Streitgespräch: Sind die Gen. 1-Pokémon die besten oder einfach nur Nostalgie-Trash? - Seite 2 (Kolumne)

Meinung von Chiara Bruno

"Setzt endlich eure Nostalgiebrillen ab!"

Als ich Pokémon Rote Edition zum ersten Mal auf meinem Game Boy gespielt habe, machte ich mir nicht wirklich darüber Gedanken, ob die Monster, die ich da gerade sehe, kreativ gestaltet sind. Ich war es immerhin gewohnt, dass der klobige Handheld den Entwicklern grafisch einfach keine Möglichkeit zur kreativen Entfaltung bieten konnte. Zusätzlich war alles schwarz-weiß. Doch kürzlich schaute ich mir das Pokémon Owei an und dachte: "Was zur Hölle haben sich die Entwickler dabei gedacht?".

Ein Pokémon, das aus sechs Eiern besteht. Eines halb aufgeschlagen, ein anderes schaut traurig und das vorderste wirkt grimmig. Dann wäre da noch eine Raupe, Ratten, eine Wespe und eine Schildkröte mit Kanonen auf dem Rücken. Da kann doch wirklich keiner sagen, dass diese Pokémon toll, geschweige denn kreativ sind. Die Nostalgiebrille spielt dir einfach einen Streich, mein lieber Kevin. Und aus einem Müllbeutel ein Pokémon zu machen, muss man auch erst einmal schaffen. Denn es sieht aus wie ein Pokémon und nicht wie mein Sonntagsfrühstück.

Geschichten, die ans Herz gehen

Zweifelsohne haben einige Pokémon der ersten Generation Geschichten, die ans Herz gehen. Tragossos trauriges Schicksal oder Mewtu, das ein Resultat eines Genexperiments ist. Der Grund, warum diese Geschichten sehr vielen Menschen im Gedächtnis geblieben sind, ist, dass viele Fans eben mit diesen Pokémon angefangen und oftmals auch aufgehört haben. Sie haben sich also in vielen Fällen nicht mit den neuen Pokémon auseinandergesetzt. Das heißt also nicht, dass "modernere" Pokémon uninteressant sind.

In Pokémon - Let's Go! soll es zurück nach Kanto gehen. Schaut euch den neuen Trailer an:

Man sehe sich nur Arceus aus der 4. Generation an. Das mysteriöse Geschöpf gilt als Gott und Schöpfer der Pokémon-Welt und steht somit ganz oben im Pokémon-Stammbaum. Direkt darunter befinden sich Dialga und Palkia. Ersteres hat die Macht, die Zeit zu kontrollieren und kann Vergangenheit und Zukunft einen Besuch abstatten. Dabei entstanden Dialga wie auch Palkia, aus einem Ei, das Arceus schuf. Dadurch wurden Raum - durch Dialga - und Zeit geformt. Fassen wir also zusammen: Die Geschichten der 1. Generation sind nicht spannender, sie sind einfach nur bekannter.

Die Qual der Wahl

Die Qual der Wahl, welches Pokémon ich nun wähle, habe ich tatsächlich unabhängig vom Aussehen. Mir geht es eher um den Nutzen. Nehme ich ein Feuer-Pokémon, kann ich mich vor allem zu Beginn gegen Kontrahenten durchsetzen, die auf Hilfe von Pflanzen-Pokémon setzen. Wähle ich ein Wasser-Pokémon, hab ich schon direkt ein gutes, mit dem ich auch schwimmen kann. Meistens wähle ich dennoch ein Pflanzen-Pokémon, weil ich die Attacke Gigasauger mag und es meiner Meinung nach eher wenige gute Pokémon mit dem Typ Pflanze gibt. Schlussendlich hat die Wahl meines Starters wenig mit Ästethik oder Sympathie zu tun, sondern mit taktischem Denken.

Die Macken der ersten Spiele

Die 1. Generation der Spiele und ihre Monster hatten ziemlich viele Macken. Pokémon wie Relaxo, Tauros, Simsala oder Chaneira waren - gekonnt eingesetzt - beinahe unbesiegbar. Letzteres hatte beispielsweise viel zu viele Kraftpunkte (KP). Gegen Simsalas Psycho-Angriffe hatte wiederrum kein Pokémon eine Resistenz, geschweige denn Immunität. Und auch andere Psycho-Pokémon waren lächerlich stark.

Erkennt ihr die Pokémon der 1. Generation anhand ihrer Sprites?

Glückliche Besitzer eines Drachen-Pokémons konnten sich auch Vorteile einheimsen, denn ihnen konnten nur andere Drachen- oder Eis-Attacken gefährlich werden. Und jetzt überlegt mal, wie viele Drachen-Pokémon es gab. Genau: Drei - Dratini, Dragonir und Dragoran.

Fazit

Die erste Generation von Pokémon ist keineswegs schlecht. Sie war einfach nur nicht ausgereift und hatte ein paar Macken. Wer aber der Meinung ist, sie wäre die beste, sollte die Nostalgiebrille absetzen und den Horizont ein wenig erweitern. Denn da draußen gibt es sechs weitere Generationen, die von euch entdeckt werden wollen und spannende Pokémon, die euch ihre Geschichten erzählen möchten.

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Tags: Streitgespraech  

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