Immer geradeaus: Spiele mit langweiligem Gameplay

(Kolumne)

von Franziska Schulz (26. Juni 2018)

Mir geht langsam auf die Nerven, dass fast jedes Videospiel auf große besonders realitätsnahe Story-Sequenzen oder perfekte Grafikwelten setzt und Kreativität beim Gameplay auf der Strecke bleibt. Hier sind ein paar Beispiele für Spiele, die für mich mehr Schein als Sein sind und Spiele, die beides können: Story und Gameplay.

Life is Strange 2: Das ist der Trailer!

Zunächst weiß ich nicht ganz wie ich Spiele wie Uncharted und The last of Us einordnen soll. Einerseits - und das ist denke ich der Grund für ihren großen Erfolg - sind sie Shooter mit einer richtig guten Story. Normalerweise sind die Geschichten in Shootern flach und beschränken sich auf eine Legitimation, den Feind mit Waffengewalt auszuschalten.

Uncharted und The Last of Us machen das definitiv anders, indem sie imposant die Geschichte der Protagonisten erzählen. Sie erwecken kaum noch die Assoziation an einen Shooter und die Trailer könnte man mit Filmtrailern verwechseln: Viel Story – wenig bis gar kein Gameplay. Das wundert mich nicht. Denn das Gameplay ist strunz öde: Klettern, Schießen, Wegrennen und von vorne, in jedem Teil das Gleiche. Doch für einen Shooter, der ja an sich simpel sein soll, dauern die Filmsequenzen viel zu lang. Seht ihr mein Dilemma?

Letztlich hangeln sich die Spiele geradewegs von einer Spielszene zur nächsten und sind eher ein interaktiver Film, als ein Spiel. Eine ähnliche Meinung teilt übrigens auch mein Kollege Matthias Kreienbrink in seiner Kolumne.

Gameplayszene aus Uncharted - A Thief's EndGameplayszene aus Uncharted - A Thief's End

Ein weiteres gutes Beispiel für flaches Gameplay ist Assassin's Creed - Origins. (Das Eis unter meinen Füßen wird jetzt wahrscheinlich immer dünner.) Auch diesem Spiel möchte ich seine Güte nicht aberkennen: Es ist ein toller Einfall, dass ihr euch frei in einer Open-World, die an unsere eigene Geschichte angelehnt ist, bewegen könnt. Doch ich finde, es handelt sich um eine Scheinfreiheit.

Ihr könnt zwar bestimmen, in welcher Reihenfolge ihr die Missionen abarbeitet, aber letztlich ist es genau das: Ein Abarbeiten von Nebenquests, bis ich mit dem Hauptquest weiter machen kann.

Und die Nebenquests sind auch nicht besonders spannend: „Mir wurde etwas gestohlen, töte die Banditen“, „Die Wachen machen Probleme, töte den Hauptmann“, „Person x wird gefangen gehalten, befreie sie“ – wieder und wieder, nur damit ihr die nächste Story-Sequenz sehen dürft.

Spiele die das besser machen.

Da wäre zum einen The Witcher - Wild Hunt: Ein Spiel mit einer riesigen Open-World, in der jede Nebenquest Tiefe bereithält. Teilweise habe ich Stunden mit ihnen zugebracht und sie waren genauso spannenden wie der Hauptquest, weil sie die Umwelt im Spiel beeinflusst haben.

Szene aus The Witcher - Wild HuntSzene aus The Witcher - Wild Hunt

Ein Klassiker unter den Action-Adventure-Spielen, der es auch geschafft hat, mich bis zum Ende im Bann zu halten, ist die "The Legend of Zelda"-Reihe. Obwohl es sich durchaus um gradlinige Geschichten handelt, hatte ich beim Spielen nie das Gefühl einen vorgegebenen Spielablauf abzurennen. Zudem unterschied sich jedes Spiel, das für N64 und Gamecube rauskam, gänzlich von seinem Vorgänger. Siehe Ocarina of Time, Majoras Mask und Twilight Princess.

Noch ein letztes Beispiel: Obwohl ich der Meinung bin, dass mir eine zu große Menge an Filmszenen den Spaß am Spielen nimmt, hat dieses Spiel es geschafft, genau die Balance zu finden, die Rede ist von Grand Theft Auto 5.

In der Welt von GTA 5 liegt viel Liebe zum Detail. Es gibt unzählige Möglichkeiten zur Interaktion und die Nebenquests sind so cool, dass ihr die Geschichte des Hauptquests auch gerne mal zwanzig Stunden lang vergessen könnt.

Jedes Spiel hat eine andere Art und Weise Geschichten zu erzählen. Blockbuster-Schnittszenen sind meiner Meinung nach die einfachste und direkteste. Das führt mich zu der Frage: Ist es jetzt den Indie-Produktionen, die für solche Dinge nicht genug Geld haben, überlassen, mit kreativem Gameplay zu überzeugen? Denn Spiele wie The Witcher und GTA, sind in meinen Augen Ausnahmen unter den teuer produzierten Spielen.

Habt ihr auch manchmal das Gefühl, dass ein Spiel richtig toll aussieht und am Ende ist das Gameplay so langweilig, dass ihr es nicht zu Ende spielt? Welche Spiele waren das bei euch? Teilt uns eure Meintung in den Kommentaren mit!

Tags: Singleplayer   Fantasy  

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