eine Handvoll neuer Herausforderungen kann auch nicht so recht mit den "Battlegrounds" in Morrowind mithalten. Mehr Infos zu den neuen Aufgaben findet ihr auf der offiziellen Spieleseite von The Elder Scrolls Online.

Dafür wiederum ist Summerset gefühlt eine wesentlich robustere und interessantere Erfahrung in Hinblick auf die zahlreichen neuen Quests, die Erzählung des Haupthandlungsbogens und die Gestaltung der Dungeons. Abgerundet durch die wirklich einnehmende Optik der Spielwelt liegt der Unterhaltungswert von Summerset aus meiner Sicht dann alles in allem doch ein klein wenig über dem von Morrowind.

Gestaltungskonzepte wie dieses hier wurden grafisch beeindruckend umgesetzt.Gestaltungskonzepte wie dieses hier wurden grafisch beeindruckend umgesetzt.

Meinung von Micky Auer

Es sind kleine Schritte, mit denen sich The Elder Scrolls Online weiterentwickelt. Im Falle eines MMO ist das auch nicht weiter verwerflich, denn das zugrunde liegende Spiel mitsamt der ausufernden Welt ist solide genug, sodass keine umfassenden Änderungen nötig sind. Summerset ist einer dieser kleinen Schritte, die glücklicherweise in die richtige Richtung gehen.

Einer der Hauptkritikpunkte an TESO war der Umstand, dass sich nur wenige Spieler mit einem MMO identifizieren konnten, das einem traditionellen Einzelspieler-RPG entwachsen ist. Bethesda ist seitdem bemüht, alle Interessierten wissen zu lassen, dass sich das MMO auch hervorragend für Einzelspieler eignet. Das ist auch bei Summerset wieder der Fall.

Tatsächlich hatte ich streckenweise den Eindruck, dass die tatsächlichen MMO-Mechaniken ein wenig hinter der Einzelspieler-Fassade versteckt liegen würden. Für mich als Einzelgänger in einem Spiel ist das durchaus begrüßenswert, jedoch ist hier Vorsicht geboten, um die typischen MMO-Spieler nicht abzuschrecken. Noch besteht die Gefahr nicht, jedoch sollte Bethesda auf die Balance achten, ohne dann wiederum Einzelspielern zu viel vorzuenthalten. (Voll einfach, ich weiß ...)

Ein wenig enttäuscht hat mich der Umstand, dass die Erweiterung keine neue Klasse einführt. Ein Magier des sagenumwobenen Psijik-Ordens zu sein und dabei ausufernde aktive und passive Skill-Trees zu erforschen - das hätte mich schon gereizt. Dafür entschädigt mich Summerset mit einer unglaublich schönen Grafik, die vor allem die Herrschaftlichkeit der Hochelfen und die traumhaft schöne Natur ihrer Heimat zelebriert. Und das, ohne jemals in den Kitsch abzudriften.

82

meint: Erneut eine schöne Erweiterung für TESO. Inhaltlich nicht ganz so prall wie der Vorgänger, jedoch mit packender Story und gelungener Grafik.

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Tags: Fantasy  

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