Zockende Eltern: "Meine Mutter ist die krasseste Gamerin"

(Kolumne)

von Chiara Bruno (09. Juli 2018)

Eine zockende Mutter zu haben, klingt erstmal ganz schön toll. Ich habe von meiner beinahe jedes Spiel und jede Konsole bekommen, die ich mir gewünscht habe. PlayStation 1 bis 4, Nintendo DS, Wii - ich hatte sie alle. Meine Mutter hat sich sogar eine Nintendo Switch gekauft, nur um The Legend of Zelda - Breath of the Wild zu spielen - und sie mir dann geschenkt. Einfach so.

Der Nachteil ist: Wenn meine Mutter Urlaub hat, wird sie zum Hardcore-Gamer. Als ich noch zu Hause gewohnt habe, konnte ich mir das Zocken abschminken, sobald sie mehrere freie Tage am Stück hatte. Vor ein paar Jahren bin ich ausgezogen und kann seitdem spielen, wann ich möchte. Eine Whatsapp-Nachricht meiner Mutter rief mir kürzlich allerdings erneut in mein Gedächtnis, was für eine "krasse Zockerin" sie ist.

Ihr ultimatives Ziel: Die Platin-Trophäe in jedem Spiel bekommen, das sie anfasst. Ihre neueste Errungenschaft in God of War:

Obwohl ich God of War wirklich super fand - es ist eines der wenigen Single-Player, die ich gerne spiele - habe ich trotz großer Anstrengung irgendwann die Motivation verloren, an der Platin-Trophäe zu arbeiten. Die größte Herausforderung stellten für mich die Raben und die Walküren dar. Die Raben sind ein Teil der "Sammelobjekte" im Spiel. Von ihnen gibt es 51 Stück, die über die wirklich große Spielwelt verteilt sind. Die neun Walküren hingegen sind optionale Bossgegner, die es faustdick hinter den Ohren haben. Und ich bin wirklich kläglich an der letzten gescheitert.

Doch meine Mutter blieb ehrgeizig und schnappte sich das Objekt ihrer Begierde, die Platin-Trophäe, ganz ohne YouTube-Tutorials - von denen ich übrigens gerne mal Gebrauch gemacht habe - oder anderweitige Hilfe. Ihr einzige Unterstützung waren unsere gelegentlichen Gespräche über die besten Rüstungen, Taktiken und Skills.

Wie ambitioniert sie ihre Trophäen-Jagd angeht, sieht man nicht nur an God of War. Obwohl sie - genauso wie ich - ganz und gar nicht von Assassin's Creed - Origins begeistert war, hat sie auch hier jeden Stein umgedreht und jeden Gegner gekillt, um die 100 Prozent zu erreichen.

Auch wenn sie nie so wirklich Koop-Games mit mir gespielt hat, führen wir eine Art Gamer-Freundschaft. Sie ruft mich an, fragt was ich gerade spiele und was ich ihr denn so empfehlen könnte. Bei einem Artikel zu den besten und schlechtesten "Assassin's Creed"-Teilen habe ich auch ihre Meinung herangezogen.

Zockende Eltern zu haben, hat Vor- und Nachteile. Letztere vor allem, wenn ich selbst zocken wollte. Denn dann habe ich fast immer den Kürzeren gezogen und musste warten, bis meine Mutter arbeiten war oder schlafen gegangen ist. Trotzdem überwiegen für mich die Vorteile und ich bin froh, so eine coole Mutter zu haben, mit der ich mich über Videospiele unterhalten kann, wie mit einem guten Freund in meinem Alter. Wie steht es denn mit euren Eltern? Zocken sie auch? Erzählt es uns gerne in den Kommentaren.

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Tags: Fun  

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