Test Monster Hunter: Generations Ultimate führt zurück in die Vergangenheit

von Thomas Nickel (28. August 2018)

Während die PC-Spieler endlich bei Monster Hunter World mitspielen dürfen, geht die Switch-Gemeinde mit einem etwas älteren Ableger auf die Jagd. Was ihr dabei erwarten dürft, erfahrt ihr im Test.

Capcom hat es geschafft: Mit Monster Hunter World gelang der in Japan schon seit Jahren geradezu abnorm populären Reihe endlich der Druchbruch in Europa und den USA, mehr als sieben Millionen verkaufte Exemplare sprechen eine deutliche Sprache. Grund genug, schnell nachzulegen, und praktischerweise hat man ja vom vorigen Jahr noch die aufgemöbelte Switch-Portierung der letzten 3DS-Episode Monster Hunter Generations in der Hinterhand.

Die wollte Capcom eigentlich gar nicht im Westen veröffentlichen - aber die großartigen Verkäufe von Monster Hunter World und der Erfolg der aktuellen Nintendo-Hardware sind eben doch ziemlich überzeugende Argumente, das Spiel mit etwas mehr als einem Jahr Verspätung doch noch in die hiesigen Läden zu bringen.

Vom 3DS auf die Switch

Monster Hunter Generations Ultimate basiert dem dem japanexklusiven Monster Hunter XX, einem Anfang 2017 erschienenen Update des zwei Jahre zuvor veröffentlichten Monster Hunter Generations. Das macht auch diese Episode zu einer Art "Best Of" der Seriengeschichte und dem vielleicht umfangreichsten Monster Hunter überhaupt. Ihr beginnt das Abenteuer im kleinen Dorf Bherna, reist aber später auch nach Kokoto, Yukumo und Polle - die Schauplätze diverser Vorgänger-Episoden.

Der Umfang wurde im Vergleich zur hier erschienenen 3DS-Episode sogar nochmal erweitert: Ihr dürft jetzt auch besonders mächtige Monster im Jägerrang G jagen, dafür bekommt ihr eine neue Luftschiff-Basis. Aus vier Kampfstilen werden hier sechs, mulitpliziert mit den 14 verfügbaren Waffen ergibt das beeindruckende 84 mögliche Kampfstile bei der Jagd. Am Inhalt wird kein Stück gespart. Und weil das gar so viel ist, müssen zumindest die Spieler der 3DS-Fassung nicht noch einmal ganz von vorne anfangen, der Spielstand das Quasi-Vorgängers lässt sich in die neue Episode übertragen.

Massig Monster

Mehr als 100 Monster erwarten euch hier. Angefangen bei den kleinen Jaggis und Maccaus, über alte Favoriten wie Zinogre und Nargacuga bis hin zu den mächtigen Neuzugängen des 3DS-Vorgängers Glavenus, Astalos, Mizutsune und Gammoth bis hin zum neuen Drachenältesten Valstrax. Aber so gut diese schiere Masse an Monstern auf dem Papier klingt, in Sachen Spielbalance hat diese Monsterflut natürlich auch ihre Schattenseiten: Manch ein Monster lohnt sich einfach nicht so recht, da seine Rohstoffe und die damit möglichen Ausrüstungsgegenstände auch mal redundant sein können.

Der dicke Brocken nimmt euch ins Visier. Seid ihr bereit für den Kampf?Der dicke Brocken nimmt euch ins Visier. Seid ihr bereit für den Kampf?

Trotzdem funktioniert das Prinzip nach wie vor richtig gut. Bereits alleine ist die Monsterjagd enorm motivierend, im Team vergehen die Stunden wie im Flug, und das nicht nur durch die stetige Verlockung neuer Beute und damit besserer, effektiverer und nicht zuletzt auch hübscherer Ausrüstung. Die Kämpfe machen einfach Spaß. Egal welche Waffe ihr wählt, mit simplem Knopfgehämmer seht ihr kein Land. Es gilt, die Signale des Monsters zu lesen, seine Schwächen zu nutzen und clever zu kämpfen - Fallen, Blendkugeln, explosive Fässer ... nur wer all diese Hilfsmittel zu nutzen versteht, der kommt gegen spätere Gegner an.

World oder Generations Ultimate?

Aber trotzdem muss man den Gammoth im Raum ansprechen, und der heißt Monster Hunter World. Schließlich war es dieser Serienteil, der Monster Hunter zu seinem Durchbruch im Westen verholfen hat - und zwar einerseits durch ebenso spaßige wie anspruchsvolle Jagdmissionen, aber auch durch großartige Präsentation und viel spielerischen Komfort. Und das sind zwei Faktoren, die Monster Hunter Generations Ultimate im Vergleich einfach etwas fehlen.

