Test The Crew 2: Viel Altbekanntes, wenig Neues

von Thomas Stuchlik (28. Juni 2018)

Zu Lande, zu Wasser und in der Luft verspricht The Crew 2 den dreifachen Raser-Spaß des Vorgängers. Doch kann das Rennspiel-MMO wirklich in allen Facetten begeistern?

The Crew ist genauso wie der neue Teil The Crew 2 ein Kuriosum: Beide bieten fast die größten Welten des Rennspiel-Genres und sehen sich selbst als MMO. Denn nur durch fleißiges Rasen verbessert ihr euren Fuhrpark Schritt für Schritt. Auch optisch gleicht sich das Geschehen beider Episoden: Denn ihr befahrt wiederum eine komprimierte Version der Vereinigten Staaten von Amerika – ganz ohne Ordnungshüter.

Spielerisch bleibt vieles beim Alten, doch schon der Einstieg verspricht mehr. Die Unterwelt-Story des Vorgängers weicht diesmal der ständigen Jagd nach neuen Followern. Durch gekonntes Rasen und Rennsiege werdet ihr quasi zum großen Influencer. Trotz des Online-Fokus von The Crew 2 bewältigt ihr wieder eine Solo-Kampagne mit zahlreichen Disziplinen. Nicht nur auf dem Asphalt, sondern auch im Gelände, auf dem Wasser und in den Lüften.

Vollgas ohne Rücksicht

Die Rennkategorien des ersten Teils sind Vergangenheit. Stattdessen wirbeln Hauptquartiere im Land die Disziplinen durcheinander. Bei der Street-Racing-Zentrale findet ihr Straßenrennen, Drift-Events und Beschleunigungs-Veranstaltungen. Im Freestyle-HQ warten Luftakrobatik und Monster Trucks auf euch. Bei "Pro Racing" gibt es Power-Boote, Tourenwagen und Air Races. Über das Offroad-Center geht es quer durchs Gelände – egal ob auf vier oder zwei, normalen oder riesigen Rädern.

Schielt besser immer mit einem Auge aufs Radar, sonst verpasst ihr vielleicht den nächsten Kontrollpunkt.Schielt besser immer mit einem Auge aufs Radar, sonst verpasst ihr vielleicht den nächsten Kontrollpunkt.

Kurzum rast ihr in vielfältigen Wettbewerben möglichst schnell von A nach B. Bis zu sieben Computergegner erschweren euch den Sieg, erweisen sich aber kaum als Hindernis – trotz allgegenwärtigen Gummiband-Effekts. Bei vielen Veranstaltungen geht es mehr darum, Hindernisse an der Strecke zu umgehen anstatt das kleine Gegnerfeld zu bekämpfen.

Die Fahrphysik gleicht dem Vorgänger und ist ebenso schwammig – vor allem ohne Tuning. Das Fahrverhalten der Wagen einer Klasse wirkt zudem identisch. The Crew 2 ist und bleibt nunmal ein Arcade-Raser. Kaum überraschend geht das Driften leicht von der Hand. Für Rennsiege ergattert ihr Lootboxen, in denen sich zufällige Einbauteile für mehr PS, bessere Bremsen, Reifen, Aufhängung und so weiter finden. Damit steigert ihr wie bisher eure Leistungsstufe, um bei kommenden Veranstaltungen konkurrenzfähig zu bleiben. Den "Nitroboost" gibt es dagegen bereits werksseitig. Das Upgrade-System fällt glücklicherweise motivierender als in Need for Speed - Payback aus.

Erde, Wasser, Luft

Neben Veranstaltungen auf festem Boden erwarten euch auf dem Wasser relativ simple Wettbewerbe, denn die Gewässer sind weitläufig und verzeihen Fahrfehler. Verzwickter wird es in der Luft: Die Steuerung der Flugzeuge ist zwar einfach gehalten, doch das Durchfliegen von Toren bedarf etwas Übung. Entspannter geht es bei Akrobatik-Events zu, bei denen ihr innerhalb eines Zeitlimits bestimmte Figuren fliegen sollt.

Bei den Air Races durchfliegt ihr Tore möglichst schnell und exakt – Gegner tauchen hier aber nicht auf.Bei den Air Races durchfliegt ihr Tore möglichst schnell und exakt – Gegner tauchen hier aber nicht auf.

Nett sind die seltenen Extrem-Wettbewerbe, in denen ihr während des Rasens das Fortbewegungsmittel tauscht. Der Wechsel von Auto zu Flugzeug oder Boot funktioniert beim freien Fahren auch mittels rechtem Analogstick und sorgt durchaus für urkomische Momente. Zum Beispiel wenn ihr in luftiger Höhe zum Auto wechselt. Ein realitätsnahes Schadensmodell fehlt jedoch weiterhin.

91 Events, 144 Fahrtests und massig Bonus-Veranstaltungen mit Fluchtfahrten, Stunts oder Highspeed-Rasen sorgen für viel Beschäftigung. Dazu gesellen sich Foto-Aufgaben, bei denen ihr bestimmte Objekte oder Situationen ablichten sollt.

So sieht The Crew 2 in Bewegung aus:

Nicht zuletzt stellt ihr eine eigene Online-Crew aus vier Leuten zusammen, um gemeinsam zu rasen. Ebenso trefft ihr unterwegs andere Spieler oder Freunde, die ihr zu Events einladen dürft.

Im teuren Fuhrpark sind viele namhafte Automarken vertreten, auch originalgetreue Boote, Motorräder und Flugzeuge. Die zehn virtuellen Bundesstaaten bieten ein riesiges Streckennetz auf: Fahrten von Küste zu Küste dauern über eine Stunde oder mehr. Großstädte wie New York, Miami, Chicago, Detroit oder Las Vegas sind ihren Vorbildern nachempfunden, aber gleichermaßen geschrumpft.

Meinung von Thomas Stuchlik

Alles beim Alten: The Crew 2 baut konsequent auf den Vorgänger auf. Viele Wettbewerbe ähneln sich, das Upgrade-System der Autos ist wieder mit dabei und abermals heizt ihr quer durch die USA. Das Bootefahren ist ein netter Bonus ohne viel Reiz. Das Fliegen dagegen bringt mehr Spielfreude dank interessanter Events und der Möglichkeit, frei herumzudüsen.

Die neu aufgebaute Karriere eröffnet euch fast zu schnell alle Facetten des Rasens und forciert euch zur Schnellreise. Schade, denn entspannte Erkundungs-Trips durchs Land rücken diesmal in den Hintergrund – sind aber dennoch möglich. Dumm nur, dass viele Areale recht tot wirken, auch wenn vereinzelt Fußgänger oder Tiere auftauchen. Gleichermaßen tot wirkt übrigens die deutsche Synchro. Auch rätselhaft, dass die gewitzte Routenanzeige (die schwebende blaue Linie) des ersten Teils verschwunden ist.

Trotz aller Meckerei: The Crew 2 legt viel Fahrfreude und Abwechslung an den Tag. Das altbekannte MMO-Prinzip motiviert immer weiter zum Sammeln und Grinden von Boni und Tuningteilen. Ich hätte mir nur mehr neue Ideen zum Vorgänger gewünscht. Doch wenn ihr mit Letzterem zufrieden seid, werdet ihr auch mit Teil Zwei wunderbar bedient.

78

meint: Der Arcade-Raser gefällt mit riesiger Spielwelt und Wettbewerben an Land, im Wasser und in der Luft. Leider mit ungenauer Steuerung und unspektakulärer Optik.

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Tags: Open World  

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