Vorschau Fallout 76: Das Spiel wirft Fragen auf und Bethesda gibt Antworten

von Micky Auer (13. August 2018)

Fallout 76 wirft Fragen auf, Bethesda gibt Antworten. Und zwar im Rahmen der QuakeCon. Wie das Online-Spiel mit bestehenden Traditionen bricht und sich trotzdem seine Identität bewahren will, erfahrt ihr hier.

Klassische Einspieler-Erfahrungen zu Online-Spielen zu machen, damit hat Publisher Bethesda schon Erfahrung. Denn selbst die Welt von The Elder Scrolls, in der ihr in jedem Spiel stets in die Rolle des einen Auserwählten schlüpft, hat sich mit The Elder Scrolls Online den Möglichkeiten eines MMO eröffnet.

Es gab Kritik seitens der Spieler. Vielen fehlte das Gefühl, jemand zu sein, der eine einzigartige Rolle in der Geschichte einnimmt. Stattdessen wart ihr plötzlich nur einer von Vielen. Diese Behandlung steht nun wohl auch der Fallout-Reihe bevor.

Todd Howard, Executive Producer bei Bethesda, erklärt im Rahmen der QuakeCon, wie die für ein Rollenspiel so unendlich wichtige Charakterentwicklung in Fallout 76 funktionieren soll. Und wie das Studio versucht, aus einer Not eine Tugend zu machen.

Ihr bleibt auch weiterhin S.P.E.C.I.A.L.

Bereits über 20 Jahre lang, nämlich seit 1997, begeistert die Fallout-Reihe die Spieler mit ihrem Konzept aus Retro-SciFi und Rollenspiel in einem dystopischen Szenario, das die bizarren und tödlichen Folgen eines Atomkrieges aufzeigt. Weitestgehend handelt es sich dabei um reine Fiktion. Jedoch spiegelt der Aufbau von Fraktionen und Gesellschaften im Fallout-Universum oft auf nur zu deutliche Weise wieder, wie die Menschheit sich im Falle einer Apokalypse weiter- oder oftmals auch zurückentwickeln könnte.

Der Erfolg liegt in den Karten: Gut, das Vault-Tec euch erklärt, wie das in Fallout 76 läuft.

Inmitten des Geschehens steht ihr als Spieler. Bisher wart ihr die Hauptfigur, der Held, die Person, um die sich letzten Endes alles dreht. Doch mit der Einzielspielererfahrung ist es jetzt vorbei, zumindest in Fallout 76. Denn auch hierin seid ihr einer von vielen, womit das Konzept von Fallout scheinbar aufgebrochen wird. Jedoch werdet ihr gleichzeitig Teil des Geschehens, das die oben genannten Fraktionen und Gesellschaftsformen im Spiel bildet. So zumindest möchte es Bethesda.

Die grundlegende Spielmechanik soll dabei erhalten bleiben. Laut Todd Howard besteht Fallout 76 zu vier Fünfteln aus bekannten und bewährten Elementen, ein Fünftel ist neu und soll dementsprechend auch neue Wege für die Marke auftun.

Na, was kommt den da zum Vorschein? Eine Power-Rüstung kann vielleicht durch die richtigen Karten noch besser genutzt werden.Na, was kommt den da zum Vorschein? Eine Power-Rüstung kann vielleicht durch die richtigen Karten noch besser genutzt werden.

Wie das alles unter einen Hut passt, zeigt sich zum Bespiel am altbewährten S.P.E.C.I.A.L.-System. Die Buchstaben stehen für die rollenspieltypischen Werte Strength (Körperkraft), Perception (Wahrnehmung), Endurance (Ausdauer), Charisma (Ausstrahlung), Intelligence (Intelligenz) und Luck (Glück). Diese Werte sind die Basis für euren Charakter und werden traditionsgemäß zu Spielbeginn festgelegt. So könnt ihr schon damit beginnen, eine Figur eher auf Kampf oder eher auf Heimlichkeit zu trimmen.

In Fallout 76 kommen nun Perk-Sammelkarten hinzu, die ihr bei einem Level-Anstieg eurem Charakter zuweisen könnt. Habt ihr die entsprechende Karte ausgerüstet, könnt ihr beispielsweise euren Waffenschaden um zehn Prozent erhöhen. Welche Karte ihr nutzen könnt, hängt vom jeweiligen S.P.E.C.I.A.L-Wert ab. Auch diese könnt ihr bei einem Level-Anstieg erhöhen.

