Vorschau Sekiro - Shadows Die Twice: gamescom-Demo spielt sich überraschend "Stealth"-lastig

von Micky Auer (22. August 2018)

Auf der E3 2018 haben Activision und From Software ihre Partnerschaft bekanntgegeben. Als erste Blüte dieser Beziehung soll Sekiro - Shadows Die Twice erscheinen. Jetzt gibt es auf der gamescom neue Infos. Und wir durften es auch endlich anspielen.

Niemand geringerer als Hidetaka Miyazaki ist der federführende kreative Kopf hinter Sekiro - Shadows Die Twice. Solltet ihr den Namen noch nie gehört haben: Das ist der Mann, der euch ständig sterben lässt. Und zwar vordergründig in den Souls-Spielen, deren Erfinder er ist.

Ähnlich hammerhart geht es auch in Sekiro zu. Es handelt sich um eine Einzelspieler-Erfahrung, in der ihr die Rolle eines Kriegers in einem feudalen japanischen Szenario übernehmt. Eure Mission: Rettet euren Herrn, einen jungen Adeligen, und nehmt gleichzeitig Rache an eurem Erzfeind. Die Besonderheit daran: die Hauptfigur verfügt nur über eine Hand. Am anderen Arm befindet sich eine Prothese (obwohl dieses Wort der Funktion des Ersatzes nicht gerecht wird), die durch ihre Vielseitigkeit das wichtigste Spielelement ist. Dazu später mehr.

Erstmal eine gute Nachricht: Das neue Spiel von From Software soll bereits am 22. März 2019 für PlayStation 4, PC und Xbox One erscheinen (eine Collector's Edition wurde vor kurzem angekündigt). Dann soll die ganze Welt zeitgleich in den Genuss der Abenteuer des "einarmigen Wolfes" kommen. Auf der gamescom 2018 durften wir bereits einige der tragenden Spielelemente von Sekiro im Rahmen einer Demo ausprobieren.

Shinobi-Prothesen sind die coolsten Prothesen

Werft mit uns zuerst einen Blick auf die wichtigsten Spielelemente, die in der gamescom-Demo im Mittelpunkt stehen. Dabei handelt es sich um folgende Punkte:

Ohne Schwert geht nichts. Sekiro wurzelt in japanischer Folklore und Mythologie.Ohne Schwert geht nichts. Sekiro wurzelt in japanischer Folklore und Mythologie.

Der Kampf mit dem Schwert:

Eure Hauptwaffe in Sekiro ist ein klassisches Katana. Dementsprechend werdet ihr auch den Großteil der offenen Konfrontationen damit austragen. Es bleibt dabei nicht bei regulären Angriffen. Euch stehen nämlich auch besondere Fähigkeiten zur Verfügung, um das Kampfgeschehen zu euren Gunsten zu entscheiden. Von Grund auf wird zwischen leichten und schweren Angriffen unterschieden. Letztere sind nötig, um eventuell vorhandene gegnerische Deckungen zu durchbrechen.

Die Shinobi-Prothesen:

Wie schon kurz erwähnt, dient die Armprothese als Basis für eine ganze Reihe von nützlichen Werkzeugen und Waffen. Gegner - auch Bosse - verfügen über spezifische Schwachpunkte. Mit der richtigen Waffe zum richtigen Zeitpunkt könnt ihr diese Schwachpunkte ausnutzen und dadurch im Kampf große Vorteile erzielen. Neben einer Vielzahl verschiedener Sekundärwaffen nutzt ihr mithilfe der Prothese auch einen Greifhaken, durch den ihr auch abseits der sichtbaren Pfade die Gegend über Dächer und andere höher gelegene Orte erkunden dürft.

Wiederauferstehung:

Das ist mehr als nur ein einfacher "Respawn", wie schon der Name des Spiels selbst verrät (Shadows Die Twice - Schatten sterben zweimal). Die Wiederauferstehung lässt sich strategisch einsetzen. So könnt ihr mitunter an Ort und Stelle im Spiel nach eurem Ableben wieder zum Leben erwachen. Oder aber ihr tretet durch diese Fähigkeit den taktischen Rückzug an. Die Wiederauferstehung eignet sich auch dazu, Gegner zu täuschen und aus dem Hinterhalt anzugreifen. Wie genau und unter welchen Voraussetzungen das im Spiel funktioniert, konnten wir jedoch noch nicht ausprobieren.

