Lebensweisheit: Packt niemals eure Konsole in eine unscheinbare Plastiktüte

(Kolumne)

von Matthias Kreienbrink (06. Juli 2018)

Man lernt in seinem Leben dazu. Oftmals erst durch die Fehler, die man schon so gemacht hat. Von einem solchen Fehler soll euch dieser kleine Text erzählen: wie es mir passieren konnte, dass ich mein Nintendo 64 samt vieler Spiele und Controllern einfach so verlieren konnte.

Vor der dramatischen Erzählung schaut euch doch mal dieses echt schlechte Werbe-Video für das N64 an:

Es begab sich also, dass ich in meine zweite Wohngemeinschaft zog. Damals dürfte ich so um die 21 Jahre alt gewesen sein. Es war eine Zeit, in der ich mich noch ziemlich intensiv mit Videospielen beschäftigte. Darum zog auch mein gutes, altes Nintendo 64 mit in die WG. Ihr müsst wissen, dass das nicht einfach nur eine Konsole für mich war. Für lange Zeit war es ein Eckpunkt meines Lebens: ein Gerät, um das ich mich mit Freunden und Verwandten versammelte und mit dem wir zusammen viele sehr schöne Stunden verbrachten. Mario Kart 64, Snowboard Kids, Pokémon Stadium oder Mario Party 1-3 machten uns unendlich viel Freude. Und wenn ich dann mal alleine war, spielte ich gerne Zelda - Ocarina of Time (die goldene Cartridge!), Pokémon Snap, Perfect Dark oder Banjo-Kazooie.

Kurzum, ich hatte über die Jahre richtig viele, auch seltene, Spiele angesammelt. Zusätzlich hatte ich Controller in so gut wie jeder Farbe, die es gab. Im Laufe meines WG-Lebens verlor ich jedoch immer mehr das Interesse am Zocken. Für einige Jahre spielte ich so gut wie gar nicht mehr.

Also landete das Nintendo 64 samt Spielen und Zubehör in einer unscheinbaren weißen Tüte. Alles einfach so reingeworfen, Kabelgewirr wo man nur hinsah. Diese Tüte landete auf dem ausladenden Dachboden der WG - und ward dann auch ziemlich schnell vergessen. In meinem Zimmer stand nur noch eine Wii, die auch mehr einstaubte, als dass ich sie benutzte.

Irgendwann kam dann der Moment für mich, aus dieser Wohngemeinschaft auszuziehen. Mein Umzug nach Berlin stand ins Haus. Das war alles ziemlich hektisch und chaotisch, unzählige Kisten in einem Umzugswagen, gepaart mit ein paar Ikea-Möbeln, die eigentlich besser direkt auf dem Müll hätten landen sollen. Doch als dann alles in meiner ersten eigenen Wohnung - kein WG-Leben mehr - verstaut war, war ich doch zufrieden.

Es begab sich jedoch, dass nach einigen Jahren meine Lust am Spielen doch wieder kam. Und mit dieser Lust auch die Überlegung, wo eigentlich meine alten Konsolen sind. Kennt ihr dieses Gefühl, wenn es einem wie ein Schauer den Rücken runterläuft, wenn einem schockartig einfällt, dass man etwas falsch gemacht hat? Dass man vielleicht den Herd angelassen hat? Oder die Tür nicht abgeschlossen? Oder aber eine weiße, unscheinbare Plastiktüte mit einem Nintendo 64, Spielen und Controllern im Wert von mehreren Hundert Euro auf einem alten, staubigen Dachboden hat liegen lassen?

Nun, so ist es mir ergangen. Ja, ich habe die Tüte da einfach liegen lassen. Beim Zusammenpacken meiner Sachen habe ich diese Tüte keines Blickes gewürdigt. Und so verschwand ein guter Teil meiner Kindheit durch meine eigenen Blödheit. Ich lernte daraus: pack deine Konsole nie wieder in eine Plastiktüte und lass sie irgendwo liegen. Der Person, die mein Nintendo 64 irgendwann gefunden hat, kann ich nur viel Spaß wünschen. Mach was Gutes draus.

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