Wer braucht schon fertige Spiele? Wie wir Demos zu Tode gezockt haben

(Special)

von René Wiesenthal (19. Juni 2018)

Die gute alte Demo: Ein erster vorsichtiger Blick in eine große Welt voller Spaß. Ein Appetizer, der uns heiß auf's fertige Spiel macht. In manchen Fällen aber auch schon für sich betrachtet ein absoluter Dauerbrenner. Unsere Redakteure plaudern nostalgisch von Zeiten, in denen sie Demos über Wochen gefesselt haben.

Vielleicht ging es euch ja auch schon einmal so: Ihr ladet euch die Demo zu einem Spiel herunter oder legt sie ganz klassisch in den Schacht eurer Konsole. Eigentlich möchtet ihr nur einen kurzen Blick in das Spiel werfen, um herauszufinden, ob es euch gefallen könnte. Schnitt – vier Wochen später – ihr freut euch noch immer jeden Tag aufs Neue die Anspielprobe anzuschmeißen und kommt einfach nicht davon weg.

Unsere Redakteure haben tief in ihren Erinnerungen gegraben, um unter den vielen gespielten Demos diese eine herauszufiltern, in der sie einfach ewig hängengeblieben sind. Neben euch sicher bekannten Klassikern finden sich darunter auch Kuriositäten. Aber lest selbst:

René, spieletipps-Redakteur: Auf die Piste - immer und immer wieder

Es gab in meiner "Videospielkarriere" eine Vielzahl an Demos, die ich bis zum Erbrechen und darüber hinaus gezockt habe, ohne, dass sie mir langweilig wurden. Dem "OPM", dem "Offiziellen PlayStation Magazin", lagen etwa immer die kultigen schwarzbedruckten Discs bei, die frische Anspielhäppchen für PlayStation-Spiele beinhalteten und mit jeder neuen Ausgabe für große Aufregung in meinem Freundeskreis sorgten.

Ob es Fighting Force war oder nur eine Technikdemonstration, die einen laufenden T-Rex vor schwarzem Hintergrund zeigte – wir verbrachten sehr viel Zeit mit dem Werbematerial. Eine Demo, die mir besonders gut in Erinnerung geblieben ist, ist die von SSX.

(Ja, sowas hat uns damals in den Bann gezogen. Quelle: YouTube, tunainoil)

Wer es nicht mehr so genau weiß: Das Extremsportspiel, in dem ihr auf dem Snowboard den Hang herunterbrettert, gehörte zu den Starttiteln der ersten, zu Beginn noch sehr klobigen PlayStation 2. Der Konsole, die wir für schlappe 900 Mark gekauft hatten, lag nicht etwa ein vollwertiges Spiel bei, sondern ausschließlich eine DVD voller kleiner Spiele-Demos. So nüchtern formuliere ich das heute. Damals hieß es: Geil, Spiele-Demos!

SSX hat meinen Bruder und mich direkt umgehauen. Es gab nur ein Rennen, nur eine Strecke, wir wurden direkt in die Action geworfen. Und die hatte es in sich! Ich erinnere mich noch, wie beeindruckt ich davon war, dass mein virtuelles Brett für meine damals noch nicht gar so verwöhnten Augen realistisch erscheinende Spuren im Schnee hinterließ. Und wie ich den Widerstand von tiefem Schnee förmlich in den eigenen Beinen zu spüren glaubte, wenn ich versehentlich von der Piste abkam. Das Schleifgeräusch vom Snowboard, das auch mal über vereiste Streckenabschnitte oder steinigen Untergrund gequält wurde, werde ich niemals vergessen.

Die PlayStation 2 hievte die Grafik-Power von Konsolenspielen in ungeahnte Sphären. Es brauchte also nicht mehr als diesen kleinen Spieleschnipsel, um uns zu überzeugen, dass die 900 Mark richtig investiert waren. Viele Wochen später, die Demo bis dahin immer noch in Dauerrotation, kauften wir auch die Vollversion von SSX. Sie war alles was wir uns wünschten – ein Traum in Weiß.

Daniel, "GIGA Games"-Redakteur: Traumhafte Nächte mit der Magisterarbeit

Wir schreiben das Jahr 2012. Mein Kopf ist voller Texte. Texte über einen dänischen Schriftsteller. Denn ich bin mitten in der Phase, meine Magisterarbeit zu schreiben. Als Student hatte ich nicht gerade viel Geld in der Tasche, deshalb konnte ich mir Nights Into Dreams schlichtweg nicht leisten. Als es in Form einer Demo im "Xbox 360"-Store aufgetaucht ist, erinnerte ich mich an viele gute Bewertungen und die eine oder andere Stimme, die "Kult-Spiel" flüsterte.

Meine erste Berührung mit dem Spiel in der HD-Fassung, war mit dieser Demo. Immer wenn ich eine Pause gemacht habe, zockte ich die Demo durch. Sie hat mich während dieser Zeit begleitet. Da die freien Minuten während meiner Magister-Verschriftlichung rar gesät waren, nahmen sie eine besondere Stellung ein. So dann irgendwann auch das Spiel. Als ich es mir endlich leisten konnte, war irgendwie die Luft raus. Schade. Aber es steht neben gefühlt 25.000 anderen Spielen auf der Liste "Werde ich definitiv nochmal durchspielen". Irgendwann kommt der Tag.

Weiter geht es mit einer Schattengestalt in unseren Redaktionsräumen und einem Chef-Redakteur, der ganz ehrlich ganz furchtbar krank war und dadurch zufällig viel Zeit zum Zocken bekam.

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Tags: Retro   Fun  

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