3 Dinge gelernt: Wenn ein 14-Jähriger zum ersten Mal Super Nintendo spielt

(Kolumne)

von Spieletipps-Team (27. Juni 2018)

Wir haben momentan das große Vergnügen, für zwei Wochen den 14-jährigen Jonathan als Schülerpraktikanten in unserer Redaktion zu haben. Da wir es immer interessant finden, vermeintlich gewöhnliche Dinge aus neuer Perspektive zu betrachten, kamen wir auf die Idee, Jonathan Super Nintendo spielen zu lassen. Wie erlebt er es als jemand, der mit modernen Spielen augewachsen ist, dann vor dieser 90er-Konsole zu sitzen? Die Antwort könnt ihr hier lesen:

Das älteste Spiel, das ich länger als zwei Stunden gespielt habe, war Stronghold Legends für den PC, das am 13. Oktober 2006 erschien. Als ich es gespielt habe, muss ich elf oder zwölf Jahre alt gewesen sein. Jetzt, drei Jahre später, habe ich mich dazu entschieden, noch weiter in der Zeit zurückzureisen. Nämlich in die 90er Jahre des 20. Jahrhunderts, mit dem Super Nintendo Entertainment System Mini.

Von Videospielen lernen. Das ist so eine Sache. Freilich soll das Medium in erster Linie unterhalten und nicht lehren. Dennoch kann es vorkommen, dass man aus einem guten Spiel - und auf eine ganz andere Art und Weise auch aus einem schlechten Spiel - etwas mitnimmt. Dass man etwas über sich selbst lernt, etwas fürs Leben lernt, oder auch einfach nur unnützes Wissen anhäuft, das man dann nie wieder aus dem Hirn bekommt. In dieser Reihe wollen wir euch von unseren Erfahrungen berichten, die wir während des Spielens gemacht haben. Von lebensverändernden Weisheiten bis zu erspieltem Blödsinn kann alles dabei sein.

1. Besonders abwechslungsreich ist das nicht, oder?

Zur Zeit spiele ich Games wie Stardew Valley, Terraria, oder Civilization 5, welche ein Farming-Simulator, ein 2D-Adventure und ein rundenbasiertes Strategiespiel sind. So eine Abwechslung fand ich bei den SNES-Spielen nicht. Ich habe mir The Legend of Zelda - A Link to the Past, Super Mario World und Donkey Kong Country genauer angeguckt und in Final Fantasy 3, Secret of Mana und Super Metroid reingeschnuppert. Wenn man die Spiele vergleicht, fällt eine Sache besonders auf: Das sind im Grunde nur zwei Genres. Action-Adventure und 2D-Platformer (mit Ausnahme von Final Fantasy 3, was natürlich ein rundenbasiertes RPG ist). Und vielleicht eine Mischung aus beidem, wenn man Super Metroid betrachtet. Aber warum ist das so?

Hier meine Antwort: Dazu muss man den “zeitlichen Kontext” betrachten, wie mein Geschichtslehrer sagen würde. Zum einen hatte die Konsole nur begrenzte Hardware, die nur solche Spiele zuließ. Ein Civilization mit bis zu zwölf KIs, die andere Länder steuern und unzählige Stadtstaaten, die auch Aktionen durchführen, übersteigen die Rechenleistung einer 16-Bit-Konsole. Außerdem hat man damals nicht viele Spiele besessen und die, die man besaß bis zum Gehtnichtmehr gesuchtet. Da fiel es nicht so sehr auf, dass sich die Spiele ähneln.

2. So haben alte Leute gespielt

Das erste, was mir auffiel, war, dass ich den Joystick vermisse. Ich bin oft gestorben, da ich mich nicht richtig bewegen konnte. Auch das Zielen mit dem Bogen in Zelda war etwas schwierig, da die Feinausrichtung auf den Gegner mithilfe des Steuerkreuzes nicht einfach ist. Deshalb verfolgte ich irgendwann, wenn ich durch die Welt lief, die simple Taktik: einfach nicht getroffen werden. Ich habe mich damit abfinden müssen, meine Zwangsstörung, alle Gegner zu töten, zu unterdrücken, da ich zu viel Zeit verloren hätte und oft gestorben wäre.

Die Grafik war für mich eigentlich kein Problem, da ich auch Stardew Valley spiele und diese Retro-Pixelgrafik eigentlich sehr mag. Im Gegensatz dazu stand diese noch sehr unausgereifte Render-Grafik in Donkey Kong Country. Ich muss zugeben, dass sie mich anfangs etwas verstört hat, aber hier war es nur eine Gewöhnungssache. Diese Konsole ist einfach nicht für 3D-ähnliche Grafik gemacht und das sieht man auch. Ansonsten gab es keine grafischen Ausschläge, da alles irgendwie gleich aussah.

Die Musik war in allen Spielen angenehm und so wie ich sie erwartet habe. Was mich allerdings sehr gewundert hat, waren diese anscheinend sehr wichtigen Worte: "The last Metroid is in Captivity. The Galaxy is at Peace ...". Sie sind so wichtig, dass sie als wahrscheinlich einziger Monolog auf dem System eine Sprachvertonung bekommen haben. Dieses Erlebnis war bestimmt das ungewöhnlichste in der ganzen Zeit, die ich mit dem SNES Mini verbracht habe. Es hat mich nicht erschreckt oder so, aber es hat mich verwirrt. Ich weiß, das die Spielmodule wenig Speicherplatz hatten und deshalb keine Vertonung gemacht wurde. Warum Nintendo das für diese zwei Sätze trotzdem gemacht hat, erschließt sich mir nicht.

Weiter mit: Hatte er denn Spaß?

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Tags: Retro   Drei Dinge gelernt  

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