Gänsehaut: Die unvergesslichsten E3-Momente aller Zeiten

(Special)

von Micky Auer (07. Juni 2018)

Die Ausnahmewoche steht bevor. Warum Ausnahme? Weil die E3 für viele Gamer einen euphorischen Ausnahmezustand bedeutet! Wollen wir hoffen, dass es auch dieses Jahr wieder denkwürdige Auftritte und Ankündigungen gibt, an die ihr selbst noch in zehn Jahren gerne zurückdenken werdet.

Die Spielemesse E3 ist sowas ähnliches wie eine Woche voller Feiertage - wenn sie gut läuft und es ganz viele, tolle Neuankündigungen gibt! Mitunter können die Präsentationen auch etwas trocken ausfallen, wenn sich Firmenoberhäupter in endlosen Monologen ihrer Liebe zu Zahlen hingeben (Gähn ...).

Das sind die Momente, an die sich niemand mehr erinnern wird. Glücklicherweise ist aber gerade die E3 ein Ereignis, das gerne mal mit wirklich emotionalen Augenblicken aufwarten kann. Wenn ein Spiel gezeigt wird, das mit einer großen Szene und toller Musik beeindruckt, wenn eine geliebte Serie wieder erscheint oder wenn ein bekanntes Gesicht aus der Branche eine wichtige und große Ankündigung vorbringt, dann ist es soweit.

Dann rollt diese Welle aus Gänsehaut und sanftem Schauder über das Publikum hinweig, durch die Kameras und die Monitore hindurch und kommt direkt über euch, bis euch das Wasser in den Augen steht ... weil euch was reingeflogen ist! Schon klar, wir kennen das.

Deswegen zeigen wir euch hier die bewegendsten und unvergesslichsten Momente der E3. Hoffentlich erlebt ihr auch dieses Jahr wieder ein paar davon!

Square Enix kündigt Final Fantasy 7 - Remake an

Diese Begebenheit schlägt gleich doppelt zu. Denn bereits vor 13 Jahren im Rahmen der E3 2005 erleben die Zuschauer eine Überraschung: Die Eröffnungssequenz von Final Fantasy 7 macht einen Sprung von ihrer ursprünglichen PlayStation-Optik in die moderne Technik und die grafischen Möglichkeiten der PlayStation 3. Das Geschrei war groß, vermutete doch jeder dahinter ein Remake des so sehr geliebten Rollenspiel-Klassikers.

(Quelle: YouTube, Push Square)

Doch schnell wurde klar: Es handelte sich nur um eine Tech-Demo. Square Enix hatte nicht vor, tatsächlich ein Remake in Angriff zu nehmen. Zwar war die Enttäuschung groß, doch die Fans ließen nicht locker. Jahr um Jahr aufs Neue wurden Stimmen laut, die nach einem Remake schrien. Und siehe da: 2015 war es dann soweit. Final Fantasy 7 - Remake befindet sich tatsächlich in der Entwicklung! Zwar sollen bis zur Veröffentlichung noch mehrere Jahre ins Land ziehen, der Moment der Ankündigung und der Jubel im Publikum bleiben jedoch unvergesslich.

Wer ist eigentlich Kevin Butler?

Wie stellt ihr euch den typischen CEO eines großen Unternehmens vor? Vermutlich aalglatt, farblos, langweilig, voller unnötiger Anglizismen und von geringer Glaubwürdigkeit, wenn ihm bei jedem Wort die Dollar-Zeichen in den Augen aufblitzen. Aus diesen charakterlichen Schwächen kann man mit dem nötigen Humor und einem Augenzwinkern auch eine Kunstfigur erschaffen, die als fiktiver Chef die eigenen Produkte bewirbt.

(Quelle: YouTube, GamesAbyssE3)

So geschehen mit Kevin Butler. Nur zur Klarstellung: Den gibt es eigentlich gar nicht. In seine Rolle schlüft der Schauspieler Jerry Lambert und diente so für Sony Interactive Entertainment als Werbefigur. Während der E3 2010 gab es aber eine kleine Überraschung, als Kevin Butler plötzlich von der Unnahbarkeit einer Werbefigur zur durchaus greifbaren Persönlichkeit auf der Bühne heranwuchs.

