Vorschau Darksiders 3: Wut mit Tiefgang

von Micky Auer (24. August 2018)

Lange Zeit war das Schicksal der Darksiders-Reihe ungewiss. Seit einiger Zeit ist diese Ungewissheit ausgeräumt. Ein dritter Teil kommt, und wir haben auf der gamescom überraschende Eindrücke gesammelt.

Krieg und Tod standen in den ersten beiden Teilen Darksiders und Darksiders 2 im Mittelpunkt. Also, nicht nur die Konzepte Krieg und Tod, sondern gleich die Personifikationen derselben. Ihr seid nämlich in die Rollen der Reiter der Apokalypse geschlüpft. In Darksiders 3 hat die Wut ihren Auftritt, oder besser gesagt Fury, ihres Zeichens die Hauptfigur des Spiels.

Genau wie in den beiden Vorgängern dreht sich das Spielgeschehen wieder um jede Menge Action, dem Lösen von teils groß angelegten Puzzles und der Erkundung der Spielwelt. Erneut ist es das "Charred Council", das die Ereignisse in Gang bringt. Dabei handelt es sich um einen Rat aus alten Wesen, dessen Aufgabe es ist, die Balance der übernatürlichen Kräfte im Universum zu bewahren. Der Auftrag dieses Konzils an Fury: Finde und vernichte die sieben Todsünden, die seit dem Beginn der Apokalypse über das Angesicht der Welt wandeln.

So zieht Fury also aus, um diese gewaltige Aufgabe zu lösen. Getrieben wird sie dabei nicht bloß von reinem Pflichtbewusstsein, sondern auch aus persönlicher Motivation heraus. Außerdem misstraut sie Krieg, denn sie glaubt, er wäre dafür verantwortlich, dass die Apokalypse über die Welt hereingebrochen sei.

Somit entsteht mit Fury eine Hauptfigur, die im Gegensatz zu ihren beiden Vorgängern über erstaunlich viel Charaktertiefe verfügt. "Tiefe" ist ohnehin ein definierendes Attribut für die gesamte Gestaltung des Spiels. Dazu erfahrt ihr gleich mehr.

Wut mit Persönlichkeit und Tiefgang

Furys Abenteuer findet parallel zu den Geschehnissen aus den ersten beiden Spielen statt. Die Geschichte wird also nicht weitererzählt, sondern grundsätzlich erweitert und ausgebaut. Außerdem sollen bereits bekannte Geschehnisse aus dem Blickwinkel von Fury gezeigt werden.

Wie bereits erwähnt, soll Fury keine eindimensionale Figur bleiben. Stattdessen soll sich ihre Persönlichkeit im Laufe der Geschichte entwickeln. Wo es in der Reihe zuvor meist um den Kampf "Himmel gegen Hölle" ging, soll in Darksiders 3 Furys persönliche Motivation im Vordergrund stehen. Warum sie mit den sieben Todsünden noch ein Hühnchen zu rupfen hat, bleibt einstweilen ungeklärt.

So sehen die Kämpfe in Darksiders 3 aus:

In der gamescom-Demo durften wir schon einen Kampf gegen die Todsünde Neid beobachten, die mit einem vogelartigen Design überrascht. Das wirkt für die Darksiders-Serie eher ungewöhnlich, jedoch keineswegs deplatziert. Im Kampfgeschehen zeigt sich, dass viel Wert auf Geschwindigkeit und Ausweichmanöver gelegt wird, weniger auf brachialen Nahkampf und Blocken.

Krieg in Darksiders verlässt sich ganz auf wuchtige Schläge und starke Rüstung. Tod in Darksiders 2 musste schon wesentlich mehr Beinarbeit in Ausweichmanöver investieren. Fury führt das Prinzip noch weiter. Ihr Kampfstil ist schnell und auf Distanz ausgelegt. Ihre Hauptwaffe, die Peitsche, unterstreicht diese Herangehensweise. Darksiders 3 verlangt, dass ihr eure Gegner studiert, aus ihren Bewegungsmustern lest, welche Aktion als nächstes sinnvoll wäre.

Die Konzeptgrafik zeigt schon recht genau, wie Fury im Kampf agiert.Die Konzeptgrafik zeigt schon recht genau, wie Fury im Kampf agiert.

