Test F1 2018: Der harte Weg zum Weltmeister

von Thomas Stuchlik (17. August 2018)

Codemasters will mit dem offiziellen Spiel zur Formel 1 diesmal mehr. In F1 2018 meistert ihr nicht nur Runden auf dem Asphalt, sondern avanciert in Interviews auch zum Medienexperten. Wie das funktioniert, klärt unser Test.

F1 2018 beginnt mit der Qual der Wahl: Für welches der zehn offiziellen Rennteams entscheidet ihr euch? Setzt ihr bei Mercedes lieber auf einen sicheren Sieg-Kandidaten, oder sucht ihr mit Williams lieber eine echte Herausforderung? Schön, dass Anfänger wie Profis wieder dank wählbarem Schwierigkeitsgrad und Fahrhilfen gleichermaßen bedient werden. Ebenso wie Männlein und Weiblein: Denn euer Fahrer-Avatar darf auch eine Frau werden, was auf dem Siegerpodest endlich für Abwechslung sorgt.

In den Rennwochenenden beweist ihr euch in verschiedenen Sessions. Neben dem Qualifying und dem eigentlichen Rennen bildet das dreiteilige Training einen wichtigen Faktor. Hier übt ihr nicht nur eure Fahrweise, sondern erreicht auch vom Team vorgegebene Ziele. Sechs Programme dürft ihr optional absolvieren. Serien-Fans kennen das bereits aus dem Vorgänger: Mal sollt ihr Reifen und Sprit schonen, mal soll das ERS optimal genutzt werden. Ebenso bekannt ist der erweiterte Technikbaum, in dem ihr die verdienten Punkte investiert. Doch Vorsicht: Das Reglement kann sich im Karriere-Modus ändern, was so manch technische Entwicklung vielleicht überflüssig macht.

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So fährt es sich

Schwingt ihr euch erstmalig ans Steuer eines diesjährigen F1-Wagens fallen zwei Dinge auf: Zum Ersten sticht das neue Halo-System ins Auge. Bei der Dachkamera überdeckt dieser Sicherheitsbügel die Rückspiegel, im Cockpit behindert er die Sicht nach vorn. Hier lässt er sich zumindest teilweise abschalten.

Gut für die Sicherheit, schlecht für die Sicht. Dank Halo seht ihr weniger.Gut für die Sicherheit, schlecht für die Sicht. Dank Halo seht ihr weniger.

Zum Zweiten überrascht das überarbeitete Fahrverhalten. Der eigene Wagen scheint in Kurven mehr als im Vorgänger zu rutschen – vor allem über die Vorderräder. Kein Wunder, denn Codemasters setzt auf eine neue Reifenphysik. Diese erfordert einen sensibleren Gasfuß, damit ihr nicht abfliegt. Zumindest kündigt sich das Rutschen rechtzeitig an und gibt euch Gelegenheit zum Abfangen. F1 2018 unterstützt übrigens nicht nur den Controller, sondern auch aktuelle Lenkräder samt Force Feedback.

Bei längeren Rennen ist zudem Taktik gefordert: Wann plant ihr euren Boxenstopp? Kommt es zum Regensturm? Das verbesserte Wettersystem kann nämlich für so manche Überraschung sorgen. Schnell lädiert ihr Flügel, Fahrwerk oder holt euch einen Platten. Bei größeren Crashs auf der Strecke kommt auch das Safety Car zum Einsatz. Die Schuldfrage klärt das Spiel umgehend mit Strafsekunden – auch beim Abkürzen der Piste oder Abdräng-Manövern. Wie gut, dass sich die letzten Rennsekunden zurückspulen lassen.

Der Weg zum Medienprofi

Euer Können ist auch neben der Strecke gefordert. Denn eine Reporterin stellt euch immer neue Interviewfragen nach eurer Leistung oder dem Fahrzeug. Dabei könnt ihr entweder hoch- oder tiefstapeln und damit eure Persönlichkeit oder das Team in der Vordergrund stellen.

Eure Antworten an die Reporterin können diplomatisch oder angeberisch ausfallen.Eure Antworten an die Reporterin können diplomatisch oder angeberisch ausfallen.

Euer Team reagiert entsprechend auf diese Aussagen und strengt sich mehr an oder benachteiligt euch. Ebenso erregt ihr die Aufmerksamkeit anderer Teams, die euch vielleicht einen Wechsel schmackhaft machen.

Logischerweise bietet F1 2018 alle 21 Kurse der 2018er Saison auf. Darunter finden sich auch zwei neue Pisten: Hockenheimring und Paul Ricard. Alle Strecken sind auch zu unterschiedlichen Tageszeiten verfügbar. Monaco dürft ihr beispielsweise auch bei Nacht befahren.

Zusätzlich warten 20 Klassiker-Wagen aus den 1970er bis 2000er Jahren auf eine Ausfahrt. Die alten Rennmaschinen erweisen sich oftmals als fies in Sachen Handling, röhren dafür heftiger als die heutigen F1-Vertreter. Neben der großen Karriere tretet ihr zu selbsterstellten Meisterschaften mit alten wie neuen Fahrzeugen an. Auch online dürfen 20 Raser antreten, löblicherweise auch in Ranglisten-Veranstaltungen.

Meinung von Thomas Stuchlik

Codemasters bringt behutsame Änderungen in seine altbewährte Rennserie. Das Interview-System ist eine nette Dreingabe, aber nicht wirklich spielentscheidend. Vielmehr überrascht mich die Fahrphysik, die nach mehr Gefühl am Gaspedal und der Lenkung verlangt. Die Rennwochenenden motivieren auch dank Trainingsaufgaben und hochzüchtbarem Fahrzeug immer weiter. Schön auch, dass die Gegner-KI selbst im großen Gedränge mitdenkt.

Als nervig erweist sich dagegen das neue Halo-System, das die Sicht nach vorn und in die Rückspiegel hemmt. Für Abwechslung sorgen jedoch klassische F1-Vehikel (ganz ohne Halo), die oftmals tückisch zu fahren sind. Insgesamt hat Codemasters mit F1 2018 ein überaus stimmiges Paket geschnürt, das die meisten Fans überzeugen wird.

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meint: Gelungenes Rennspektakel mit offizieller Lizenz, schicker Präsentation und ideenreicher Karriere.

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Tags: Singleplayer   Multiplayer  

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