Doom Eternal: Das wünschen wir uns von der Fortsetzung

(Kolumne)

von René Wiesenthal (25. Juni 2018)

Ich will verdammt sein! Will ich wirklich, denn ich freue mich auf Doom Eternal. Ich hoffe, ich bin noch rechtzeitig da, um den Entwicklern meinen Wunschzettel zukommen zu lassen. Ein bisschen was sollten sie anders machen als im ersten Teil.

Ich hatte nicht geglaubt, dass das nochmal passieren würde, aber vor sehr kurzer Zeit bin ich tatsächlich ein klitzekleines Bisschen zum Fan des Doom-Reboot von 2016 geworden. Ein Dankeschön an Saturn für die Rabatt-Aktionen an dieser Stelle. Passenderweise passierte das ganz kurz vor der E3, so dass ich mich herzlich über die Ankündigung von Doom Eternal freuen konnte.

So sieht der Trailer aus, über den ich mich gefreut habe:

Juchei, doppelt so viele Dämonen soll es geben. Ein gelungener Scherz angesichts vieler tatsächlich sinnloser Versprechen mancher Redner auf den Pressekonferenzen. Aber ein bisschen "mehr" als im Vorgänger wünsche ich mir schon wirklich als frisch im Höllenfeuer gebackener Dämonenschlächter. Denn realistisch betrachtet könnte Doom Eternal tatsächlich "nur" mehr vom Gleichen sein - mit neuem Schauplatz. Hier also meine Wunschliste:

Mehr Motivation als nur das Schnetzeln

Bevor ihr euch aufregt: ich möchte um Teufels Willen nicht, dass Doom eine komplexe Geschichte mit vielschichtigen Figuren erzählt. Klar reicht es, den Spieler wissen zu lassen, dass Dämonen böse sind und ihm ans Leder wollen und ihm dann eine fette Knarre in die Hand zu drücken, auf dass er die notwendigen Schlüsse von selbst ziehe. Aber ein biiiiiiiisschen mehr Erzählung darf es schon sein.

Und ich meine wirklich Erzählung, nicht Geschichte. Ich fänd es einfach nett, wenn das Gemetzel einen erzählerischen Rahmen bekommt, der mich noch über das befriedigende Gefühl der Dämonenvernichtung hinaus motiviert. Dabei könnte es schon Wunder wirken, wenn in ruhigen Momenten zugelassen wird, dass so etwas wie Spannung vor dem nächsten Kampf aufkommt. Oder aber, dass Figuren, mit denen ich interagiere und menschliche Widersacher nicht so super platte und langweilige Monologe daherquasseln. Kommt schon, id Software, da geht was!

Noch mehr wirklicher Horror

Viele Fans von Doom 3 waren enttäuscht davon, dass das Reboot kein Horrorspiel mehr ist. Mir war das herzlich egal, da ich mich ohnehin nie an Doom 3 herantrauen würde (Wie könnte ich im Spiel vorankommen, wenn ich mit mindestens einer Hand meine Kuscheldecke ans Gesicht drücken müsste?). Aber in einigen Passagen zeigt auch das 2016er-Doom, dass es verängstigen und bedrücken kann. In einem für mich erträglichem Maße würde ich mir wünschen, dass die Schraube hier ein wenig angezogen wird.

Ein bisschen was vom Horror aus Dead Space könnte mir gefallen.Ein bisschen was vom Horror aus Dead Space könnte mir gefallen.

Die Angst, die in den Kämpfen teils aufkommt, könnte man auch schon als Horror bezeichnen, als Terror-Horror, wenn ich diesen Begriff einmal verwenden darf. Mehr gelungener Grusel und Spannung durch gekonnte Inszenierung würden dem Spiel aber gut zu Gesicht stehen, denke ich. Zudem könnten id dadurch eventuell den perfekten Kompromiss zwischen Arena-Shooter und Horror-Shooter finden und alle Fans gemeinsam in der Hölle vereinen!

Belohnt mich für meine Errungenschaften!

Ich gebe es zu: Doom fiel mir anfangs richtig schwer. Ich musste mich sehr lange darauf einstellen, dass es nicht funktioniert wie der Großteil der Shooter, die ich in den letzten Jahren gespielt habe. Es ist äußerst arcadelastig, voller kleiner und großer Arenen, verlangt ein enormes Maß an Geschwindigkeit und erzwingt eine ganz eigene taktische Spielweise. Dadurch bin ich besonders zu Beginn öfter mal auf die eine oder andere Art von meinen Gegnern zerkleinert worden.

