Vorschau FIFA 19: Was ist neu an EA Sports' Fußball-Simulation?

von Olaf Bleich (24. Juli 2018)

Frische Lizenzen, überarbeitete Zweikämpfe und mehr Anspruch: Kaum ist die Fußball-Weltmeisterschaft Geschichte, rollt der Ball auch schon auf dem virtuellen Rasen. Welche Veränderungen FIFA 19 in diesem Jahr mit sich bringt, erfahrt ihr im ausführlichen Anspielbericht!

Frankreich ist Weltmeister. Deutschland scheidet in der Vorrunde aus. Die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland sorgte für einen heißen Sommer für alle Fans von König Fußball. Schon bald startet die nächste Bundesligasaison und wie in jedem Jahr kommt es zum großen Aufeinandertreffen zwischen den aktuellen Ablegern der Konkurrenten von Pro Evolution Soccer und FIFA.

Nach der Weltpremiere im Rahmen der Veranstaltung EA Play in Los Angeles stellte EA Sports in der Münchener Allianz-Arena eine weit fortgeschrittene Vorschauversion seiner Fußball-Simulation FIFA 19 vor. Der erste Eindruck: Taktischer, fordernder und zugleich zugänglicher - So spielt sich FIFA 19.

Europa lockt mit mehr Strategie

EA Sports rüstet in diesem Jahr beim Lizenzpaket auf. Während es keine großen Ankündigungen in Sachen Clubs gibt, tut sich aber etwas bei den Wettbewerben. Bereits zur Spielemesse E3 bestätigte EA Sports die Integration der UEFA Champions League, der UEFA Europa League und des UEFA Super Cups. Diese Turniere erhalten allesamt ein schmuckes Intros mitsamt Fanfaren und charakteristischen Kamerafahrten. Sehr schön: Ihr könnt die Wettbewerbe entweder mit den aktuellen Originaldaten nachspielen oder stellt euch einfach ein eigenes Turnier zusammen. Zudem werden die neuen Lizenzen auch in den Karrieremodus eingebunden.

In der Verkaufsversion trägt Cristiano Ronaldo natürlich das Trikot von Juventus Turin.In der Verkaufsversion trägt Cristiano Ronaldo natürlich das Trikot von Juventus Turin.

Genaue Informationen über die zur Verfügung stehenden Clubs und Nationalmannschaften gibt es nicht. Doch wir gehen davon aus, dass die Auswahl ähnlich groß sein wird wie beim Vorgänger. In der präsentierten Vorschau-Version standen lediglich ausgewählte Vereine wie etwa Paris St. Germain, der FC Bayern München, Borussia Dortmund oder auch der FC Barcelona zur Auswahl. Bevor ihr aber das heilige Grün betretet, solltet ihr einen Blick in den Taktikbildschirm werfen. EA Sports führt erweiterte Strategien ein, die die vorgefertigen Taktiken ablösen.

Im Klartext bedeutet das: Ihr legt bereits im Vorfeld verschiedene Strategien fest und wählt diese dann direkt über das Steuerkreuz aus. Das Zusammenstellen der eigenen Taktiken erfolgt im übersichtlichen Auswahlbildschirm mit Hilfe von Schiebereglern. Kurze Erklärtexte erläutern die Vor- und Nachteile der jeweiligen Marschrouten. Schaltet ihr etwa auf Pressing um, mag das zwar dem Ballbesitz zugute kommen, jedoch laugt die Lauferei auch die Mannschaft aus. In der Proberunde spielte die Ausdauer speziell bei Sprints eine größere Rolle: Wer also zuvor ständig mit Ronaldo und Neymar über den Platz wetzte, wird sich in FIFA 19 umgewöhnen müssen.

Auf dem Platz

Dank der regelmäßigen Updates passte EA Sports FIFA 18 in den vergangenen zwölf Monaten immer wieder an die Spielgewohnheiten der Community an. Das Ergebnis: Der Kick rutschte - im Vergleich zur ursprünglichen Version - wieder mehr in die Arcade-Schublade. Umso überraschender spielt sich die aktuelle Version von FIFA 19. Wer sich hier mit langen Dribblings durchsetzen möchte, scheitert. Schuld daran sind die besser positionierten Verteidiger und die so genannten 50/50-Battles. Die Defensivspieler haben also nicht länger grundsätzlich das Nachsehen, sondern gewinnen an Bedeutung. Im Mittelfeld kommt es zu teils ausufernden Rangeleien um den Ball, Abpraller berechnet das Spiel nun physikalisch korrekt und Mitspieler antizipieren besser, was als nächstes geschehen könnte.

Im Ankündigungs-Trailer seht ihr FIFA 19 in Bewegung:

Die Offensive profitiert ebenfalls davon. Dank zusätzlicher Bewegungsabläufe recken und strecken sich die Spieler nach unpräzisen Pässen oder leiten das Leder automatisch per Hackentrick weiter. Dadurch fühlt sich das Spiel - trotz gedrosselten Tempos - dynamischer und natürlicher an als zuvor. Gerade das Kurzpassspiel auf kleinem Raum wirkt in sich stimmiger und nicht selten entsteht der Eindruck als hätten wir den Ball in letzter Sekunde noch an unseren Gegenspielern vorbeigespitzelt. Flanken und auch Fernschüsse haben nun deutlich mehr Schwung. Mit Hilfe des rechten Analog-Sticks haltet ihr den Ball hoch und spielt euch so selbst Volley-Vorlagen zu oder lupft das Leder über Verteidiger hinweg.

Profis greifen zur neuen Funktion der getimeten Abschlüsse. Mit einem Doppelklick auf die Schusstaste und dem richtigen Timing fabriziert ihr perfekte und damit besonders präzise Torschüsse und Kopfbälle. Das Problem: Schafft ihr das Kunststück nicht, landet der Ball auf der Tribüne. In der Anspielrunde jedenfalls gelang uns diese Aktion aufgrund des engen Zeitfensters eher zufällig. Eine Frage bleibt daher: Gelingt EA Sports speziell bei den Volleys und den getimten Abschlüssen die Spielbalance oder sind diese erweiterten Funktionen im fertigen Spiel gar zu effektiv?

Meinung von Olaf Bleich

Im direkten Vergleich zum Vorgänger spielt sich FIFA 19 wirklich anders. Das gedrosselte Spieltempo, die kantigeren Zweikämpfe und nicht zuletzt die erweiterten Aktionsmöglichkeiten bringen mächtig Schwung ins Spiel. Die Fußball-Simulation wirkt anspruchsvoller und fordernder als jemals zuvor. Und technisch macht EA Sports ohnehin niemand etwas vor: Gerade die neuen Aktionen sorgen immer wieder für Aha-Momente, in denen ich mich freue, dass meine Stars den Ball mit der Hacke weiterspielen oder andere Kabinettstückchen zeigen.

Trotz dieser guten Vorzeichen trete ich an dieser Stelle lieber auf die Euphoriebremse. Schließlich kommt das Spiel erst in zwei Monaten auf den Markt und EA Sports veränderte bereits den Vorgänger nach dessen Erscheinen massiv. In seiner aktuellen Form ist FIFA 19 eine willkommene Weiterentwicklung und erinnert stärker an den Konkurrenten Pro Evolution Soccer als manchem vielleicht lieb sein könnte. Aber egal wie, die neu gefundene Spieltiefe tut FIFA gut und deshalb stehen diesmal alle Zeichen auf Fußball-Hit.

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Tags: Singleplayer   Multiplayer  

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