Der Stand der Dinge: Wer hat die Nase bei Exklusivspielen vorn?

(Special)

von Micky Auer (26. Juni 2018)

Wenn es um die Verwendung des Wortes "exklusiv" geht, sind die großen Konsolenhersteller immer gerne an vorderster Front mit dabei. Wir ziehen zum Halbjahr 2018 ein Resümee.

"Exklusiv für ...", "Zeitexklusiv für Vorbesteller!", "Vorerst exklusiv für ...", "Drei Tage vorab exklusiv bei ..." und so weiter.

Es gibt ein paar Worte, die gerne von Firmen innerhalb und außerhalb der Videospielbranche verwendet werden, von denen die Verantwortlichen glauben, sie würden für noch mehr Umsatz sorgen. Vermutlich tun sie das sogar, aber wer den Blick dafür geschärft hat, durchschaut das schreiende Geflecht aus bunten Worten. Drei der beliebtesten Schlagworte sind "episch", "ikonisch" und "exklusiv".

Speziell "exklusiv" scheint seit Jahren ein Zauberwort zu sein, das potenzielle Kunden in Scharen anlockt und sogar dazu verleitet, sich für eine bestimmte Konsole zu entscheiden. Denn nur dort gibt es exklusiv dieses oder jenes Spiel. Und das ist durchaus ein legitimes Versprechen, ebenso wie es ein legitimes Entscheidungskriterium ist.

Doch selbst wenn Sony, Microsoft und Nintendo vor lauter Exklusivität schon gar nicht mehr wissen, wo ihnen der Kopf steht, lasst uns mal schauen, was das erste Halbjahr 2018 nun wirklich an exklusiven Spielen hervorgebracht hat, und was vor allem nach der E3 noch auf euch zukommt.

Zur Klarstellung: Wir betrachten im Folgenden nur wirklich signifikante Produktionen, die eine gewisse Zugkraft für eine Konsole oder eine Marke haben. Speziell für Nintendo Switch soll eine Unzahl von Download-Spielen bereitgestellt werden, die größtenteils auf dem Indie-Sektor angesiedelt sind. Die können wir allein aufgrund ihrer großen Zahl nicht alle in Betracht ziehen.

Auch vermeiden wir im Ausblick die Ankündigungen, zu denen gerade mal ein Teaser existiert, jedoch noch keine Details, geschweige denn ein bestätigter Release 2018 bekannt ist. Also, tut uns leid, Metroid Prime 4 für Nintendo Switch, aber du und noch einige andere passen in diese Bestandsaufnahme leider nicht rein.

Nintendo: Guter Stand trotz viel Mittelmaß und wenig Superhits

Das erste Halbjahr 2018:

2017 hatte Nintendo ein richtig starkes Jahr. Der Verkaufsstart der Hybrid-Konsole Nintendo Switch ist ein anhaltender Erfolg, den das Unternehmen vor allem den starken Exklusiv-Spielen The Legend of Zelda - Breath of the Wild und Super Mario Odyssey zu verdanken hat.

Jetzt, 2018, warten die Spieler bislang vergeblich auf ähnlich zugkräftige Produktionen. Kirby Star Allies mag ein hübsches Spiel sein, ganz sicher kann es aber nicht in der obersten Liga der Nintendo-Stars mitmitschen. Vor kurzem erschien auch Mario Tennis Aces, von dem allerdings keine überragenden Verkaufszahlen zu erwarten sind.

Das größte Projekt, das Nintendo im ersten Halbjahr 2018 vermarkten wollte, heißt Nintendo Labo. Die Verbindung aus Software und Basteleien aus Pappe hat bislang jedoch nicht den Erfolg einfahren können, den sich Nintendo erhofft hat. Zwar gibt es auch im ersten Halbjahr 2018 viele große Namen von Drittherstellern sowie verbesserte Portierungen älterer Spiele, jedoch steht es in Sachen Exklusivität noch ziemlich mau.

