Vorschau Days Gone: Hier wirkt der Überlebenskampf echt bedrohlich

von Micky Auer (15. Juni 2018)

Die Zombie-Schlacht Days Gone sorgt seit ihrer Ankündigung für großes Interesse. Besagte Vorstellung liegt aber schon zwei Jahre in der Vergangenheit. Auf der diesjährigen E3 gab es dann glücklicherweise spielbare Szenen zu bestaunen.

Zombies kommen so schnell nicht aus der Mode. Das hofft sicher auch Sony, denn sonst würde die für 2019 vorgesehene Veröffentlichung von Days Gone außerhalb des Trends liegen. Das wäre für eine so teure, exklusive PS4-Produktion, die seit zwei Jahren so richtig Lust auf sich selbst macht, überaus fatal.

Anfang 2019 soll es losgehen. Das verspricht zumindest der jüngste Trailer:

Zwischenzeitlich wurden auch schon Stimmen laut, die vermuteten, dass irgendwas im Entwicklungsprozess nicht rund läuft. Glücklicherweise haben wir auf der E3 2018 davon nichts feststellen können. Wir durften Days Gone spielen, das sind unsere Eindrücke.

Erstmal Standard, der aber mit gelungener Präsentation

Days Gone vereint Action, Adventure, Horror und eine kleine Portion Survival unter seinem Namen. Die Welt wird von einer Pandemie heimgesucht, die Toten machen Jagd auf die Lebenden, die versuche zu überleben: Soweit - so generisch. Spiele in der Zombie-Apokalypse haben meist den gleichen Hintergrund. Days Gone muss sich also anstrengen, um aus der Masse hervorzustechen. Genau genommen sind es aber keine Zombies, sondern sogenannte Freakers - Menschen, die durch die Pandemie zu willenlosen Monstern transformiert wurden, die Menschen angreifen und töten. - Also: Zombies.

Deacon St. John, der Held des SpielsDeacon St. John, der Held des Spiels

Der Biker Deacon St. John überlebt die Zombie-Hölle bereits seit zwei Jahren. Er ist die Hauptfigur in dem Gemetzel. So auch in der Demo, die wir spielen konnten. Die Mission darin lautet: Finde eine alte Garage, um von dort Bauteile für Deacons Motorrad zu bergen.

Bereits auf dem Weg dahin stoßen wir auf eine kleine Gruppe von Zombies, die aufgrund ihrer geduckten Körperhaltung und der Fortbewegung auf allen Vieren auf den ersten Blick arg an Gollum aus Der Herr der Ringe erinnern.

Ein Moment der Spannung entsteht, aber es kommt nicht zur Konfrontation: die Freakers ziehen sich vorerst auf das Dach eines Gebäudes zurück, beobachten Deacon aber von dort aus haargenau. Wie es scheint, haben sie tatsächlich Angst. Erst später, nachdem Deacon leichte Verletzungen davongetragen hat, trauen sie sich, aus dem Hinterhalt heraus anzugreifen.

Nicht nur die infizierten Freakers sind eine Bedrohung. Auch zumindest körperlich gesunde Menschen stellen eine Gefahr dar.Nicht nur die infizierten Freakers sind eine Bedrohung. Auch zumindest körperlich gesunde Menschen stellen eine Gefahr dar.

Abgesehen von dieser unheimlichen Begebenheit, folgt die Mission einem soliden Standard-Aufbau. Wir schleichen durch ein verfallenes Hinterwäldler-Kaff, erledigen ein paar Freakers mit der Schrotflinte (dabei fällt auf, wie furchterregend die Biester aussehen) oder mit Nahkampfwaffen. Die Munition steht nämlich nicht unbegrenzt zur Verfügung und will mit Bedacht eingesetzt werden.

Wir looten Pflanzen und Rohstoffe und bahnen uns den Weg über ein Dach in die versperrte Garage. Dort finden wir zwar die benötigten Ersatzteile, jedoch kommen wir so schnell nicht zur Ruhe. Denn in dem Moment erreicht uns ein Hilferuf von einem Kumpel (einer mit besonders coolen Tattoos auf der Glatze). Er wird gerade von "Rippers" überfallen. Das sind keine Zombies, sondern Menschen, die schwer einen an der Klatsche haben wie wir aus ihrem verrückten Gefasel und aus den Schriftzügen schließen, die sie sich in die Haut geritzt haben.

Tatsächlich huldigen die Rippers sowohl die Freakers als auch den Ausbruch der Pandemie. Sie glauben, dass es eine Gande sei, infiziert zu werden. Eine Gnade, nach der jeder streben sollte. Sie glauben auch, dass die Zivilisation und alles, was von ihr noch übrig ist, reine Blaphemie darstellt. Daher sehen sie es als ihre Aufgabe, andere Menschen zu foltern und zu töten.

