Dark Souls - Remastered: Die Meinung eines Noobs

(Kolumne)

von Kevin Jonathan Mohr (16. Juni 2018)

Ein paar Stunden habe ich Dark Souls - Remastered jetzt "genossen". Was halte ich als kompletter "Dark Souls"-Noob von dem Spiel? Sagen wir es mal so: Ich mochte die Musik.

Dark Souls hier. Bloodborne da. Als Gamer bekommt man diese zwei Spiele immer wieder an den Kopf geworfen. Jedes Mal, wenn ich meinen Videospiel-Freunden erzähle, dass ich noch nie Dark Souls gespielt habe, reagieren alle gleich: Mir wird vorgeworfen, eines der besten Spiele aller Zeiten nicht gespielt und etwas im Leben verpasst zu haben. Solche Kommentare schreckten mich aber meist eher ab, es zu spielen. Ich hatte das Gefühl, es wäre viel zu "overhyped". Ein Spiel, in dem ich alle zehn Minuten sterbe? Nein, danke.

Dark Souls- Remastered soll im Sommer auch für die Nintendo Switch erscheinen:

Als mein Kollege Matthias mir aus heiterem Himmel das Spiel in die Hand drückte und mich beauftragte, es zu versuchen, war ich skeptisch. Jedoch setze ich mich auf mein Sofa und begann zu spielen. Ich war anfangs überrascht, die kleine Filmsequenz als Intro war interresant und schön anzusehen. Mein Leiden begann allerdings sobald das Filmchen zu Ende war:

Schöne Monster?

Der erste Boss wird keinen Schönheitswettbewerb gewinnen.Der erste Boss wird keinen Schönheitswettbewerb gewinnen.

Wie gesagt: Ich habe das Spiel noch nicht lange gespielt. Na ja. Gespielt habe ich schon etwas länger, ich bin allerdings nicht sehr weit vorangekommen, aber dazu komme ich später. Ich war immer im Glauben, dass Dark Souls ein wunderschönes Spiel sei, mit wundervoller Grafik und atemberaubenden Kulissen. Da kam schon die erste Enttäuschung.

Und ja, ich weiß das Spiel ist schon etwas älter. Meiner Meinung nach sieht das User Interface (die Benutzeroberfläche) veraltet aus und wirklich nicht schön. Die Monster wirken unscharf und die Gesichter der Charaktere sehen aus wie aus einem alten "PlayStation 3"-Spiel. Logisch! Es ist ja auch ein Spiel der alten Generation. Ich hab Dark Souls 3 oder Bloodborne zwar noch nie gespielt, ich schätze aber, sie sind um einiges schöner, schärfer und schicker. Dark Souls wurde jedoch auf so ein hohes Podest gestellt, dass mir jede negative Kleinigkeit auffält. Deswegen hoffe ich, diese angeblich schönen Landschaften, die mir angepriesen wurden, noch zu Gesicht zu bekommen.

Zu langsam ausgewichen

Ein falscher Schritt und alles geht zu Ende.Ein falscher Schritt und alles geht zu Ende.

Da stehe ich nun in dieser grauen Welt und laufe los. Schon wieder werde ich enttäuscht. Mein Charakter bewegt sich klobig und ungenau. Das Rennen wird dann noch schlimmer. Die Sprint-Aninamtion braucht viel zu lange, um überhaupt zu beginnen. Da warte ich erstmal eine Sekunde bis ich renne. Bei den Kämpfen wird die schlechte Steuerung aber erst richtig deutlich. Schon wieder sind die Animationen viel zu langsam, mein Charakter schafft es nicht einmal, einem Schlag auszuweichen, obwohl ich rechtzeitig auf die Tasten drücke. Sicherlich könnte ich das alles auf die Schwierigkeit des Spieles schieben, so ist es aber nun mal nicht. Meiner Meinung nach spielt sich Dark Souls einfach nicht angenehm.

Wohin nun?

Der scheinbar harmlose Drache.Der scheinbar harmlose Drache.

Endlich geschafft! Der erste Boss ist besiegt und auf geht's zum nächsten Areal. Aber wohin geht es? Man hat dutzende verschiedene Wege zur Auswahl. Meine Realität sieht leider ganz anders aus. Denn mit meinem niedrigen Level ist es mir nicht möglich, jeden Weg zu bestreiten. Wohin ich gehen soll? Keine Ahnung. Ich habe mich anscheinend jedesmal für den falschen Pfad entschieden. Ich wurde von einem Drachen niedergeschlagen, von komischen Geistern niedergestochen und von Skeletten niedergemetzelt. In den Tod gefallen und ertrunken bin ich auch.