Ausblick auf das zweite Halbjahr:

Erfolg vorprogrammiert? Pokémon - Let's Go, Evoli/Pikachu.Erfolg vorprogrammiert? Pokémon - Let's Go, Evoli/Pikachu.

Glücklicherweise sieht es nach der diesjährigen Spielemesse E3 moderat besser aus. "Moderat" wohlgemerkt, denn für die zweite Jahreshälfte gibt es vorerst wohl nur zwei richtig große Spiele, die aber gleich soviel Potenzial haben, dass viel mehr exklusive Neuerscheinungen vielleicht in diesem Jahr gar nicht mehr nötig sind.

Hierbei handelt es sich um die spaßige Prügelei Super Smash Bros. - Ultimate, die verspricht, das bisher größte Spiel der Erfolgsreihe zu werden. Und dann natürlich - wie kann es anders sein - Pokémon - Let's Go, Pikachu & Let's Go, Evoli. Dieses Spiel allein hat das Zeug dazu, ein so großer Erfolg zu werden und die Hardware-Verkäufe anzukurbeln wie kein anderes Spiel.

In Kombination mit der bereits erwähnten starken Basis aus guten bis sehr guten Drittherstellerspielen, einer stets steigenden Anzahl an Indie-Spielen zum Download und kleinen, aber nicht zu unterschätzenden Perlen wie Octopath Traveller steht Nintendo für die zweite Jahreshälfte ziemlich gut dar. Viel mehr Exklusivität in diesem Zeitraum wäre vielleicht gar nicht ratsam, da sich ansonsten die potenziellen Verkaufsschlager gegenseitig das Wasser abgraben würden.

Microsoft: Das ist alles exklusiv ... irgendwie

State of Decay 2: Zur "Abwechslung" mal wieder Zombies.State of Decay 2: Zur "Abwechslung" mal wieder Zombies.

Das erste Halbjahr 2018:

Mit Microsoft ist das so eine Sache. Wo die Exklusivität der Konkurrenz (Sony und Nintendo) klar abgegrenzt und auf eine bestimmte Konsole bezogen ist, hat Microsoft ein breiteres Betätigungsfeld. Exklusivität bedeutet hier, dass Spiele, die für die Xbox One erscheinen, mit hoher Wahrscheinlichkeit auch für Windows 10 verfügbar sind.

Geschuldet ist dieser Umstand vor allem dem "Play Anywhere"-Programm, das euch erlaubt, digitale Exemplare eurer Spiele sowohl auf Xbox One als auch auf PC zu spielen. Das ist keine in Stein gemeiselte Regel, jedoch wird es zunehmend die Praxis, wenn ihr euch die großen Releases der jüngeren Vergangenheit ebenso wie die auf der E3 angekündigten neuen Spiele anschaut.

Apropos Vergangenheit: Microsoft steht in dem Ruf, nur wenige exklusive Spiele im Angebot zu haben. Vor allem gegenüber Hauptkonkurrent Sony, wo zahlreiche hochwertige Produktionen exklusiv für die PlayStation 4 angeboten werden und entsprechend neue User anlocken.

Das will Microsoft ändern, so etwas funktioniert jedoch nicht von jetzt auf gleich. Schließlich braucht es auch seine Zeit, bis entsprechede Spiele fertig sind. Im ersten Halbjahr ist daher die Lage noch eher mau. Die beiden herausstechendsten Namen, nämlich Sea of Thieves und State of Decay 2 sind keine wahren "System Seller".

Während State of Decay 2 zumindest ein ordentliches Spiel ist, erregt dessen generische Zombie-Kulisse jedoch nur noch wenig Aufsehen. Das Piraten-Abenteuer Sea of Thieves klang zumindest anfangs vielversprechend, enttäuscht auf Dauer aber die Spieler durch repetitive und monotone Szenarien. Das letzte Wort ist dahingehend aber noch nicht gesprochen, denn gerade bei einem Online-Spiel wie diesem kann das Ruder noch herumgerissen werden.

Weiter mit: Microsoft (zweites Halbjahr) und Sony

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