Nintendo Switch Online-Service: Sorry, Nintendo - da muss noch mehr gehen (Kolumne)

von Chiara Bruno (Freitag, 27.07.2018 - 11:24 Uhr)

Der September rückt näher und somit der Tag, an dem "Nintendo Switch"-Spieler für den Online-Dienst zahlen müssen. Mit großer Wahrscheinlichkeit wird das auch der Tag sein, an dem ich das letzte Mal online mit meiner Switch zocken werde.

Sony, Microsoft und bald auch Nintendo. Drei Firmen, bei denen ihr zusätzlich zur Kasse gebeten werdet, wenn ihr online zocken möchtet. Nintendo möchte dafür 20 Euro jährlich, Microsoft und Sony jeweils 60 Euro. Letzteren Dienst abonniere auch ich. Damit gehöre ich laut Games Wirtschaft zu den insgesamt drei Milionen deutschen Nutzern eines kostenpflichtigen Online-Services. Doch bei Nintendo sträube ich mich. Dabei würde ich gerade mal ein Drittel des Preises zahlen, den Sony für die PSN-Dienste von mir verlangt. Laut Games Wirtschaft habe sich der Umsatz von "derartigen Online-Diensten" gegenüber 2015 mittlerwile auf 179 Millionen Euro verdoppelt. Allein in Deutschland. Dadurch zeigt sich, dass Gamer anscheinend nicht abgeneigt sind, zusätzlich zu zahlen.

Für Online-Partien in Spielen wie Splatoon 2 müsst ihr erneut in die Tasche greifen:

"Stell dich nicht so an! Sind doch nur 20 Euro"

Mein größte Befürchtung ist, dass Nintendo es nicht schafft, bis zum September einen funktionierenden Online-Dienst einzuführen. Regelmäßig erlebe ich Verbindungsabbrüche und Lags, wenn ich Splatoon 2 online spiele. In einer Facebook-Gruppe, die sich dem Spiel widmet, habe ich einige Fans gefunden, die mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben:

Ein Kommentar aus einer Facebook-GruppeEin Kommentar aus einer Facebook-Gruppe

"Es geht nicht um 20 US-Dollar oder 4,73 US-Dollar, wenn ihr das Familien-Abo nehmt. Es geht darum, darauf zu vertrauen, dass die Server die Probleme beim Online-Zocken lösen. Wir alle leiden unter so vielen Lags, sodass es schwerer und schwerer wird, Nintendo zu vertrauen."

Auch wenn es eine vergleichsweise geringe Summe ist, die Spieler zahlen werden, muss der Hauptaspekt erst einmal funktionieren. Fraglich, ob Nintendo das schafft.

Ein weiteres Feature, das mit dem Online-Dienst kommt - und Fans seit dem Start der Konsole dringlichst vermissen - ist der Cloud-Speicher. Doch der funktioniert laut Nintendo nur bei "den meisten Spielen". Und somit wird die Switch zur einzigen Konsole, bei der ihr für die Sicherung von Spielständen zahlen müsst. Denn es besteht keine Möglichkeit, ein Backup mittels USB-Stick oder Festplatte zu machen.

Als kleinen Bonus bekommt ihr zum Start 20 NES-Spiele und weitere, die folgen sollen. Auf die könnte ich gerne verzichten, wenn ich dafür endlich einen Chat bekommen könnte. Denn in der 14-jährigen Geschichte des Nintendo-Freundschaftscodes hat es das Unternehmen nicht geschafft, einen Chat in seine Konsolen oder Handhelds zu integrieren. Erst durch die Smartphone-App ist es euch möglich, mit Freunden über den Voice-Chat zu kommunizieren. Schreiben funktioniert dennoch nicht und ist anscheinend auch nicht in Sicht.

Ob ich nun wirklich auf den Online-Dienst verzichten werde, weiß ich nicht. Es fühlt sich aber noch immer komisch an, zukünftig das erste Mal zu zahlen, um ein Pokémon-Spiel oder Splatoon 2 online zu zocken. Aus wirtschaftlicher Sicht kann ich Nintendo verstehen - mal davon abgesehen, dass sie nicht gerade wenig verdienen.

Doch um mit der Konkurrenz mithalten zu können, muss noch mehr kommen. Vor allem fehlt es an dedizierten Servern, die für eine stabile Verbindung sorgen und einen Chat, ähnlich wie bei Microsoft und Sony, der die Kommunikation zwischen den Spielern erlaubt. Und das ohne App.

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