Test WoW - Battle for Azeroth: Welcher Fraktion schwört ihr die Treue?

von Emily Schuhmann (20. August 2018)

Eine Zeit vor World of Warcraft? Gab es die? 14 Jahre hat das MMORPG mittlerweile auf dem Buckel und am 15. August erschien die siebente Erweiterung. Ob und was sie taugt, haben wir für euch herausgefunden.

Für alle die keine Ahnung haben, wovon wir hier eigentlich reden, hier ein kurzer Crashkurs: World of Warcraft ist ein "Massively Multiplayer Online"-Rollenspiel (kurz MMORPG) im Warcraft-Universum. Spieler wählen aus mehreren Rassen aufgeteilt in die Fraktionen Horde und Allianz. Gemeinsam mit tausenden anderen Helden erkundet ihr die Welt Azeroth, bekämpft Monster, erledigt Quests, verdient Erfahrungspunkte und verbessert eure Fähigkeiten. Es ist eines der wenigen MMOs, die auf ein Abomodell setzen. Neben den Anschaffungskosten für das eigentliche Spiel, müsst ihr also auch noch eine monatliche Gebühr einkalkulieren.

Alle Neueinsteiger können sich hier anschauen, wie sich die MMO-Legende im Wandel der Zeit veränderte:

Theoretisch sind keine Vorkenntnisse nötig, um in die neue Erweiterung zu starten. Ihr braucht lediglich einen Level 110 Charakter und beim Kauf ist ein Level-Boost enthalten. Ihr könnt direkt loslegen, allerdings müsst ihr euch dann darauf einstellen, kaum etwas von der Geschichte zu verstehen. Wenn ihr Interesse an der Handlung habt, solltet ihr euch vorher schlaumachen.

Die Karten werden in World of Warcraft - Battle for Azeroth neu gemischt und Sylvanas Windläufer, untote Banshee-Königin und neuer Kriegshäuptling der Horde, hat keine Skrupel, den ersten Stein zu werfen. Sogar einige ihre Verbündeten sind geschockt von ihren Handlungen. Es begann mit dem Vergasen ihrer eigenen Soldaten und endete darin, dass sie ihre eigenen Pläne über den Haufen warf und den Befehl gab, die Heimat der Nachtelfen in Brand zu stecken.

Die Allianz und ihr junger König leiden währenddessen noch immer unter dem Verlust des letzten Monarchen, Varian Wrynn. Anduin trägt plötzlich die Verantwortung und muss erst noch in seine Rolle hineinwachsen. Er versucht eine friedliche Lösung für den nahenden Konflikt zu suchen, doch alles scheint vergebens.

Setzt die Segel nach Zandalar und Kul Tiras

Beide Fraktionen entscheiden sich, neue Verbündete um sich zu scharen. Bisher könnt ihr jeweils vier verbündete Völker rekrutieren. Alle acht sind Abwandlungen existierender Rassen. Es hinterlässt einen unangenehmen Nachgeschmack, dass ihr wahlweise einen neuen Charakter leveln oder aber einen Volkswechsel für 25 Euro kaufen müsst, wenn ihr beispielsweise einen Leerenelf spielen wollt. Sechs dieser Rassen stammen noch aus WoW - Legion, und um sie freizuschalten, müsst ihr euren Ruf bei ihnen maximieren und dann eine Quest abschließen.

Wer die neue Erweiterung als Darkeisenzwerg oder Mag'har Orc spielen will schaut erstmal in die Röhre, denn deren Freischaltung ist erst später möglich.Wer die neue Erweiterung als Darkeisenzwerg oder Mag'har Orc spielen will schaut erstmal in die Röhre, denn deren Freischaltung ist erst später möglich.

In der schönen neuen Welt müsst ihr euch erstmal zurechtfinden. Blizzard hat sämtliche Klassen unter die Kur genommen und deshalb müsst ihr euch vielleicht erst wieder an euren Charakter gewöhnen. Die Spezialisierung der Jäger-Begleiter ist jetzt beispielsweise nicht mehr frei wählbar, sondern vorgegeben. Ob die Änderungen eine Verbesserung darstellen ist Geschmackssache. Es weckt den Unmut vieler Spieler, dass Blizzard keine neuen Talentstufen einführt und sich die Charakterentwicklung nur in den mit jedem Level steigenden Statuswerten und dem Level eurer Ausrüstung widerspiegelt.

Wenn ihr es exotisch mögt, seid ihr dieses Mal eindeutig besser in der Horde aufgehoben. Zandalar ist der Traum für jeden Abenteuerurlauber. Goldene Pyramiden inmitten eines üppigen Dschungels, gefährliche Sümpfe und eine ruinenübersäte Wüste inklusive Schlangenkopftempel; diese drei Karten sind bis zum neuen Maximallevel von 120 euer Spielplatz. Und so abwechslungsreich wie die Gebiete sind auch die Rassen, denen ihr dort begegnet: anthropomorphe Füchse, Schlangen und Schildkröten, Skelett-Piraten und allerlei Trolle.

