Sonys Crossplay-Antwort: Eine Enttäuschung für jeden PlayStation-Spieler

(Kolumne)

von Chiara Bruno (15. Juni 2018)

Es ist wie eine nicht enden wollende Zeitschleife, die sich Jahr für Jahr wiederholt: Sony und das Thema Crossplay. 2016 tobten Overwatch-Fans und letztes Jahr Minecraft-Spieler. Und in diesem Jahr? Da verärgert Sony seine eigenen Spieler des zurzeit erfolgreichsten Mehrspieler-Shooters Fortnite. Es dauerte nicht lange, bis das Unternehmen sich öffentlich dazu äußerte - mit einer Antwort, die wohl jeden PlayStation-Fan schlicht enttäuschte.

Im Rahmen der E3 bestätigte Nintendo, dass Fortnite für die Switch erscheinen wird. Als es dann wenige Stunden später im Nintendo eShop verfügbar war, konnten viele Fans ihren Augen nicht trauen. "Login gescheitert". Zwei Worte, die man in dieser Kombination ungern sehen möchte, wenn man sich auf eine Runde Fortnite freut. Der Grund dafür lässt sich leicht erklären. Um es in Epic Games Worten auszudrücken: Die Spieler haben zuvor auf einer Plattform gespielt, "die nicht mit der Nintendo Switch kompatibel ist". Gemeint ist damit Sonys PlayStation 4.

Wir zeigen euch, wo ihr alle Spielfelder in Fortnite finden könnt.

Sony wehrt sich damit nicht nur gegen Crossplay mit Nintendo, sondern verlangt von seinen Spielern, einzig und allein ihrer Konsole treu zu bleiben. Fortnite-Spieler, die aber gern mehrgleisig fahren würden, bleibt nur noch die Möglichkeit, den Link zur PlayStation 4 zu entfernen - und ihren gesamten Fortschritt zu verlieren. Die etwas dürftige Erklärung einer Sprecherin von Sony:

"Mit über 80 Millionen monatlich aktiven Spielern im PlayStation Network, haben wir uns eine große Community von Gamern aufgebaut, die neben Fortnite auch alle anderen Online-Spiele zusammen genießen können. Darüber hinaus bieten wir einen Crossplay-Support mit PC-, Android-, iOS- und Mac-Spielern an, um mit noch mehr Gamern zu spielen. Mehr haben wir an dieser Stelle nicht zu sagen." Übersetzt heißt das: "Wir haben so viele Spieler, die uns treu sind, dass es uns gleichgültig sein kann, was ein kleiner Teil von uns hält. Mehr haben wir an dieser Stelle nicht zu sagen."

Ihren Slogan "This is for the Players", also "Dies ist für die Spieler", scheinen sie wohl vergessen zu haben.

Der Großteil der Fans war enttäuscht von so einer knappen Aussage. "Mag meine PS4. Momentan besitze ich allerdings keine Mitgliedschaft, das wird sich auch so schnell nicht mehr ändern. Das Sony seine Marktstellung so unverschämt ausnutzt, ist nicht zu verstehen. Natürlich, Wirtschaftlichkeit und so weiter ... Allerdings sollte man sich dem Wandel anpassen."

"Ich spiele kein Fortnite, allerdings geht es ums Prinzip." Heißt es in einem Kommentar auf unserer Facebook-Seite. Andere behaupten sogar, sich künftig für Sonys Konkurrenten Microsoft zu entscheiden. Binnen kurzer Zeit schlug das Thema solche Wellen, dass sogar Magazine es aufgriffen, die sich im Kern nicht mit Gaming beschäftigen. Die britische Rundfunkanstalt BBC legt Sony sogar nahe, aufzupassen, wie sie mit der Situation umgehen.

Das wäre aus finanzieller Sicht auch ratsam, denn der Aktienkurs des japanischen Unternehmens sank laut CNBC bereits um zwei Prozent. Sony ist sich seinem Einfluss und seiner Marktstellung bewusst. Auch Epic Games ist sich darüber im Klaren und äußerte sich bis heute nicht zur Debatte.

"Ark Survival"-Fans wurden vor Sony's Haltung zum Thema Crossplay nicht verschont

Es scheint, als würde Sony regelrecht eine Mauer um sich herum bauen, um sich vom Rest der Welt abzuschotten. Dass sie dabei sich und ihren Spielern keinen Gefallen tun, sollten sie bereits wissen.

Meinung von Chiara Bruno

Tatsächlich bin ich als langjähriger Fan von Sony ebenfalls enttäuscht. Wer mit dem Slogan "This is for the Players" wirbt, sollte sich im Kern auch daran halten, im Interesse der Spieler zu handeln. Mir ist bewusst, dass Sony in dieser Hinsicht einfach nur wirtschaftlich handelt. Durch den sinkenden Aktienkurs sollte dem Unternehmen allerdings bewusst werden, dass solch radikale Maßnahmen sich zwangsweise irgendwann negativ auf die Fan-Gemeinde und den Profit auswirken. Wenn nicht tatsächlich jeder meiner Freunde eine PS4 besitzen würde, würde spätestens nach dieser eher dürftigen Aussage Sonys eine Xbox in meinem Wohnzimmer stehen. Den Hass der Spieler spürte im letzten Jahr EA, wer weiß, wer in diesem Jahr an der Reihe ist.

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Tags: Multiplayer  

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