Vorschau Metro - Exodus: Wer überlegt und präzise spielt, wird belohnt

von Micky Auer (23. August 2018)

Artjoms Abenteuer in einem nuklear verseuchten Russland neigt sich dem Ende zu. Auf der gamescom durften wir neue Einblicke in die Welt von Metro - Exodus nehmen.

Die Demo auf der gamescom beginnt gleich mit einer grausamen Szene: Wir sind gerade am Ertrinken! Also, nicht wir, aber zumindest Artjom, in dessen Rolle wir im Spiel schlüpfen. Doch plötzlich erscheint eine Frau mit Totenschädelmaske, zieht Artjom aus dem Wasser, schlägt ihm auf die Brust. Es funktioniert, die Wieberbelebungsmaßnahmen haben geholfen. Das ging nochmal gut. Gerade mal so.

Wer die geheimnisvolle Frau ist, bleibt erstmal unklar. Jedoch wurde sie als Sprecherin in den Untertiteln als "Kind des Waldes" bezeichnet. Mehr erfahren wir erstmal nicht.

Nachdem der erste Schock überwunden ist, beginnen wir irgendwo mitten im Spiel, ohne konkretes Ziel vor Augen. Ausgerüstet sind wir mit drei Waffen: einem Maschinengewehr, einer Schrotflinte und einer Armbrust. Wie sich bald zeigen soll, ist die Armbrust vorerst die wichtigste Waffe. Ihr größter Vorteil: Sie ist so gut wie lautlos.

Wir ziehen los, weichen etwas vom Weg ab und treffen schon bald auf einen gefesselten Mann, der von einem mutierten Hund angefallen wird. Wir helfen ihm aus seiner misslichen Lage, töten die Bestie und lösen seine Fesseln. Er zeigt sich dankbar, ist aber zu erschöpft, um uns zu begleiten. Ob dieser Mann noch einmal in Erscheinung tritt, wissen wir nicht. Vielleicht wird er uns irgendwann mal wieder begegnen und sich erkenntlich zeigen. Das wäre neu, denn die bisherigen Metro-Spiele haben auf eine solche Dynamik verzichtet.

Der neue Trailer zu Metro - Exodus von der gamescom 2018:

Was erwähnenswert ist: Um auf diese Szene zu stoßen, müsst ihr als Spieler etwas vom direkten Weg abgehen. Wer die Metro-Reihe kennt, weiß, dass die Areale eher linear aufgebaut sind. Daran hat sich grundlegend erstmal nichts geändert. Jedoch ist es nun so, dass viele Wege ans Ziel führen. Ihr seid eingeladen, die Umgebung zu erkunden. Und das solltet ihr trotz aller möglichen Gefahren auch tun. Den Grund dafür sollt ihr gleich erfahren.

Überlegtes Vorgehen wird belohnt

Danach läuft Artjom auf ein altes Schulgebäude zu, das allerdings schwer bewacht ist. Die Bande, die sich dort breitgemacht hat, ist nicht gut auf ihn zu sprechen. Ein Schritt weiter und sie würden das Feuer eröffnen. Offene Konfrontation käme hier einem Selbstmord gleich, denn bei einer solchen Überzahl an schwer bewaffneten Wachen hätte Artjom keine Chance.

Selbst in der desolaten Wildnis findet ihr noch schöne Momente.Selbst in der desolaten Wildnis findet ihr noch schöne Momente.

An dieser Stelle zeigt sich, dass der stille Pfad oft der bessere ist. Denn anstatt frontal loszustürmen, springen wir lieber von der Brücke und schleichen uns auf das Gebäude zu. Dass wir dabei von einer Schlange angegriffen und fast getötet werden, hält uns nicht ab. Und siehe da: Auf Schleichwegen finden wir einen Aufsatz für die Armbrust, der es uns ermöglicht, die Gegner auf größere Distanz auszuschalten. Und zwar ungesehen und ungehört. Die letzten paar verbleibenden Wachen lassen sich dann auf "traditionelle" Weise ausschalten.

Nachdem wir dieses Gebäude eingenommen haben, führt uns der Weg in ein Waldgebiet. Dort finden sich zahlreiche Jägerhochstände, die auch sinnvoll sind. Denn im Wald wimmelt es vor mutierten Tieren, wie Wölfe und - Überraschung: ganzen Horden von Hirschen! Eine Gruppe von etwa 15 dieser mutierten Viecher hat uns beinahe zertrampelt, wir konnten gerade noch ausweichen. Die Szene war spannend inszeniert und hat die Atmosphäre im Wald ad hoc verdichtet.