Zwar eilen wir unserem Kumpel sofort zu Hilfe, als wir ankommen, sehen wir aber, wie der Kult seinen Arm bereits mit einem Bunsenbrenner bearbeitet. Allerspätestens ab diesem Zeitpunkt wird klar: Days Gone macht keine halben Sachen. Allein diese Szene ist schon ziemlich harte Kost.

Glücklicherweise befinden sich noch ein paar Ladungen Schrot in unserem Inventar. Hinzu kommt auch, dass wir das Überaschungsmoment nutzen können. So gelingt es uns, unseren Freund relativ einfach aus seiner misslichen Lage zu befreien. Gemeinsam fahren wir auf dem Bike direkt in eine Cutscene, die Demo endet an dieser Stelle.

Versagen mit hohem Unterhaltungswert

Days Gone gehört zu den Spielen, denen man den Produktionsaufwand auf den ersten Blick ansieht. Alles ist wunderschön inszeniert, der dichte Wald und das verlassene Dorf, das wir erkundet haben, sind voller Details. Im Hintergrund steigt einen imposante Rauchsäule in den Himmel und das Beleuchtungsmodell verbreitet eine geradezu idyllische Herbstimmung. Der Natur ist es nämlich weitestgehend egal, dass die Menschheit vom Zombies ausgelöscht wird, sie hat auch weiterhin Schönheit zu bieten.

Lasst euch durch solchen stimmungsvollen Eindrücke nicht täuschen. Die Welt geht immer noch unter.Lasst euch durch solchen stimmungsvollen Eindrücke nicht täuschen. Die Welt geht immer noch unter.

Aus spielerischer Hinsicht haben wir allerdings mit der ersten Mission eher Standardware erlebt. Zwar sehr gut präsentierte und technisch einwandfreie, jedoch immer noch Standardware. Wesentlich interessanter gestaltet sich der zweit Abschnitt, den wir spielen konnten. Darin sollen wir den Bewohnern einer kleinen Siedlung einen Gefallen erweisen, indem wir eine ehemalige Baustelle von einem Freakers-Nest befreien.

Das geht beim ersten Versuch gleich grandios in die Hose. Wir geben versehentlich einen Schuss ab und die ganze Zombie-Horde rollte wie eine Welle über uns hinweg. Absolut keine Chance! Dieser Abschnitt erfordert eindeutig Planung, Vorbereitung und Taktik.

In unserem Video-Fazit erklären wir euch, was uns an der Demo sonst noch so aufgefallen ist:

Nächster Versuch: Wir locken die Freakers mithilfe einer Ablenkungs-Granate zu einem Haufen gefällter Bäume mitsamt bequem platzierter roter Tonne (klarer Fall: sie muss einfach explodieren, wenn man auf sie schießt). Doch bevor wir uns für unseren genialen Plan auf die Schulter klopfen können, rafft uns die Zombie-Flut auch schon wieder dahin. War explodiert das Fass wie geplant und reißt das wandelnde Gammelfleisch in Stücke, die rollenden Baumstämme nehmen auch noch einen guten Teil mit, jedoch überlebt die Hälft der Bande. Rest: siehe oben.

Dritter Versuch: Wir kundschaften die Gegend aus und suchen nach weiteren taktischen Möglichkeiten. Dabei legen wir Annäherungsminen an strategisch wichtigen Punkten aus und überlegen uns, wie wir die Überlebenden der Tonnen-/Baumstamm-Falle noch in die Nähe der herumstehenden Tanklaster locken könnten. Dank Zeitlupenfunktion ließen sich die auch noch gezielt beschießen und zu riesigen Sprengfallen umfunktionieren, während wir fast gleichzeitig den taktischen Rückzug antreten würden.

Manche Freakers (wie der Kollege links im Bild) lösen sich von der Horde, um Deacon zu flankieren.Manche Freakers (wie der Kollege links im Bild) lösen sich von der Horde, um Deacon zu flankieren.

Auch einen möglichen Fluchtweg planen wir schon voraus. Siegessicher greifen wir zum besonders dicken Maschinengewehr mit extragroßem Magazin ... und beißen schon wieder ins Gras. Dennoch hatten wir bei unserem erneuten Versagen immer noch erstaunlich viel Spaß!

Die Massen an Zombies wirken richtig beeindruckend und erinnern beklemmend an Szenen aus dem Film World War Z. Auch scheinen nicht alle Zombies dumme, instinktgesteuerte Kreaturen zu sein. Manche nehmen gezielt Abkürzungen oder versuchen uns zu flankieren. Die Mischung aus kluger Vorbereitung, möglichst taktischem Vorgehen und purer Panik ist tatsächlich sehr intensiv! Im fertigen Spiel müsst ihr die Horde übrigens nur in dieser einen Mission zwingend vernichten. Ansonsten könnt ihr sie auch vermeiden oder zu eurem Vorteil nutzen und auf Gegner hetzen.

Tags: Horror   Singleplayer   E3 2018  

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