Vorschau Anno 1800: Aufbau-Hit im Industrie-Zeitalter

von Thomas Stuchlik (20. August 2018)

Die Aufbausimulation Anno kehrt zu ihren Wurzeln zurück: Anno 1800 orientiert sich klar an frühen Episoden und bietet denselben Suchtfaktor auf. Wir haben es für euch beim Entwickler angespielt.

Taktiker und Aufbau-Strategen aufgepasst! Nach den futuristischen Episoden Anno 2205 und Anno 2070 geht es mit Anno 1800 zurück in die Vergangenheit, wo euch klassische Aufbauarbeit mit bezauberndem Wuselfaktor erwartet. Die Macher besinnen sich spieltechnisch auf alte Erfolge wie in Anno 1404 und bringen mit der Industrialisierung ein interessantes Spielelement ein.

Wie in der Serie typisch, expandiert ihr auf einer Insel vom Dörfchen bis zur Industrie-Metropole. Da das Geschehen um 1800 spielt, wird eine Brücke zwischen Landwirtschaft und Industrialisierung geschlagen. Entsprechend gestalten sich auch eure Städte. Zunächst errichtet ihr Bauernhäuser für Arbeiter, Holzfällerhütten, Marktplatz und Fischereien. Schnell wuseln die Bewohner herum, um ihren Jobs nachzugehen. Aber nur, wenn ihr auch Verbindungswege sowie Warenlager anlegt.

Kurbelt die Wirtschaft an

Schnell kommt der serientypische Suchtfaktor auf. Denn ihr errichtet immer neu freigeschaltete Gebäude wie Dorfkneipe, Rathaus oder Kirche. Ebenso schnell entstehen auch die für Anno typischen Wirtschaftskreisläufe.

In idyllischen Umgebungen baut ihr zunächst eure Agrarwirtschaft auf.In idyllischen Umgebungen baut ihr zunächst eure Agrarwirtschaft auf.

Die Produktionsketten sind der Schlüssel zum Reichtum: Angebaute Kartoffeln werden in der Brennerei zu Schnaps, aus Schafwolle werden Pullover. Ebenso produziert ihr Ziegel, Bier, Stahl, Seife, Wurst und so weiter. Passt aber auf, dass in der Bevölkerung auch verschiedene Arbeiterklassen zur Verfügung stehen. Sonst steht jede Produktionsstätte still. Luxusgüter erhöhen die Zufriedenheit und können auch exportiert werden. Denn Anno wäre kein Anno, wenn Schiffe keine gewichtige Rolle spielen würden.

Von eurer Startinsel schippert ihr mit eurer Schiffsflotte los, um die Spielwelt zu erkunden. So entdeckt ihr neue Ressourcen, Konkurrenten oder Handelspartner. Schnell lassen sich lukrative Handelsrouten einrichten. Ebenso trefft ihr auf Piraten, die ihr in zünftigen Seeschlachten platt macht. Schade nur, dass der kriegerische Part des Spiels bei unserem Besuch beim Entwickler in Mainz nicht anspielbar war.

Ein industrialisiertes Stadtbild

Viele Spielelemente erinnern an Anno 1404, allerdings kommt auch besagte Industrialisierung ins Spiel. Ihr errichtet auch Fabriken für effiziente Warenproduktionen, was jedoch auch Luftverschmutzung verursacht. Das zeigt sich auch am Stadtbild deutlich.

Typisch für die Industrialisierung: Fabriken bestimmen das Stadtbild und verpesten die Luft.Typisch für die Industrialisierung: Fabriken bestimmen das Stadtbild und verpesten die Luft.

Grafisch weiß Anno 1800 voll zu überzeugen. Jedes Gebäude ist liebevoll ausmodelliert. Ihr könnt eure eigene Stadt beliebig aus- und umbauen. Häuser lassen sich diesmal auch versetzen, anstatt sie abzureißen und neu zu bauen. Sogenannte "Schönbau"-Architekten kommen also voll auf ihre Kosten. So macht schon das Zusehen Spaß, wenn beispielsweise Kutschen und Arbeiter ihren Tätigkeiten und Produktionsketten nachgehen.

Eine weitere noch nicht gezeigte Neuerung ist die Eisenbahn. Für schnellere Güterverbindungen legt ihr Gleise und errichtet Bahnhöfe. Ebenso sorgt ihr für Kultur mit Museen oder Attraktionen wie einem Zoo. Selbige sind großflächig mit verschiedenen Gehegen planbar. Seltene Ausstellungsobjekte oder Tiere finden sich mittels erfolgreicher Schiffsexpeditionen. Das freut Bewohner und lockt spendierfreudige Touristen an.

Meinung von Thomas Stuchlik

Da ist es wieder, das alte Anno-Gefühl. Im geschäftigen Stadtleben gibt es immer etwas zu tun und zu optimieren. Ständig ist man auf der Suche nach neuen Produktionsketten und frischen Ressourcen. Mit der Zeit gestaltet sich das etwas unübersichtlich. Doch laut Entwickler sind die Benutzeroberfläche sowie die Hinweis-Marker noch nicht final.

Die liebevoll animierte Bevölkerung und der hohe Detailgrad sind genau das Richtige für dürstende Strategie-Fans. Das einzige was mich stört, ist der immer noch rechtwinklige Aufbau aller Gebäude und Straßen – anders als in anderen Aufbausimulationen wie Cities Skylines. Ebenso scheint es in der Zeitgeschichte keinen Fortschritt zu geben. Anno 1800 spielt nunmal im Jahr 1800. Dennoch gibt es allen Grund zur Vorfreude für diesen potenziellen Aufbau-Hit. Allerdings müsst ihr euch voraussichtlich bis zum 26. Februar 2019 gedulden.

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Tags: Singleplayer  

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