Vorschau Assassin's Creed - Odyssey: Origins mit neuen Gewändern?

von René Wiesenthal (11. Juni 2018)

Eben erst stellte Ubisoft das neue Assassin's Creed - Odyssey auf der E3 vor. Kollege Alex von GIGA Games und ich waren aber schon etwas eher in Paris, um einen Ausschnitt aus dem Spiel zu testen. Was macht das Spiel neu und was nicht? Hier lest ihr meine Eindrücke.

Noch nicht einmal ein Jahr ist es her, dass Assassin’s Creed - Origins erschienen ist, nun sollt ihr noch in diesem Herbst in den Genuss der Fortsetzung Assassin's Creed - Odyssey kommen. Nachdem sich Ubisoft mit dem Ägypten-Ausflug ungewöhnliche zwei Jahre zwischen den letzten beiden Serien-Veröffentlichungen Zeit ließ, schreitet die Reihe nun wieder im gewohnten Eiltempo voran. Ziel der Reise dieses Mal: Das antike Griechenland.

Das Jahr 431 vor Beginn unserer Zeitrechnung: Ein Flickenteppich von territorialen Kleinherrschaften überzieht Griechenland und seine vielen Inselgruppen. Wie es die Geschichte so will, kündigt sich mal wieder ein Konflikt an: Athener und Spartaner geben sich im Peloponnesischen Krieg gegenseitig auf die Mütze.

Hier ist der brandneue Trailer von der E3:

Mittendrin: Wir, ein Nachkomme von König Leonidas, verstoßen von Sparta, nun auf den Wellen reisend als einsamer Söldner. Oder doch als Söldnerin? Nun, das hängt davon ab, ob ihr euch zu Spielbeginn für Alexios oder Kassandra entscheidet. Denn es gibt zwei spielbare Charaktere und damit eine (optionale) weibliche Hauptrolle.

Die Zeichen stehen auf Freiheit

Zum Anspieltermin sind wir mit Alexios unterwegs in der – wie Ubisoft sagt – bisher größten Spielwelt des "Assassin’s Creed"-Universums. Nachdem der seekranke Held sein angedautes Mittagessen am Strand von Delos verteilt, zeigt sich uns im Gespräch mit unserem Mitstreiter Barnabas das Dialogsystem von AC - Odyssey.

Das antike Griechenland sieht atemberaubend schön aus.Das antike Griechenland sieht atemberaubend schön aus.

Viel stärker sollt ihr in der Lage sein, darüber und mittels anderer Entscheidungen, auf die Spielwelt, ihre Figuren und den Ausgang von Quests Einfluss zu nehmen. Damit gehen auch Freiheiten einher, Romanzen zu beginnen oder es sich mit Personen vollkommen zu verscherzen und damit bestimmte Inhalte unzugänglich werden zu lassen.

Auf hoher Ody-See

Freiheit zeigt sich uns schon mit Beginn der Demo: Zwei Inseln aus der großen Spielwelt stehen uns zur Verfügung, wir können sie frei begehen, bereiten, mit dem eigenen Boot befahren. Die Crew, die Letzteres steuert, heuern wir dort an, wo taugliche NPCs ihre Dienste anbieten. Die recht umfangreiche Quest sowie generell der Besuch der Gegend, in der wir etwa vier Stunden verbringen, sind im fertigen Spiel laut Entwickleraussagen optional.

Das Schiff dient nicht zur zum Reisen. Auch Gefechte können damit ausgetragen werden.Das Schiff dient nicht zur zum Reisen. Auch Gefechte können damit ausgetragen werden.

Dafür bietet sie einiges an Betätigungsmöglichkeiten. Weitere optionale Quests, die wir neben der primären Nebenquest erledigen, beeinflussen den Ausgang unseres Inselbesuchs. Sollte das Gesehene und Erledigte wirklich alles Nebenbeschäftigung sein, ist es verhältnismäßig ausgedehnt. Inwieweit alles wie versprochen einen Einfluss auf den weiteren Verlauf der Haupthandlung hat, wird sich zeigen. The Witcher 3 - Wild Hunt scheint Ubisoft bei der Entwicklung von Odyssey ein großes Vorbild gewesen zu sein.

Das Gleiche in Gr ... iechisch?

Sobald wir losziehen um das bildschöne antike Griechenland zu erkunden, zeigt sich Assassin’s Creed aber erst einmal von seiner bekannten Seite: Wir klettern automatisiert an Wänden hoch, synchronisieren an Aussichtsplattformen unseren Animus, sammeln, kämpfen, schleichen bei Bedarf und klappern Kartenpunkte ab.

Der Bogen, mit dem wir hier Ziegen jagen, kann auch mit Spezialfähigkeiten versehen werden.Der Bogen, mit dem wir hier Ziegen jagen, kann auch mit Spezialfähigkeiten versehen werden.

In den Klassen Krieger, Jäger und Attentäter (in Origins war es noch der Seher) können wir uns auf Skill-Trees weiterentwickeln, indem wir für Level-Ups verdiente Punkte in aktive und passive Fähigkeiten investieren. Zusätzlich zum ikonischen Spartaner-Tritt aus dem Film 300 kaufen wir uns einen Skill, mit dem wir unsere Schwerter in Flammen setzen. Diese können wir – so wie andere Ausrüstung auch – durch gefundene austauschen und unter Einsatz gesammelter Ressourcen aufwerten. Mit unserem Falken Ikaros erkunden wir aus der Luft und spähen Feinde aus.