Oft wie Dark Souls mit Schleicheinlagen

Beim Anspielen sind uns gleich zwei Dinge positiv aufgefallen: Sekiro - Shadows Die Twice lässt eindeutig durchschimmern, aus welcher Software-Schmiede es kommt. So vermittelt die Atmosphäre ein desolates Gefühl, eine Trostlosigkeit und trotzdem eine höchst spröde Ästhetik, wie ihr sie vielleicht schon aus den Souls-Spielen kennt. Die Grafik ist nicht der absolute Überflieger. Tatsächlich ist sie eher zweckdienlich als besonders ansprechend, jedoch schafft sie es, die passende Atmosphäre aufzubauen. Das wäre das Eine.

Hohes Gras verbirgt euch und hilft euch beim Anschleichen. Ob das auch in dieser Szene funktioniert, ist jedoch zu bezweifeln.Hohes Gras verbirgt euch und hilft euch beim Anschleichen. Ob das auch in dieser Szene funktioniert, ist jedoch zu bezweifeln.

Der andere Punkt: Vom Spielgefühl her erinnert Sekiro durchaus an Shadow Tactics - Blades of the Shogun, das 2016 für PS4 und Xbox One erschienen ist. Es gibt durchaus Szenen, die sich actionreich spielen. Jedoch seid ihr nicht das ganze Spiel über dazu genötigt, auf direkte Konfrontation zu gehen. Tatsächlich verfügt Sekiro über eine starke Stealth-Mechanik, die in zweierlei Hinsicht wichtig ist.

Beim Spielen haben wir viele Situationen erlebt, die geradezu danach schreien, heimlich vorzugehen. Gleich zu Beginn haben wir uns mithilfe des Greifhakens von Dach zu Dach geschwungen, eine erhöhte Beobachterposition gewählt und erstmal die Gegend erkundet. Dabei konnten wir herausfinden, wo sich Gegner befinden und uns einen Überblick über das Terrain verschaffen.

Mit diesen wichtigen Informationen konnten wir dann auch entsprechend schattenhaft vorgehen. Allein dastehende Gegner haben wir mit einem Sprung vom Dach ausgeschaltet. Ein Kampf ist dabei nicht mehr vorgesehen, Exekutionen von oben führen zum sofortigen Tod des Gegners. Das gilt auch für stille Assassinen-Aktionen von hinten. Haltet die Augen nach hohem Gras offen. Denn darin lässt es sich besonders gut und vor allem ungesehen schleichen. Gelingt es euch so, einen Gegner von hinten zu erwischen, vermeidet ihr ebenfalls einen Kampf und könnt ihn leise und ungesehen ausschalten.

Euer wichtigstes Instrument: Die Shinobi-Prothese mitsamt Greifhaken.Euer wichtigstes Instrument: Die Shinobi-Prothese mitsamt Greifhaken.

Nicht nur geht ihr auf diese Weise gefährlichen Kampfhandlungen aus dem Weg, heimliche Aktionen scheinen auch eine spezielle Energieleiste aufzuladen, die als "Treibstoff" für Spezialattacken mit dem Katana dient. Ob das wirklich so ist und nicht noch von weiteren Faktoren abhängt, konnten wir beim Spielen nicht zweifelsfrei feststellen. Es deutet jedoch alles darauf hin.

Dreh- und Angelpunkt des gesamten Spielgeschehens sind die Shinobi-Prothesen. So auch im Kampf. Es gibt eine Vielzahl von Aufsätzen, wie zum Beispiel eine Axt oder eine Art Flammenwerfer. Diese scheinen nicht nur einen von euch bevorzugten Spielstil zu unterstützen, sondern sind wohl auch von essenzieller Wichtigkeit für das Vorankommen im Spiel. Wie wichtig zum Beispiel besagter Flammenwerfer ist, haben wir in der Demo erfahren.

Design und Stimmung gehen Hand in Hand

Die Größe der Areale im Spiel ist nicht zu unterschätzen. Glücklicherweise gibt es die Möglichkeit, euch an im ganzen Spiel verteilten Gebetsschreinen Rücksetzpunkte zu erschaffen. Das erinnert wieder sehr an die Souls-Spiele, haben diese Schreine in Sekiro doch quasi die gleiche Funktion wie die Leuchtfeuer in Dark Souls.