Stolz wie Bolle war ich dementsprechend über meine vielen kleinen und großen Erfolge und Verbeserungen meiner Skills. Aber Stolz ist ja immer so ein bisschen eklig und auch nur eine recht kurzlebige Belohnung, wenn der schwerere Brocken gleich hinter der nächsten Ecke lauert. Weswegen ich mir gewünscht hätte, dass die virtuellen Gewinne etwas üppiger gewesen wären. Zum Beispiel habe ich mir die Prätoren-Punkte anfangs recht lange aufgespart, weil mich keine der Verbesserungen so richtig überzeugt hat. Einige von ihnen sind ganz nett, aber einen fundamentalen Unterschied im Spielgefühl bewirken sie nicht.

Auch die Figurenmodelle sind schöne Goodies. Aber was für die Spielmechanik wäre cool.Auch die Figurenmodelle sind schöne Goodies. Aber was für die Spielmechanik wäre cool.

Also bitte, id Software: Ich möchte coolere Upgrades für die Rüstung haben! Für Waffen gibt es die teilweise, hier möchte ich eher, dass die letzten Ausbaustufen nicht erst mit Bestehen umständlicher Herausforderungen freigeschaltet werden. Wie wäre es stattdessen mit einem Erfahrungspunktesystem für meine Wummen?

Eine Prise Deckungs-Shooter

Wie gesagt, Doom ist anders, weil kompromisslos klassisch. Das ist es, was id Software liefern wollte und das funktioniert auch ganz prima. Nun kommt das "aber", das ihr sicher schon erwartet: Wieso bekomme ich beispielsweise ein Zielfernrohr, wenn ich damit nicht wirklich unbemerkt aus der Ferne Gegner ausschalten kann, sondern es nur kurz im Kampf in der Bewegung zuschalte, um Kopftreffer zu landen? Das lädt doch dazu ein, wenigstens ein bisschen andere Ansätze zuzulassen und an bestimmten Punkten durch das Hechten von Deckung zu Deckung und geschickte Präzisionstreffer das Gegnerfeld auszudünnen.

In Doom ist der frontale Weg immer der richtige. Und einzige.In Doom ist der frontale Weg immer der richtige. Und einzige.

Oder nehmen wir die Besessenen. Eine Gegnerklasse, die in großen Kämpfen als Spender für Energie und Munition herhält, allein in Korridoren der Raumstation auftretend aber irgendwie komplett überflüssig ist. Die sind langsam und schwach und können sogar mit der Pistole kurzerhand ausgeknipst werden. Wenn stattdessen Gegner zwischen den Arena-Kämpfen auftauchen würden, die euch ebenfalls aus der Deckung unter Beschuss nehmen, wäre das die perfekte Abwechslung neben den Massenschlachten.

Zum Ende zieht sich’s

Eine kürzere Kampagne oder ein abwechslungsreicheres Ende würden dem nächsten Doom meiner Meinung nach guttun. Denn im letzten Drittel besteht das Spiel mehr als ohnehin schon aus Arenen, die ihr nacheinander betretet und die mit immer mehr Gegnern vollgestopft sind, die in immer mehr Gegnerwellen auf euch einstürzen. Klar, den Abspann muss man sich verdienen, aber id Software hat den Punkt verpasst, bis zu dem dieses Konzept noch motivierend ist und den Schluss-Part somit etwas zäh werden lassen. Mehr spielerische Abwechslung (siehe den Punkt davor) oder weniger Größenwahn können hier einfache Abhilfe schaffen.

Gen Ende wurde es einfach etwas zu viel von allem.Gen Ende wurde es einfach etwas zu viel von allem.

Lokaler Multiplayer, immer

Dazu muss ich wohl kaum etwas sagen. Leider ist es nicht mehr so, aber ein lokaler Multiplayer-Modus gehört meiner Meinung nach in eigentlich fast jedes Spiel, dessen Mechanik das nicht grundlegend ausschließt. Für Doom könnte ich mir zum Beispiel auch sehr gut einen Couch-Koop-Modus für die Kampagne vorstellen. Mal ganz ehrlich: Wie geil wäre das denn? Ich sag’s euch: Turbogeil. Also her damit!

So, nun da meine Wunschliste verschriftlicht ist, seid ihr wieder am Zug: Sagt mir was ihr von meinen Vorschlägen haltet und ob ihr euch diese oder sogar noch ganz andere Dinge ebenfalls fürs nächste Doom wünscht. Wir freuen uns auf eure Kommentare!

Tags: Horror   Singleplayer   Koop-Modus  

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