Ägypten war gestern - DAS IST SPARTA!

Neben der interaktiven, non-linearen Erzählweise gehören zu den größten Neuerungen die Conquest-Battles. In den Massenschlachten stellt ihr euch an die Seite einer von zwei Parteien und erobert für diese Gebiete in der Spielwelt. Wir tun uns mit einer Bande von Spartanern zusammen, die sich gegen Athen stellt. Der Kampf ist eine ganz nette Abwechslung, viele Beteiligte wirken aber wie starre Kulisse, es fehlt hier etwas die Dynamik.

Ein Athener sackt unter unserer Kombo zusammen. Der Kampf ist Teil des Conquest-Systems.Ein Athener sackt unter unserer Kombo zusammen. Der Kampf ist Teil des Conquest-Systems.

AC – Odyssey möchte sich den Entwicklern zufolge nicht auf historische Korrektheit versteifen, auch Legenden und Mythen aus der griechischen Antike sollen einen Platz haben. Werden wir uns mit einem Zyklopen balgen können? Wird Ubisoft die Lücke füllen, die sich mit dem Umzug von God of War in den kalten Norden aufgetan hat?

Krieg hin oder her - in Odyssey könnt ihr allerlei Blödsinn anstellen:

Realismus war nie und ist auch diesmal nicht vordergründig in Assassin's Creed. So könnt ihr im Spiel zwar wieder auf reale Persönlichkeiten treffen - wir bekamen zum Beispiel Gespräche von Alexios mit Sokrates gezeigt. Allerdings ist alles wie gewohnt nur grob an die wirkliche Menschheitsgeschichte angelehnt. Das fällt besonders durch den Humor auf, der für meinen Geschmack eine ganze Ecke zu klamaukig daherkommt.

Vom Aufleveln und Mitleveln

Der Abschnitt, den wir spielen, soll bei einem Fortschritt von 15 bis 20 Spielstunden verfügbar werden. Wir starten mit Level 18, vor Abschluss der finalen Quests ist es dringend nötig, das zu steigern und so unsere Körperwerte zu verbessern. Die Entwickler teilten uns mit, dass Gegner regionsweise im Level skalieren, also bei Erstankunft in einem Gebiet immer erst einmal einen festgelegten selben Abstand zu eurem Level haben. Das heißt, dass ihr euch nicht von Beginn an aufmotzen könnt und dann für den Rest des Spieles viel zu stark seid. Damit soll die Balance beim Erkunden der Welt gewahrt werden.

Was wir beim Anspielen nicht sehen: Die Geschehnisse in der Jetztzeit. In dieser werdet ihr wohl wieder auf Layla Hassan treffen, die in Assassin’s Creed - Origins ihren Einstand gab. In Odyssey soll ihre Geschichte in der Gegenwart einen noch höheren Stellenwert bekommen. Was ihr genau wiederfährt, erfahrt ihr voraussichtlich am 5. Oktober 2018, für den Assassin’s Creed Odyssey auf PlayStation 4, Xbox One und PC angekündigt ist.

Meinung von René Wiesenthal

Ubisoft möchte Spielern mit Assassin’s Creed - Odyssey mehr Freiheit geben als je zuvor in der Seriengeschichte. Dabei geht es nicht nur um eine noch größere Spielwelt, sondern vor allem um das Versprechen, mit dem eigenen Handeln und Dialogentscheidungen in der Welt zu wirken. Wir konnten das in Ansätzen erleben, wie weit die Wirkung unserer Entscheidungen in die gesamte Spielwelt reicht, wissen wir zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht.

Die wieder vorhandenen Seeschlachten steuern sich prima und machen Laune, die Massenschlachten in Conquest-Battles allerdings sind eher Schein als Sein. Alles andere ist im Grunde mehr vom Gewohnten. Was gut ist, wenn ihr vor allem den stärkeren RPG-Aspekt von Origins mochtet und schlecht, wenn ihr euch große Veränderungen gewünscht habt. Ohne die markigen Kleider und den Assassinen-Überbau muss ich vor allem feststellen: Assassin’s Creed - Odyssey unterscheidet kaum noch etwas von anderen modernen "Open World"-Abenteuern mit Rollenspieleinschlag.

Ich kann nach dem Anspielen festhalten, dass mir das äußerst ansprechend umgesetzte Griechenland-Szenario mit der dazugehörigen Architektur und Vegetation sehr gut gefällt. Das Erkunden und Herumprobieren hat Spaß gemacht, Zwischensequenzen konnten mich wegen der hölzernen Dialoge, steifen Figurenanimationen und der etwas holprigen Entwicklung zwischenmenschlicher Beziehungen nicht so recht fesseln. Allerdings erwarte ich im fertigen Spiel aufgrund des Szenarios viel spannendes Weltgeschehen und Tragödien, die mich packen werden. Der Name verspricht schließlich ein Epos!

Tags: Open World   Singleplayer   E3 2018  

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