Dabei brachte der gute Mister Lambert/Butler eine gute Portion Charisma mit, die seinen Monolog auf der Bühne noch ein Stück sympathischer machte. Seine von Seitenhieben auf die Konkurrenz gespickte Rede vermittelte aber eine Botschaft an alle: Einheit. Ein Moment, an dem sich so mancher Moderator ein Beispiel nehmen sollte.

GLaDOS unterbricht die Moderation

2010 war ein Jahr mit mehreren denkwürdigen Auftritten. So zum Beispiel, als Jack Tretton, der ehemalige CEO von Sony Computer Entertainment America während seiner Präsentation auf der E3 rüde unterbrochen wurde. Und zwar von niemand geringerem als GLaDOS, der KI aus Portal, die euch ständig töten will und mit Kuchen füttern möchte.

(Quelle: YouTube, Kahleb Olsson)

Das tat sie jedoch nicht ohne Grund, den sie hat einen anderen Sprecher angekündigt. Einen Sprecher, den im Zuge einer Sony-Präsentation niemand vermutet hätte: Gabe Newell, Chef von Valve und Gründer von Steam. Der hat eigentlich so gut wie keine Gelegenheit ausgelassen, über die PS3 herzuziehen. So bedankte er sich auch bei Sony dafür, dass sie davon absehen würden, ihm die Fresse zu polieren. Gleichzeitig verkündete er, dass Portal 2 auf die PS3 kommen würde. Noch dazu mit Features, die der Version für Xbox 360 vorenthalten bleiben würden. Der Auftritt von Gabe Newell war auf seine ganz eigene Art und Weise denkwürdig und bleibt wohl unvergesslich.

2004 war ein Jahr, in dem Nintendo-Fans dringend einen Hoffnungsschimmer brauchten. Ein Symbol, ein Zeichen, einen Hinweis darauf, dass es vorangeht. Denn in dieser Zeit ging es Nintendo nicht unbedingt schlecht, jedoch verlor der Gamecube gegenüber der PlayStation 2 mehr und mehr an Boden. Was könnte die Moral der treuen Fans also stärken?

(Quelle: YouTube, narhvalhorn)

So kam es dann wohl, dass Nintendo gleich zum Doppelhieb ausholte. Erstmal wurde dem jahrelangen Ruf der Fans nach einem "realistischeren" Zelda-Abenteuer nachgegeben, indem The Legend of Zelda - Twilight Princess angekündigt wurde. Und wer könnte diese frohe Botschaft besser überbringen als Zelda-Schöpfer Shigeru Miyamoto persönlich? Im One-Up-Shirt und mit Master-Schwert und Schild bewaffnet eroberte der Großmeister nicht nur die Bühne, sondern gleich auch die Herzen des Publikums.

Sony zeigt, wie man sich ein Spiel teilt

Die E3 2013 war für Microsoft ein konsequenzenreiches Ereignis. Bei der Vorstellung der Xbox One hat sich der Konzern in so gut wie jedem Punkt zu weit aus dem Fenster gelehnt und sich seine Fans vergrault. Unter anderem sollte das Teilen von Spielen oder der Handel mit gebrauchter Software stark eingeschränkt werden. Es war sogar von einer Nutzungsgebühr die Rede. Das kam nicht gut an, absolut nicht.

Bei Sony hat man sich dahingehend wohl ins Fäustchen gelacht. Denn kurzerhand tauchte ein Video auf, das eine "Schritt für Schritt"-Anleitung sein sollte, wie man seine PS4-Spiele unter Freunden teilt. Allein dies als "Anleitung" zu bezeichnen, war schon ein Seitenhieb. Denn im Video zu sehen sind die Sony-Manager Shuhei Yoshida und Adam Boyes. Yoshida übergibt Boyes ein Spiel, dieser antwortet darauf mit "Danke". Beide lächeln wissend in die Kamera. Schnitt. Ende.

(Quelle: YouTube, PlayStation)

Das war vermutlich der kürzeste und effektivste Burn, den sich jemals ein Publisher erlaubt hat.

