Vorschau Biomutant: Ausgesprochen hohes Potenzial

von Micky Auer (22. August 2018)

Es ist schon eine Weile her, seit wir neues Material zum vielversprechenden Biomutant begutachten konnten. Unsere Sorge, dass das Spiel vielleicht gestorben wäre, ist unbegründet. Auf der gamescom zeigt es sich quicklebendig.

Bereits im Vorjahr sind wir auf der gamescom von Biomutant überrascht worden. In diesem Jahr durften wir uns das Action-RPG ein ganzes Stück genauer ansehen. Und was wir gesehen haben, lässt unsere Vorfreude steigen! Biomutant zeigt sich bisher von einer ausgesprochen interessanten, innovativen und unterhaltsamen Seite.

Im Spiel steuert ihr ein nicht näher definiertes Wesen durch eine postapokalyptische Welt. Nicht näher definiert deswegen, weil sich in Biomutant alles um Mutationen dreht. Damit einher geht auch eine sich stets verändernde Optik. Denn eure antropomorph anmutende Hauptfigur ist ein wahrer Überlebenskünstler, dessen Physiologie sich entsprechend eurer Aktionen laufend verändert

Was es genau damit auf sich hat, welche Ziele ihr im Spiel verfolgt und wie sich das letzten Endes in spielbarer Form anfühlt, erfahrt ihr aus den folgenden Zeilen.

Die Weltenfresser kommen

Die Welt von Biomutant ist - mal wieder - von postapokalyptischer Natur. Was genau diese Apokalypse herbeigeführt hat, wissen wir noch nicht. Auf jeden Fall ist wohl die ganze Zivilisation erstmal den Bach runter. Mitten im Land befindet sich ein Weltenbaum, der durch seine fünf Wurzeln zusammenhält, was von der Welt noch übrig ist.

Weil es immer schlimmer kommt als man befürchtet, haben sich an diesen fünf Wurzeln nun auch noch fünf "World Eater", also Weltenfresser eingenistet. Die nagen beständig an den Wurzeln des Baumes und drohnen ihn zu vernichten. Nun könnte der unbedarfte Spieler meinen, ein klares Ziel vor Augen zu haben, in dem er einfach auszieht, um diese Weltenfresser zu vernichten und alles wird wieder gut. Das stimmt auch, jedoch nur zum Teil.

Denn ebensogut könnt ihr euch im Spiel dazu entscheiden, euch mit den Weltenfressern zu verbünden und das Ende des Weltenbaumes noch schneller herbeizuführen. Oder aber ihr besiegt vielleicht nur einen der Weltenfresser? Damit erhöht ihr zwar die Chance auf eine Rettung der Welt, doch der Ausgang ist nach wie vor ungewiss. Doch damit endet die überraschend große Entscheidungsfreiheit noch nicht.

Im Spiel gibt es sechs Völker. Ihr könnt sie in Ruhe lassen, mit ihnen kooperieren oder - wenn euch der Sinn danach steht - gegeneinander aufhetzen und sogar in den Krieg treiben. Die "Story", wenn man sie so nennen will, ist wohl nicht mehr als ein loser Rahmen. Sie will auch gar nicht mehr sein, den im Endeffekt gestaltet ihr den Verlauf und den Ausgang eures Abenteuers selber.

Selbstverständlich gibt es Aufträge und Aufgaben, die ihr erfüllen könnt. Ihr trefft auf Schlüsselcharaktere, die euch diverse Aufträge erteilen. Das soll jedoch vollkommen beliebig und optional bleiben. Vielleicht trefft ihr auf Figuren, die andere Spieler niemals zu Gesicht bekommen oder umgekehrt. Oder in anderer Reihenfolge.

Uns entstand der Eindruck, dass in Biomutant nicht stur der Reihe nach eine Quest nach der anderen abgehakt wird, sondern dass durch viele, viele Entscheidungen, die ihr treffen sollt, tatsächlich individuelle Geschichten und Ausgänge entstehen. Das Konzept der freien Auswahl mit entsprechenden Konsequenzen scheint hier tatsächlich mal aufzugehen. Ob das im Endeffekt wirklich so ist, lässt sich natürlich nur im fertigen Spiel herausfinden.

Die offene Welt ist vergleichsweise klein. Gerade mal 8 x 8 Kilometer stehen euch zur Verfügung. Wichtig ist jedoch, was ihr in dieser Welt vorfindet und wie interessant sie sich gestaltet, nicht, welchen Größenrekord sie bricht.

Eine eigene Welt für jeden Spieler

Anstatt ganz am Anfang des Spiels durften wir in der diesjährigen gamescom-Demo ein ganzes Stück weiter im Spiel anfangen. Als erstes fällt ins Auge, dass der Charakter-Editor stark überarbeitet wurde. Übersichtlich, leicht zu bedienen und mit genug Variationen versehen, um euch einen individuellen Charakter erstellen zu lassen.

So setzt ihr eure Kräfte im Spiel ein:

Besagter Charakter basiert auf fünf Grundwerten, nämlich Stärke, Gewandtheit, Charisma, Intelligenz und Vitalität. Erstaunlicherweise bleibt es hierbei nicht bloß bei reinen Zahlenspielchen. Denn je nachdem, welcher Wert wie stark ausgebaut ist, verändert sich tatsächlich die Optik eures Charakters. Ist der Stärkewert besonders hoch, hat eure Figur auch entsprechend dicke Arme. Bei einem hohen Intelligenzwert schwillt hingegen der Kopf an. So viel Wissen wiegt nun mal schwer ...