Grafisch kann Monster Hunter Generations Ultimate nicht mit dem großen Bruder Monster Hunter World mithalten. Ein paar hübsche Szenarien gibt es aber trotzdem.Grafisch kann Monster Hunter Generations Ultimate nicht mit dem großen Bruder Monster Hunter World mithalten. Ein paar hübsche Szenarien gibt es aber trotzdem.

Viele der Automatismen der aktuellen Episode gibt es hier einfach noch nicht. Das automatische Brauen von Heiltränken wird hier vermisst, ebenso sind Wetzstein und Spitzhacke keine stets präsenten, unzerstörbaren Grundbestandteile eures Inventars. Geht euch auf einer Sammelmission die Hacke zu Bruch oder habt ihr vergessen, für den Kampf gegen ein dickes Megamonster den Stein zum Schärfen eurer Klinge einzupacken, dann schaut ihr dumm aus der Wäsche. Und wer es gewohnt ist, sich auf seine Spürkäfer zu verlassen, der sucht diese hier ebenfalls vergeblich. Und das ist eine Umstellung, die Monsterjägern von Welt nicht leicht fallen könnte.

Technik-Monster?

Ähnliches gilt auch für die Präsentation. Mit den üppigen Landschaften voller Vegetation von Monster Hunter World, aber auch dessen detaillierten Charaktermodellen kann das Switch-Spiel einfach nicht mithalten. Nicht, weil die Nintendo-Hardware das technisch nicht gestemmt kriegt, sondern weil ihr es einfach mit der Portierung eines mehrere Jahre alten 3DS-Spiels zu tun habt. Zwar gefällt die Auflösung mit nativen 1080p im Dock und sauberen 720p im Handheld-Modus und auch die 30 Bilder pro Sekunde werden recht souverän gehalten.

Eine kleine Grill-Session über dem Lagerfeuer - da wird es jedem gestandenen Monsterjäger warm ums Herz.Eine kleine Grill-Session über dem Lagerfeuer - da wird es jedem gestandenen Monsterjäger warm ums Herz.

Allerdings wurden viele Elemente vom Interface bis hin zur Geometrie von Figuren und Umgebung recht direkt vom 3DS übernommen. Zwar wachsen jetzt oft mehr Pflanzen und auch viele Texturen wurden ausgetauscht, aber ihr merkt der Grafik dennoch ihre Handheld-Herkunft an - und das ist nach dem grafisch geradezu verschwenderisch opulenten Monster Hunter World ebenfalls gewöhnungsbedürftig. Aber zum Glück tritt der Gewöhnungseffekt nach ein paar Missionen dann doch ein.

Switch-Eindrücke von Monster Hunter Generations Ultimate:

Meinung von Thomas Nickel

Das war wirklich keine leichte Umstellung. Nach vielen Dutzenden von Stunden mit Monster Hunter World fühlt sich die Rückkehr ins eigentlich ähnlich vertraute Monster Hunter Generations erstmal ziemlich holprig an. Zum einen durch die grafischen Rückschritte, aber natürlich vor allem durch die hier noch nicht vorhandenen Komfortfunktionen der aktuellen Episode und die Ladezeiten zwischen den einzelnen Bereichen.

Aber Monster Hunter wurde ja nicht so eine beliebte Marke wegen toller Grafik oder spielerischem Luxus, Monster Hunter definiert sich seit jeher ebenso über spielerischen Anspruch wie über den starken Fokus auf Teamwork. Und diese Faktoren sind es schließlich auch, die Monster Hunter Generations Ultimate auszeichnen. Die zahllosen Monster, die vielen, stets intelligent verzahnten Spielelemente und der herrliche Jagd-Beute-Waffenbau-Kreislauf verfehlen auch in dieser späten Umsetzung ihre Wirkung nicht.

Vor allem im Mehrspielermodus spielt die Switch dann ganz souverän ihre größte Stärke aus. Wo ihr auf PS4, Xbox One und PC nur online gemeinsam auf die Jagd gehen könnt, da gibt es auf der Switch wieder einen lokalen Modus. Und Monster Hunter ist einfach dann am besten, wenn ihr gemeinsam im gleichen Raum (oder besser noch unter freiem Himmel) Insektengleve, Morphaxt und Jagdhorn schwingt.

Trotzdem muss festgehalten werden: Serienneulinge sind mit Monster Hunter World zunächst einmal am besten beraten. Wer allerdings mit der Reihe und ihren herrlich schrulligen Eigenarten vertraut ist, der wird hier auf der Switch für die nächsten Wochen und Monate bestens versorgt werden.

Hat euch dieser Artikel gefallen? Oder habt ihr Anregungen, Kritik, Verbesserungsvorschläge? Lasst es uns gerne wissen! Schreibt uns eine Mail an redaktion@spieletipps.de und verratet unserer Redaktion eure Meinung.

84

meint: Technisch und in Sachen Spielkomfort ist Monster Hunter World klar überlegen. Trotzdem haben gerade Serienkenner mit diesem 3DS-Port eine ganze Menge Spaß.

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Tags: Fantasy   Koop-Modus  

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