Microsoft punktet mit Abwärtskompatibilität

Wir schreiben das Jahr 2015 und Microsoft hat nach seiner katastrophalen Vorstellung der Xbox One die Marktführung an Konkurrent Sony abgeben müssen. Der Schaden war angerichtet, wie kriegt man die Konsumenten wieder an Bord? Was könnte man bieten, was so viele wollen, was aber Sony eher stiefmütterlich behandelt? Das Zauberwort lautet: Abwärtskkompatibilität.

(Quelle: YouTube, Gamer's Little Playground)

Und so konnte Microsoft auf der E3 2015 endlich mal wieder so richtig punkten. Die Xbox One liegt bis heute in Sachen Exklusivspiele weit hinter der PS4 zurück. Aber die Abwärtskompatibilität hat der Konsole einen wichtigen Aspekt verliehen, den sie der Konkurrenz voraushat. Und das ist noch immer relevant. Es ist gar nicht mal so weit hergeholt wenn wir behaupten, dass diese Entscheidung die Existenz der Xbox One gerettet, zumindest aber aufgewertet hat.

Bethesda gewinnt alle Herzen, die E3 und die ganze Welt

Ebenfalls 2015 trat Bethesda auf den Plan und hat mal ganz nebenbei eine Reihe von Produktionen angekündigt, die mit der Konkurrenz gepflegt den Boden aufgewischt haben. Und dabei gab es nicht mal eine Fortsetzung zu Skyrim!

Zuerst fegte eine Präsentation von Doom die Menge hinweg, bevor das elegante Dishonored 2 - Das Vermächtnis der Maske die Aufmerksamkeit auf sich zog. Und um das noch abzurunden, streute Bethesda noch so nebenbei die Info aus, dass Fallout 4 bereits in wenigen Monaten erhältlich sein würde. Man bedenke: So große und wichtige Namen brauchen nach ihrer Ankündigung nicht selten Jahre bis sie auf dem Markt sind.

(Quelle: YouTube, Bethesda Softworks)

Fallout 4 kommt in ein paar Monaten? Die Überraschung war perfekt, die offenen Münder im Publikum entwickelten eine Sogwirkung wie eine Armee aus Kirbys. Die Überraschung ist definitiv gelungen und lässt darauf hoffen, dass auch dieses Jahr wieder - so ganz nebenbei - ein Brocken fallen gelassen wird, über den wir noch lange reden werden.

Kojima ist wieder da

Dass es zwischen "Metal Gear"-Erfinder Hideo Kojima und Konami ordentlich gekracht hat, dürfte mittlerweile hinlänglich bekannt sein. Daraus resultierend wurde auch das von vielen heiß ersehnte Projekt Silent Hills, eine Neuauflage der berühmten Horror-Reihe, aus der Existenz gelöscht. Das ist gleich doppelt tragisch, sollte das Spiel doch in Zusammenarbeit mit Schauspieler Norman Reedus und Regisseur Guillermo del Toro entstehen. Letzterer ist mittlerweile Oscar-Preisträger und zeigte sich nach dem großen Krach sichtlich enttäuscht und verkündete, dass er keine Lust mehr hätte, jemals wieder in der Spielebranche tätig zu sein. Da half auch die Freundschaft zu Hideo Kojima nichts.

Doch dann kam die E3 2016 und die Präsentation eines höchst interessanten und gleichzeitig verstörenden Spiels namens Death Stranding. Die bizarren Bilder des Videos künden von einem Stück Software, das man nur verstehen kann, wenn man seinen Geist loslässt und einfach mal zulässt, dass alles unglaublich merkwürdig und bizarr sein kann.

Death Stranding: Mit dieser Präsentation hat sich Hideo Kojima ein Denkmal gesetzt.

Viel wichtiger: Am Projekt beteiligt sind Guillermo del Toro, Norman Reedus, der bekannte Schauspieler Mads Mikkelsen und ... Hideo Kojima. Es war zwar von Anfang an nur eine Frage der Zeit, bis der beliebte Spieleentwickler wieder ins Rampenlicht treten würde. Mit dieser Ankündigung hat er das auf eine Weise getan, die so schnell niemand mehr vergessen wird. (Vor allem nicht Konami ...)

Tags: E3 2018  

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