Der Kampf gegen Neid lief übrigens in mehreren Phasen ab, die - ähnlich wie Zelda-Bosskämpfe - verschiedene Spielmechaniken einsetzen. So musste sich Fury zum Beispiel an einer Stelle mithilfe ihrer Peitsche von Plattform zu Plattform schwingen. Das wirkte zwar durchaus anspruchsvoll, gleichzeitig aber auch fair.

Eine verschachtelte Welt, die es in sich hat

Die Welt von Darksiders 3 erstreckt sich in alle Richtungen, vor allem in die Vertikale. Wie bereits eingangs erwähnt: Tiefe spielt hier eine besonders große Rolle. Tatsächlich erwähnen die Entwickler, dass ihnen die schiere flächige Ausdehnung der Spielwelt nicht wichtig ist, sondern was sich in ihrer Tiefe verbirgt.

Von oben betrachtet ist die Welt tatsächlich kleiner als in Teil 2, dafür gibt es wesentlich mehr Schauplätze auf unterschiedlichen Ebenen und Höhen, was durchaus ein wenig an Dark Souls und seine verschachtelten Level-Konstruktionen erinnert.

Die geplante Apocalypse Edition enthält unter anderem wunderschön gestaltete Figuren aller bisherigen Hauptcharaktere.Die geplante Apocalypse Edition enthält unter anderem wunderschön gestaltete Figuren aller bisherigen Hauptcharaktere.

Daher gibt es auch keine riesengroße Karte, sondern lediglich Referenzpunkte, die ihr als Spieler sehen könnt. Sie dienen zur Orientierung, aber auch ein wenig zur Lenkung, damit ihr wisst, wohin ihr eure Aufmerksamkeit als nächstes richten solltet.

Und letzten Endes sollt ihr beim Erforschen der einzelnen Areale auch Verbindungen zwischen den einzelnen Abschnitten der Spielwelt stoßen, dir ihr öffnen und fortan nutzen könnt. So entsteht ein gewisser Aha-Effekt, wenn ihr zum Beispiel einen neuen Durchgang entdeckt und danach feststellt: "Hey, hier war ich doch schon mal!" - So gelangt ihr vielleicht an Orte, die ihr zuvor zwar sehen, jedoch nicht erreichen konntet.

Ein Beispiel: Im Hintergrund erblickt ihr eine Brücke, die jedoch hochgezogen und somit unpassierbar ist. Vielleicht fünf oder sechs Stunden später findet ihr eine Möglichkeit, diese Brücke herunterzulassen und somit nutzbar zu machen. Somit habt ihr dann die Verbindung zwischen einem neuen Areal und einem, das ihr schon kanntet, hergestellt.

Der "Watcher" ging bereits Krieg gehörig auf die Nerven. Wie es scheint, darf sich auch Fury mit einem Vertreter dieser Art auseinandersetzen.Der "Watcher" ging bereits Krieg gehörig auf die Nerven. Wie es scheint, darf sich auch Fury mit einem Vertreter dieser Art auseinandersetzen.

Je tiefer ihr in die Welt von Darksiders 3 eintaucht, desto abgedrehter wird die Umgebung, die sich fortlaufend magischer, schwieriger und fordernder präsentiert. Die Veränderungen in der Geographie machen sich auch in den Spielelementen bemerkbar.

Zur schnellen Fortbewegung soll Fury auch wieder ein Pferd zur Verfügung stehen, im Kampf kann sie auch - wie es sich gehört - eine Chaos-Form annehmen. Beides soll aber vorerst noch geheim bleiben und wurde uns nicht gezeigt. Ebenso die Artefakte, die ihr finden könnt und die Furys Kampfstil variieren sollen. Die Basismechanik im Kampf und die Grundausrüstung (die Peitsche) sollen stets zur Verfügung stehen, die besagten Fundstücke bringen dann die Abwechslung. Das ist grundlegend anders als in Teil 2, wo ihr viel looten und anpassen konntet.

Zum Abschluss wurde uns noch die Identität des vierten Reiters verraten. Dabei handelt es sich wohl um Streit, der aber noch keinen großen Auftritt haben soll. Es klingt aber so, als wären hiermit bereits die Pläne für einen vierten Teil vorhanden. Und ja: Auch die anderen Reiter sollen wieder in irgendeiner Form vorkommen. Von uns aus kann die Apokalypse dann mal bald weitergehen! Voraussichtlich wird das am 27. November 2018 der Fall sein, wenn Darksiders 3 für PC, PlayStation 4 und Xbox One erscheinen soll.

Tags: gamescom 2018  

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