Trollen ohne prollen: Sören Senf ist unsere Lieblingsnervensäge (Kolumne)

von Chiara Bruno (Mittwoch, 11.07.2018 - 16:23 Uhr)

Trolle auf Facebook sind eine Plage. Sie wissen ganz genau, in welcher Situation sie am besten provozieren können und haben eine Leidenschaft für hitzige bis unnötige Diskussionen. Oftmals werden sie beleidigend und schlagen gerne über die Stränge. Doch nicht Sören, unser Vorzeigetroll.

Sören Senfs Facebook-Titelbild: Das Bild eines Porsches. Überbelichtet und in schlechter Qualität. Sein Steckbrief: "Hallo erstma, ich bin Sören und ihr werdet von mir Hören". Sein Hobby: euch in den Facebook-Kommentaren trollen.

Auf der Pokémon Go Safari Zone wurden tausende Spieler getrollt:

Sören, dabei handelt es sich natürlich um ein Pseudonym, ist kein typischer Troll. Mit seinem Facebook-Kommentar, der dem Artikel zum Fortnite-Noob-Modus gewidmet war, erhitzte er zahlreiche Gemüter - und das ohne jegliche Beleidigung. Aus Erfahrung - und wir lesen täglich hunderte Kommentare - ist es eine Seltenheit, dass ein Troll nicht ausfallend wird.

Mit beinahe 100 Kommentaren wurde auf Sören reagiert.Mit beinahe 100 Kommentaren wurde auf Sören reagiert.

Seine "Karriere" begann auf der Facebook-Seite "Tattoofrei - Es ist schön, keine Tattoos zu haben", die an sich schon trollt. Nun führte es Sören zu spieletipps, wie er uns per Nachricht erzählt. Angeschrieben haben wir ihn, weil wir uns wirklich prächtig amüsiert haben. Wir wollten mehr über den Menschen wissen, der scheinbar gerne gekonnt den Hass anderer auf sich zieht.

"Nunja, ich habe mir vor circa zwei Jahren bei Tattoofrei einen Spaß daraus gemacht, die Leute ein wenig zu trollen, einfach so aus Langeweile."

Sören hat sogar sein eigenes Logo.Sören hat sogar sein eigenes Logo.

Auch wenn Sören der Meinung ist, man hätte doch merken müssen, dass er sich einen Spaß erlaubt, fielen trotzdem viele auf ihn rein. "Ganz ehrlich, ein Typ, der Sören Senf heißt, aus Bielefeld kommt, dann noch Bayern-Fan ist und etwas dümmlich und überheblich rüber kommt, dauernd droht Leute zu melden ... Wer glaubt so etwas? Anscheinend viele." Fortnite-Fans seien dennoch das "perfekte Fressen" für ihn gewesen. Da er selbst Spieler des Battle Royales sei, habe er gewusst, dass sie leicht zu provozieren sind.

Das stimmt. Ein User entgegnete seinem Kommentar ähnlich provokant. "Ich weiß wer heute Abend weinend im Bett liegt, weil er doch nicht der krasseste ist." Ein weiterer Facebook-Nutzer durchschaute das Treiben allerdings - nachdem er darauf reingefallen ist.

Dass er "unausstehlich" ist, weiß er auch. Seine Rolle nennt er den "überheblichen Bayern-Fan". "Es macht auch einfach irgendwie Spaß, zu testen, wie weit man gehen kann. Ich glaube es ist einfach menschlich, andere zu ärgern und irgendwie macht es ja auch Spaß." Und so stichelt er weiter, auf gekonnt ironische Art:

Zwischen den knapp 100 Kommentaren fanden sich viele - auch homophobe - Beleidigungen. Statt zurückzubeleidigen, was in hitzigen Facebook-Diskussionen leider oft vorkommt, nimmt er die anderen User mit einem Augenzwinkern weiter aufs Korn.

Seht ihr? Trollen auf unserer Facebook-Seite geht auch ohne Beleidigungen und kann auf derart gewitzte Art sogar durchaus amüsant ausfallen. Wir finden, wir haben den besten Troll überhaupt und freuen uns, einen kleinen Einblick in das etwas andere Rollenspiel erhalten zu haben. Trotzdem haben wir selbstverständlich ein Auge auf euch Trolle und den Sören. Also immer geschmeidig bleiben!

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