Auf euren Reisen verbessert ihr euer Artefaktmedaillon. Das Herz von Azeroth ersetzt eure Artefaktwaffe und gibt euch Boni.Auf euren Reisen verbessert ihr euer Artefaktmedaillon. Das Herz von Azeroth ersetzt eure Artefaktwaffe und gibt euch Boni.

Im Vergleich dazu ist Kul Tiras ein klitzekleines bisschen langweiliger. Menschen, Menschen und nochmal Menschen. Die drei Karten auf denen ihr euch als Allianzspieler herumtreibt, erinnern ein wenig an Skandinavien. Wasser in Form von Flüssen, Seen und Fjorden, viel Grünzeug und Schneegebiete klingen vielleicht erstmal nicht so spannend, aber wartet mal ab, bis ihr Drustvar besucht. Bei der dortigen düsteren, mysteriösen Atmosphäre hat Blizzard wirklich ganze Arbeit geleistet. Mögt ihr Gruselgeschichten? Dann werdet ihr das schaurig schöne Drustvar lieben.

Wer maximale Grafikqualität genießen möchte, sollte vor dem Kauf die Systemanforderungen checken, denn die haben sich seit Legion erhöht. Und wer es insgesamt etwas aufregender mag, kann den neuen Kriegsmodus aktivieren. Wer sich dafür entscheidet muss immer auf der Hut sein. Normalerweise können Horde und Allianz nur nicht miteinander interagieren, aber im Kriegsmodus könnt ihr euch mit der feindlichen Fraktion auch außerhalb der PvP-Arenen bekriegen.

Langweilig wird es nicht

Battle for Azeroth setzt die Tradition fort, jede Kartengeschichte mit einem Dungeon abzuschließen. Wie immer am Anfang einer Erweiterung dauert ein Durchlauf ein bisschen länger. Immerhin bekommt ihr es mit interessanten Mechaniken zu tun. Im Tempel von Sethraliss müsst ihr beispielsweise den letzten "Boss" vor den eigentlichen Gegnern beschützen.

Die Hauptgeschichte wird mal wieder in mehr oder weniger spannenden Questreihen und Zwischensequenzen erzählt. Einige Horde-Spieler sind unzufrieden damit, dass ihre Fraktion als böse dargestellt wird, aber insgesamt ist die Handlung interessant. Um Aufgaben à la "Töte zehn Wölfe" kommt ihr allerdings immer noch nicht herum und die Animationen der Charaktere erinnern teilweise an die "Die Sims"-Spiele.

Die Video-Sequenzen haben die gewohnte Blizzard-Qualität:

In einigen Wochen könnt ihr euch in Schlachtzügen und den neuen Kriegsfronten beweisen. Warum versucht ihr es bis dahin nicht mal mit einer Inselexpedition. In diesem Modus kämpfen Horde und Allianz in Dreiergruppen um Ressourcen. Wie schon in Legion gibt es wieder einen Missionstisch, wenn auch dieses Mal auf einem Schiff, von dem aus ihr Champions losschicken könnt. Und wie gehabt funktioniert das auch per App. Nicht mal unterwegs müsst ihr aufhören WoW zu zocken.

Meinung von Emily Schuhmann

Nennt mich oberflächlich, aber Grafik ist mir wichtig und was das anbelangt hat mich Blizzard dieses Mal wirklich nicht hängen lassen. Die neuen Karten sind ein Augenschmaus und ich kann nicht anders, als mir zu wünschen, dass das ganze Spiel so aussieht. Es ist wirklich heftig, wie mies die alte Welt im Vergleich zu Kul Tiras und Zandalar aussieht.

Der Fraktionskonflikt hat mich noch nie wirklich interessiert, dementsprechend unglücklich bin ich mit der Richtung, die Battle for Azeroth einschlägt. Es gefällt mir einfach nicht, wenn ich Befehlen folgen soll, die ich für falsch oder einfach nur dämlich halte. Glücklicherweise können mich die amüsanten und teilweise wirklich spannenden Nebengeschichten über den Kriegsunsinn hinwegtrösten.

Mein Hauptcharakter ist eigentlich eine Allianz-Jägerin, aber da ich mit ihr nur die Hälfte der Erweiterung erleben würde, habe ich auch meinen Horde-Dämonenjäger entstaubt. Und ich bin froh darüber, denn seine Seite gefällt mir bisher wesentlich besser. Die Karten sind interessanter und ich sehe andere Dinge als immer nur große Menschen, kleine Menschen und dicke Menschen. Allerdings kann sich meine Präferenz natürlich sehr schnell ändern. Ich bin auf jeden Fall gespannt, was mich die nächsten Monate erwartet.

80

spieletipps meint: Grafisch ein Schritt in die richtige Richtung. Inhaltlich eine Mischung aus interessanten Neuerungen und Altlasten.

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