O.K., gut, mit dem Tod hab ich mich abgefunden und ein paar gute Waffen konnte ich auch finden. Mein Charakter kann die Waffen nicht effizient benutzen? Warum den nicht? Keine Ahnung. Es wird mir nichts erklärt. Ich höre meinen Kollegen Marvin jetzt schon sagen: "Das ist der Reiz des Spiels." Vielleicht bin ich neumodisch und brauche einfach Unterstützung und Erklärung. Allerdings sehe ich keinen Reiz darin, nicht zu wissen, was ich machen soll oder wie ich etwas benutze.

Der Tod mein guter Freund

Wie ihr im Absatz davor schon lesen konntet, bin ich sehr oft gestorben und wie davor schon erwähnt, bin ich nicht sehr weit gekommen. Das alles hat einen Grund. Das Spiel ist viel zu schwer für mich. Und ja, ich weiß, es soll nicht leicht sein. Es frustriert mich allerdings, wenn ich nach 40 Minuten spielen kein Stück vorankomme. Ich habe wirklich versucht, das Spiel zu mögen. Aber nach knapp einer Stunde "Spaß" schmiss ich meinen Controller fast gegen die Wand. Nach zwei Tagen hatte ich einfach keine Motivation mehr zu spielen. Man hört allerdings immer wieder das gleiche von Fans: "Den Boss dann endlich zu besiegen, ist das beste Gefühl, das es gibt." Diesem stimme ich zu! Das Gefühl, ein Monster endlich besiegt zu haben, ist wundervoll. Bis ich an der nächsten Ecke wieder sterbe. Versteht mich nicht falsch: Ich mag die Herausforderung. Ich will sie sogar. Allerdings bei Bossen. Ich will sie am Ende eines Areals. Wenn normale Gegner mich mit einem Schlag umbringen, bin ich frustriert. Ein weiteres Problem, das die Schwierigkeit mit sich bringt, sind die langen Kämpfe. Meist verbringe ich mehrere Minuten mit ein paar untoten Soldaten, um nicht zu sterben. Ich spüre keinen Fortschritt. Das Spiel geht viel zu langsam voran. Ich mag Spiele, in denen Kämpfe schnell und aktiv sind. Ich kann es nicht leiden, wenn ich die ganze Zeit wegrennen und mich verteidigen muss. Bei Dark Souls ist das aber Pflicht, weil ich sonst relativ schnell sterben würde.

Mein Fazit

Obwohl ich mich die ganze Zeit nur beschwert habe, verstehe ich, dass Dark Souls - Remastered kein schlechtes Spiel ist. Die zahlreichen Spielkritiken, die das Spiel so loben, haben natürlich nicht unrecht. Trotzdem hat mich das Spiel nicht begeistert. Es hat mir keinen Ansporn gegeben, es weiter zu spielen. Die schweren Gegner haben mich nur wütend gemacht, die verschiedenen Wege haben mich nur verwirrt und die Unwissenheit nur frustriert. Ist mir bewusst, warum das Spiel so beliebt ist? Aber sicher doch!

Ich verstehe, warum Fans so begeistert sind. Dark Souls ist nicht das generische Spiel, in dem der Spieler ein allmächtiger Charakter ist. Es bietet eine Herausforderung! Die Meisterung dieser erfüllt einen mit Freude. Trotz allem, so finde ich, war das Spiel einfach nicht anfängerfreundlich und für meine Verhältnisse ab einem bestimmten Punkt unspielbar.

Im Endeffekt war es aber nicht das Spiel, das mich enttäuscht hat, sondern die Fan-Gemeinde. Dark Souls - Remastered wurde so hoch gepriesen und auf so ein hohes Podest gestellt, dass es meinen Erwartungen einfach nicht gerecht wurde. Vielleicht wird mir das neue Spiel von From Software, nämlich Sekiro - Shadows Die Twice mehr gefallen, und vielleicht hilft mir meine kleine "Dark Souls"-Erfahrung sogar das Spiel zu meistern.

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