Vorschau The Strange Brigade: Im Alleingang gegen Armeen von Untoten

von René Wiesenthal (07. August 2018)

Vier Sonderlinge, britischer Humor, klassischer Abenteuerfilm und durchschlagende Wummen: Das sind die Zutaten, aus denen The Strange Brigade besteht. Beim Anspielen durften wir uns ein Bild davon machen, wie gut sie zubereitet wurden. Mit einem kleinen großen Manko.

Als wir vergangene Woche den "Third Person"-Shooter The Strange Brigade anspielen durften, gab es direkt zu Beginn der Session einen Stimmungs-Killer: Wegen technischer Probleme war es uns nur möglich, den Einzelspielermodus zu zocken. Das ist schade, da das Spiel vor allem mit seinem Koop-Aspekt lockt: The Strange Brigade lässt sich online mit bis zu drei Freunden zocken.

The Strange Brigade: Koop - Gameplay Trailer

Wie sich im Laufe der etwa eineinhalb Stunden im Anspieltermin zeigen sollte, schlägt sich der ungewöhnliche Shooter aber auch im Alleingang recht wacker. Zumindest kurzfristig.

Mit Feuerkraft und Augenzwinkern

The Strange Brigade spielt in den 30er-Jahren und bedient sich an Elementen klassischer Abenteuerfilme. Das fängt bei den Zwischensequenzen vor Missionsbeginn an, die stilecht in körnigem Schwarz-Weiß gehalten sind und die bewusst stereotypen Figuren als ziemliche Tölpel zeichnen, zieht sich weiter durch die launige Synchronisation bis hin zu den Schauplätzen und Gegnern, die ihr besiegen müsst: In verlassenen Ruinen trefft ihr auf wandelnde Mumien, in feuchten Höhlen auf die auferstandenen Gebeine verstorbener Piraten.

Mumifiziert und gepanzert: So stellen sich euch die Feinde entgegen.Mumifiziert und gepanzert: So stellen sich euch die Feinde entgegen.

Ganz offensichtlich nimmt das Spiel sich nicht sonderlich ernst. Erklärungen im Spiel sind ulkig überspitzt, Bewegungsanimationen erinnern an Cartoons. Das Geschehen wird stets von einem Sprecher aus dem Off begleitet, der alles mit Wortwitzen kommentiert. Dankenswerterweise lässt der sich im Menü auch auf wichtige Story-Kommentare und Hinweise reduzieren, er kann nämlich etwas anstrengend werden. Abgesehen davon ist die augenzwinkernde Aufmachung von The Strange Brigade aber durchaus charmant. Den Humor muss man halt mögen.

Ballern und treten und ballern und treten

Aus dem Viererensemble, aus dem die seltsame Heldenbrigade besteht, wählen wir Nalangu, stellen uns einen Waffen-Loadout zusammen, suchen einen Spezialangriff und auf geht’s in Harbins Ausgrabungsstätte – Untote jagen.

Nalangu hat die Fähigkeit Energie zu regenerieren, wenn sie Gegner im Nahkampf bezwingt. Leider ist der Tritt, den sie dafür ausführen muss, etwas sperrig in der Ausführung, fügt sich nicht sanft in das Bewegungsschema ein. Dafür ist er aber umso nützlicher, um Gegner zu Boden zu bringen und mit einem Finisher zu erledigen, wenn die Munition knapp wird oder sie von vielen Feinden umzingelt ist. The Strange Brigade zeigt sich von Beginn an schnörkellos. Wir ballern, treten, sammeln Munition oder Heilungstränke und ballern und treten wieder.

Gerne werfen wir auch mal mit Granaten.Gerne werfen wir auch mal mit Granaten.

Von den Bösewichten, die dabei dran glauben müssen, kann es ganz schön viele auf einmal auf dem Bildschirm geben. Die Entwickler erzählen uns, dass deren Widerstandsfähigkeit und Menge mit der Anzahl an Spielern skaliere, also sogar noch zunehmen kann. Seid ihr zu viert unterwegs, gibt es eine Menge zu tun, sagen sie.

Alleine ist man weniger zu viert

Da wir uns aber alleine durch die recht schlauchartigen, verzweigten Level kämpfen, können wir nicht abschätzen wie fordernd das Spiel im Multiplayer ist und was für eine Dynamik im gemeinsamen Spielen entsteht.

Vier gegen viele: So sollte The Strange Brigade bestenfalls gespielt werden.Vier gegen viele: So sollte The Strange Brigade bestenfalls gespielt werden.

Im Solo-Modus sind es vor allem die Bosse und Zwischenbosse, die uns viel abverlangen. Wenn Gegnerhorden angestürmt kommen, von denen einzelne Projektile feuern können, wird es ebenso anspruchsvoll. Praktisch, wenn ihr hier eine der Superwaffen in einer Kiste gefunden und aufgespart habt. Die verschwinden nämlich, sobald das Magazin leer ist. Auch Edelsteine können weiterhelfen: Ihr steckt sie in Waffen-Slots, um zusätzliche Effekte für eure Munition zu erhalten. Zum Beispiel einen Extra-Flammenschaden.

Von besiegten Untoten sammeln wir Seelenenergie auf, die wir tanken, um unseren Spezialangriff aufzuladen. Wir haben uns für einen Energiestrahl entschieden, der Gegner lähmt und ihnen gleichzeitig Schaden zufügt. Hätten wir zu viert spielen können, wäre es möglich gewesen, dass ein Spieler einen Gegner durch die Stase in Schach hält, während die anderen ihn unter Beschuss nehmen, sagen die Entwickler. Wieder einmal bedauern wir es, nur allein unterwegs sein zu können.

Meinung von René Wiesenthal

The Strange Brigade folgt einem sehr simplen Spielprinzip. Ihr ballert euch durch schlauchartige, verwinkelte Welten, löst kleinere Rätsel und geht an bestimmten Punkten gegen Bossgegner an. Aufgelockert wird das Ganze durch hier und da am Wegesrand versteckte Sammelgegenstände und die Möglichkeit euer Arsenal durch neue Waffen, gesockelte Edelsteine und Spezialfähigkeiten aufzubessern.

Das ist alles nicht neu und auch nicht besonders ausgefallen umgesetzt, funktioniert jedoch ohne große Macken und Anlaufschwierigkeiten. Somit sorgte es beim Anspielen recht schnell für harmlos-kopflosen Ballerspaß, war in seiner Schlichtheit sogar ganz erfrischend. Mit der Zeit wurde es aber doch etwas eintönig. Vor allem, weil das Waffengefühl nicht sehr befriedigend ist und die Optik trotz nett ausgestalteter Kulissen nicht unbedingt zeitgemäß daherkommt.

Zum Ende unseres Anpsieltermins zockten wir noch eine Runde im "Score Attack"-Modus. Dabei geht es, wie der Name sagt, ums Punktesammeln durch Abschüsse. Den versprochenen Horde-Modus, in dem Gegnerwellen bezwungen werden sollen, bekamen wir nicht zu sehen.

Aber egal ob diese Modi oder die Kampagne: Es ist schwer vorstellbar, dass The Strange Brigade im Singleplayer längere Zeit unterhalten kann. Dafür müssten im weiteren Spielverlauf noch ein paar Überraschungen kommen. Ich hoffe auf jeden Fall, dass der zentrale Mehrspielermodus das Spielspaßversprechen halten kann, sehe aber bereits das nötige Potenzial für ein paar ausgelassene Koop-Runden.

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Tags: Multiplayer   Singleplayer   Koop-Modus  

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