Das sind übrigens keine festen Werte. Wenn ihr mit der Punkteverteilung nicht zufrieden seid oder für eine bestimmte Situation vielleicht einen anderen Wert bevorzugt, habt ihr die Gelegenheit, diese umzuverteilen. Allerdings können wir noch nicht sagen, ob das unbegrenzt möglich ist. Auf jeden Fall spielt dieser Umstand in das Konzept rein, dass ihr im Spiel ständig mutiert und euch entsprechend an neue Situationen anpassen könnt.

Diese individuelle Veränderung betrifft übrigens sogar die Spielumgebung selbst. So wird nämlich zu Beginn des Spiels für euch eine zufällig generierte Welt berechnet. Die bleibt dann während des Spiels als solche bestehen, aber jeder Spieler soll eine anders aufgebaute Welt präsentiert bekommen.

So kann es passieren, dass ihr in einer Eiswelt landet, oder vielleicht in einer höchst toxischen Umgebung. Jede Situation erfordert natürlich, dass ihr euch auf deren spezielle Umstände einstellt. Wenn ihr beispielsweise in der Kälte unterwegs seid, braucht ihr natürlich entsprechend warme Kleidung.

Abgesehen von der zufällig generierten Umgebung folgt die Spielwelt dem Metroid-Prinzip. Soll heißen: Ihr müsst bestimmte Gegenstände finden oder mitunter neue Fähigkeiten entwickeln, um neue Abschnitte im Spiel zu erreichen. Ein Beispiel: Ihr besiegt einen Boss und findet dann in der Arena eine Tür. Dahinter befindet sich ein Metallhandschuh, mit dessen Hilfe ihr fortan alle metallenen Türen im Spiel einschlagen könnt. Dahinter befinden sich nicht nur ein paar obskure Geheimräume, sondern mitunter ganz neue Abschnitte und große Spielbereiche.

Was ist eigentlich ein Super Wushu?

Damit wir auch den edukativen Anspruch erfüllen: Wushu ist ein Begriff aus dem Chinesischen und bedeutet in etwa "Form". Demnach ist ein Super Wushu auch eine Super-Form. Das zeigt sich in Biomutant vor allem im Kampf. So könnt ihr euch mit der richtigen Mutation und Ausrüstung zum Beispiel in eine Blase hüllen, die euch höher springen lässt oder Gegner wegstößt. Nutzt ihr diese Form, füllt sich eine Energieleiste. Ist diese wiederum voll, könnt ihr einen vernichtenden Angriff, eben einen Super Wushu ausführen.

Ihr rüstet insgesamt vier Mutationen und Fähigkeiten gleichzeitig aus. Diese sind frei kombinierbar und haben mitunter auch wechselseitige Wirkungen aufeinander. Diese Flexibilität in der Verfügbarkeit und der Anwendung von Spezialfähigkeiten ist nötig, um bestimmte Situationen im Spiel zu meistern. Nicht nur in der oft lebensfeindlichen Umgebung, sondern auch im Kampf.

Den beschreibt der Entwickler übrigens als Mischung aus Batman - Arkham Asylum, Ratchet & Clank und Devil May Cry. Das mag in der Theorie erstmal etwas absurd klingen, ergibt aber bei genauerer Betrachtung durchaus Sinn. Zum Beispiel könnt ihr eure Ausrüstung durch Benutzung aufwerten, ähnlich wie in Ratchet & Clank. Im Kampf orientiert ihr euch an situationsabhängigen Eingabeaufforderungen, so wie zum Beispiel der "Free Flow Battle" in Batman - Arkham Asylum. Körperparameter hingegen werden klassisch durch Erfahrungspunkte verbessert. Ganz im Stile eines Rollenspiels. Und insgesamt soll es actionreich wie in Devil May Cry zugehen.

Außerdem bestimmen sowohl ein dynamischer Tag- und Nachtwechsel als auch wechselnde Wetterverhältnisse das Kampfgeschehen. Eure Gegner sind nämlich zu bestimmten Tageszeiten mal stärker, mal schwächer und sollen auch auf das Wetter entsprechend mit Stärken und Schwächen reagieren.

Ist ein Gegner groß genug, kann er euch mitunter auch verschlingen.Ist ein Gegner groß genug, kann er euch mitunter auch verschlingen.

Zum Ende hin durften wir dann sogar gegen einen Weltenfresser antreten. Dabei haben wir uns einen Panda-Mech angelegt, der von oben bis unten modifizierbar ist. Mit einer Art Staubsauger konnten wir kleine Tiere aufsaugen und sie als Geschosse gegen den Boss verwenden. Ja, ihr habt richtig gelesen! Vielleicht ist das Prinzip im weiteren Spielverlauf sogar noch erweiterbar, wenn ihr zum Beispiel giftige Lebewesen aufsammeln und nach Wunsch einsetzen könnt.

Der Bosskampf selbst unterteilt sich in mehrere Phasen. Und wir staunten nicht schlecht, als uns der Boss plötzlich verschlungen hat und wir uns erst durch seinen Körper kämpfen mussten, um sein Herz zu erreichen (und es für immer abzustellen). Allerdings kann es aber auch passieren, dass ihr den Körper des Bosses wieder verlasst. Und zwar auf dem natürlichen Ausscheidungsweg. Ja, ganz genau da. Ob das unsere Vorfreude nun anfacht oder mindert, bleibt dahingestellt.

Tags: gamescom 2018  

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