Soll heißen: Ihr setzt bei Benutzung einen Speicherpunkt, füllt eure Energiereserven wieder auf und - und das ist besonders wichtig - erweckt alle besiegten Gegner in diesem Bereich wieder zum Leben. Wollt ihr also ein Gebiet Schritt für Schritt von Widersachern befreien und euch zwischendurch immer wieder auffrischen: das könnt ihr getrost vergessen. Die Herausforderung bleibt auch nach dem Speichern aufrecht.

Glücklicherweise sind die Gegner dann auch interessant genug gestaltet, so dass sie auch beim x-ten Versuch noch cool aussehen. Es gibt alle Arten von Samurai-Gestalten. Vom klassischen Kämpfer mit dem Schwert über Krieger, die einen Speer bevorzugen, bis hin zu Widersachern, die euch mit irgendwelchem Kram bewerfen. Die Gegner sehen nicht nur unterschiedlich aus, sie erfordern auch wechselnde Taktiken, um sie zu bezwingen.

Wenn eure heimliche Vorgehensweise mal fehlschlagen sollte oder nicht anwendbar ist, müsst ihr euch natürlich dem Kampf stellen. Da kann es schon mal vorkommen, dass ein Gegner mit einem dicken Schild bewehrt auf euch zukommt. Mit normalen, leichten Angriffen habt ihr keine Chance. Ihr müsst die schweren, dafür aber langsamen Angriffe anwenden. Die lassen euch zwar länger offen, können aber zum Beispiel einen Holzschild locker zerschmettern.

Vor allem die Boss-Gegner sehen fantastisch aus und reihen sich nahtlos in die mittelalterliche, von Folklore und Mythlogie geprägte Stimmung des Spiels ein. Gesehen haben wir zwei, sehen sollten wir jedoch nur einen. Nämlich einen Koloss, der wohl an die Optik eines japanischen Ogers angelehnt sein soll. Im Kampf haben wir da schnell etwas gelernt: die klassische "Dark Souls"-Taktik (ausweichen, offene Stellen in der Deckung suchen, zuschlagen, zurückziehen, alles von vorn) funktioniert hier nur bedingt. So hatten wir anfangs keine Chance.

Der entscheidende Hinweis: Feuer hilft!Der entscheidende Hinweis: Feuer hilft!

Gut, dass uns eine Messestand-Mitarbeiterin den Hinweis gab, dass der Boss gegen Feuer empfindlich sei. Aha! Und da kam dann die Flammenwerfer-Prothese zum Einsatz. Jetzt möchte man meinen, einen Gegner mit dem Element anzugreifen, gegenüber dem er empfindlich ist, würde höheren Schaden verursachen und gut ist's. Das stimmt nur zum Teil, denn der Angriff mit Feuer hat den Oger sogar für einen Moment völlig hilflos werden lassen! Er versucht, die Flammen zu löschen, zeigt eindeutig Angst vor dem Feuer. So entsteht euch als Spieler auch ein wichtiger zeitlicher Vorteil im Kampf.

Außerdem sind wir in der Demo noch auf einen Bereich gestoßen, der selbst oben genannter Mitarbeitern unbekannt war. Wenig subtil wurden wir durch Schilder darauf hingewiesen, dass uns der Tod bevorsteht, wenn wir weitergehen. "Der Kopflose kann nicht enthauptet werden! Geh nicht weiter! Hier lauert der sichere Tod!", so die Aussagen (sinngemäß übersetzt). Natürlich mussten wir unbedingt rausfinden, was es damit auf sich hat. Das war ein Fehler.

Denn schon bald darauf eröffnet sich vor uns eine Höhle, in der ein abgrundtief hässliches und abstoßendes Wesen lauert. Ein schleimiges Etwas mit langen, dürren Armen und Beinen, bewaffnet mit einem Schwert, jedoch fehlt ihm der Kopf. Das muss dann wohl besagter Kopfloser sein. Kurzum: Das Ding hat uns mit ein, zwei Schlägen komplett vernichtet. Aber komplett. Nun, die Demo war dann auch zu Ende. Es gibt voraussichtlich im März 2019 ein Wiedersehen. Und dann ist Zahltag.

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Tags: gamescom 2018   Singleplayer  

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