Fast grenzenlose Entfaltungsmöglichkeiten

Interessant wird die Angelegenheit dadurch, dass ihr in bestimmten Abständen beim Level-Up auch Booster-Packs mit zufälligen Karten erhaltet, die dann euren Perk-Sammelkarten hinzugefügt werden. Darin können sich Karten befinden, die ihr noch gar nicht freigeschaltet habt oder deren Wirkungen ihr bisher ignoriert habt.

So könnte ein Charakter-Build mithilfe der Sammelkarten in Fallout 76 aussehen.So könnte ein Charakter-Build mithilfe der Sammelkarten in Fallout 76 aussehen.

Ein Beispiel: Ihr wollt, dass euer Charakter in erster Linie hohen Waffenschaden anrichtet, daher verstärkt ihr bei jeder Gelegenheit die entsprechende Fähigkeit. Plötzlich erhaltet ihr eine Karte, die es euch ermöglicht, in der Spielwelt größere Mengen an Munition zu finden. Das könnte euch anregen, den dazugehörigen Luck-Wert zu erhöhen, den ihr bislang vielleicht noch gar nicht so im Blick hattet. Denn nur mit dem entsprechenden Wert könnt ihr eine solche Karte auch nutzen.

Es soll in Fallout 76 keine Level-Obergrenze geben. Jedoch gibt es dennoch eine Restriktion, um übermächtige Charaktere zu vermeiden. Das gestaltet sich wie folgt: Ab Level 50 erhaltet ihr keine weiteren S.P.E.C.I.A.L.-Punkte. Dennoch könnt ihr weitere Karten sammeln, um eurem Charakter weitere Fähigkeiten hinzuzufügen und ihn in die gewünschte Richtung zu spezialisieren.

Das klingt jetzt erstmal so, als bräuchtet ihr einen ganz genauen Plan, um nicht irgendwann festzustellen, dass ihr euch komplett verskillt habt und eure wertvoll gesammelten Punkte und Karten allesamt für die Katz' sind. Seid unbesorgt: Laut Howard soll dieser frustreiche Umstand vermieden werden, indem ihr im Spiel die Möglichkeit haben sollt, die Skills und Perks neu zu verteilen. Selbst euer zu Beginn gewähltes Äußeres sollt ihr ändern dürfen (das betrifft sogar Geschlecht und Hautfarbe), wenn ihr mit dem Anblick nicht zufrieden seid. Welche Voraussetzungen dafür nötig sind, ist jedoch noch nicht bekannt.

Aus A-Löchern interessante Inhalte machen

MMOs haben oft einen ganz bestimmten Chaos-Faktor gemeinsam: Menschliche Spieler. Die können im besten Fall einfach nur das Spiel spielen wollen, mit anderen gemeinsam spielen, gerne auch mal andere Spieler zu Duellen herausfordern, oder aber nur eines im Sinn haben: allen anderen den Spaß zu verderben. Diese Sorge ist auch in Fallout 76 nicht unbegründet, jedoch hat Bethesda Vorkehrungen getroffen, um Online-Bullies den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Wenn ihr nämlich von anderen Spielern angegriffen werdet, verursacht der gegnerische Angriff extrem wenig Schaden. Das gilt quasi als Einladung zum Kampf. Wenn ihr dann Bock habt, dem Frechdachs eins auf die Mütze zu geben, geht der Kampf erst richtig los und die verursachte Schadenshöhe geht in normale Bereiche.

Theoretisch könnte natürlich ein Angreifer mit ausreichend Geduld einen anderen Spieler besiegen, ohne dass der sich auf den Kampf einlässt, auch wenn das sehr lange dauern würde. Allerdings gibt es dafür absolut keine spielerische Motivation in Form von Erfahrung, Beute oder Ansehen. Außerdem zählt der Angreifer fortan als gesuchter Mörder und ein Kopfgeld wird auf ihn ausgesetzt. Anderen Spielern wird dies dadurch signalisiert, dass er auf der Weltkarte als roter Stern gekennzeichnet ist. Ein interessantes Konzept, das Todd Howard in recht klare Worte fasst:

„Wir haben einen Weg gefunden, Arschlöcher in interessante Gameplay-Inhalte zu verwandeln.“

Wie sich das alles im Spiel anfühlt, dürft ihr voraussichtlich ab dem 14. November ausprobieren. Dann soll Fallout 76 für PC, PlayStation 4 und Xbox One erscheinen. Gehört ihr zu den Vorbestellern, dürft ihr bereits einen Monat vorher ins Ödland ausziehen, denn als solche dürft ihr an der geschlossenen Beta teilnehmen.

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Tags: Quakecon  

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