An dieser Stelle sei erwähnt, dass trotz radioaktiver Verseuchung sich das Leben und die Natur nicht unterkriegen lassen. Gerade im Wald gibt es auch viele nicht bedrohliche Tiere, wie Raben und Hasen. Trotz Mutation sind die Hoppler irgendwie knuddelig anzusehen, haben auch Angst vor Artjom und ziehen sich in ihren Bau zurück. Das verleiht der Spielwelt eine glaubhafte und lebendige Note.

Und vor lauter Entzücken über die Hasen sind wir auch brav in eine Netzfalle gelatscht. Eine Sekunde später hängen wir auch schon hilflos über dem Boden. Es dauert nicht lange und einige Banditen kommen aus ihrem Versteck, schauen sich an, was ihnen da in die Falle gegangen ist. Noch während sie darüber streiten, wer nun welchen Teil von Artjoms Ausrüstung erhält, geschieht etwas Unerwartetes:

Aus dem Dickicht bricht ein gigantischer, mutierter Bär, der die Banditen im Alleingang vernichtet. Die wehren sich zwar mit Molotov-Cocktails, ratternden Maschinengewehren und allem, was ihnen zur Verfügung steht, aber keine Chance. Uns ist klar, was uns das Spiel damit sagen will: Irgendwann, vielleicht in zehn oder 15 Stunden, dürfen wir uns wohl selbst mal an dem Bären versuchen. Aber mit der aktuellen Ausrüstung wäre das wohl ein sinnloses Unterfangen.

Authentisch statt hyperdynamisch

Zumindest zeigt der Bär kein Interesse an Beute im Netz, so können wir uns befreien und weiterziehen. Letzen Endes entdecken wir ein Lager, von dem uns nicht klar ist, wer es bewohnt. Denn wenn wir uns nähern, werden wir durch ein, zwei gezielte Treffer mit der Armbrust niedergestreckt. Es gibt aber - wie wir bereits zuvor gelernt haben - auch andere Wege. In diesem Fall könnten wir über eine Seilrutsche von oben ins Lager eindringen, oder aber mit einem Boot über einen Wasserweg kommen. Es gibt noch eine dritte Option, nämlich eine gut versteckte Höhle, die einen unterirdischen Zugang gewährt. Die Wahl liegt bei euch!

Inmitten der Wirren, die eventuell durch Kämpfe entstehen, hört man eine Frauenstimme rufen: "Hört auf zu kämpfen!" Ob diese Stimme zu der Frau gehört, die uns anfangs gerettet hat, wissen wir nicht. Vielleicht gehört dieses Lager den Kindern des Waldes und sie haben Artjom für einen Feind gehalten, wollten sich nur verteidigen. Doch das erfahren wir wohl erst im fertigen Spiel.

Das Spielgeschehen setzt stark auf Präzision, Erkundung und Crafting. Die Animationen und Bewegungsabläufe mögen auf den ersten Blick regelrecht behäbig wirken, vor allem, wenn ihr schnelle Ego-Shooter gewohnt seid. Metro - Exodus legt allerdings mehr Gewicht auf Authentizität als auf hyperdynamische Action. Bei genauerer Betrachtung passt das auch besser zum Spiel.

Stichwort Präzision: Ihr werdet für genaues Vorgehen belohnt. Sucht alles ab, findet Rohmaterialien, verhaltet euch still und nutzt Gelegenheiten. Vor allem Munition ist rar und sollte mit Bedacht eingesetzt werden. Glücklicherweise erlaubt das Crafting-System des Spiels die Herstellung der wichtigsten Ressourcen, darunter auch die so unendlich wichtigen Armbrustpfeile, Medi-Kits und Atemschutzmasken.

Selbst in der düsteren Welt von Metro gibt es noch Hoffnung. Seht selbst:

Wie wir schon beim ersten Anspieltermin im Juni feststellen konnten, könnt ihr auch im freien Feld den Rucksack öffnen und die wichtigsten Gegenstände herstellen. Komplexere Teile benötigen aber eine Werkbank, die ihr an verschiedenen Stellen im Spiel findet.

Metro - Exodus wird seinem Namen bisher gerecht. Der Auszug aus den Tunneln der Moskauer U-Bahn hinaus in ein nicht minder lebensfeindliches Land ist wirklich ein Exodus. Und trotz all der Gefahren wird es interessant und spannend sein, diese Welt zu erkunden. Metro - Exodus erscheint voraussichtlich am 22. Februar 2019 für PC, PS4 und Xbox One.

Tags: gamescom 2018  

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