Gamescom 2018: Unsere Tops und Flops der diesjähigen Spielemesse

(Special)

von Micky Auer (25. August 2018)

Ende - Gelände. Aus die Maus. Schicht im Schacht. Die gamescom 2018 ist für uns Journalisten erstmal rum. Zeit, ein Résumé zu ziehen und die Höhepunkt sowie die Rohrkrepierer der Messe zu entlarven.

Das war eine heftige Woche. Viele Termine, Unmengen von Informationen, Journalisten am Rande des Nervenzusammenbruches. Aber hat sich all der Stress denn auch gelohnt? Wir finden: Ja, hat er! Nach den mit Terminen vollgestopften Tagen haben wir endlich die Gelegenheit, uns mal zurückzulehnen, die Eindrücke zu verarbeiten und zu beurteilen, was uns gefallen hat, aber auch, was wir enttäuschend - mitunter sogar abstoßend fanden.

Der langen Rede kurzer Sinn: Das sind unsere High- und Low-Lights der gamescom 2018. Wart ihr selbst vor Ort oder habt ihr das Geschehen auf der Messe genau verfolgt? Sagt uns doch in den Kommentaren, was ihr besonders herausragend oder eben fürchterlich enttäuschend fandet. Wir sind gespannt!

Top

Cyberpunk 2077 - Geheime PR-Aktion:

Zwar waren Fans enttäuscht, dass Entwickler CD Projekt Red wenig neues Material mitbrachte, dafür haben sie sich aber die innovativste PR-Aktion der Messe ausgedacht. In dem zur gamescom veröffentlichten Concept Art war ein versteckter Link zu finden, der nicht nur zu einer, sondern gleich vier geheimen Botschaften führt.

Um die letzte Nachricht zu entschlüsseln, müsst ihr sogar eine Krankenversicherung bei TraumaTeam, einem der größten (fiktiven) Unternehmen im Cyberpunk-Universum beantragen. Alle Nachrichten und wie sie entschlüsselt wurden, könnt ihr hier nachlesen.

Flop

Schwacher Puls beim Heart of Gaming

Leider gab es dieses Jahr erneut nur wenig wirklich spannende News und packende Anspieltermine. Klar, für den „normalen“ Videospieler ist es sicherlich cool und aufregend, jetzt schon mal Black Ops 4 oder Assassin’s Creed - Odyssey auszuprobieren. Wir Journalisten sind aber auf der Jagd nach echten Überraschungen und ausführlichen, aussagekräftigen Anspielmöglichkeiten, damit wir euch mit brandheißen Nachrichten und fundierten Eindrücken versorgen können.

Und da sah es wirklich mau aus, selbst im Business-Bereich hinter verschlossenen Türen. Oftmals wurden uns die gleichen Trailer, Präsentationen oder Demos gezeigt, wie schon vor zwei Monaten auf der E3. Dazu entpuppt sich das unangekündigte Spiel von Ubisoft als Die Siedler (gähn, wir wollen endlich wieder Splinter Cell!), die Anspiel-Session mit Resident Evil 2 als viel zu kurzer Appetithappen und die Demo von Hyper Sports R als zu frühe, fast unspielbare Version. Nur einige, von vielen Beispielen der gamescom 2018.

Die wirklichen Überraschungen und ergiebigen Preview-Gelegenheiten lassen sich wahrscheinlich an einer Hand abzählen. Das ist sehr schade, denn so wird die gamescom immer mehr zur reinen Publikumsmesse, ohne großen Wert für die Presse. Wir fänden es cool und auch wichtig für die Games-Branche hierzulande, wenn Köllefornia mit California mithalten könnte, was echte Neuheiten angeht.

Top

Dontnod traut sich: Life is Strange 2

Max und Chloe, das beliebte Duo aus Life is Strange. Viele Fans hofften auf ein Comeback der beiden in Life is Strange 2, dem war sich Dontnod sicherlich auch bewusst. Und dennoch haben sie sich getraut und Max und Chloe fürs Erste Geschichte werden lassen. Trotz anfänglicher Skepsis sind wir nach unserer Vorschau und mehr Details zur Geschichte der beiden neuen Protagonisten zuversichtlich, dass Dontnod es schafft, uns erneut emotional zu überwältigen.

Flop

Nintendo, wo warst du?

Wo war Nintendo? Super Mario Party wurde gezeigt, alles schön und gut, sogar sehr interessant und auch erfreulich. Aber war es das schon? Oder, kommt noch was? Wir haben uns mehr zu Pokémon – Let’s Go, Super Smash Bros. - Ultimate oder Metroid Prime 4 gewünscht. Aber unsere größte Hoffnung lag auf neuen Infos zu dem Pokémon-Spiel für Switch, das 2019 erscheinen soll. Seit mehr als einem Jahr warten wir schon auf etwas Neues. Schon seit mehr als einem Jahr lässt uns Nintendo auf dem Trockenen.

Top

Biomutant – Als Nager Monster töten

Irgendwie ist unser Team doch einfach gestrickt. Wenn wir mit einem mutierten Nager in einem Mech-Anzug Monster töten können, sind wir glücklich. Nach dem Gameplay, dass auf der gamescom gezeigt wurde, können wir von Biomutant kaum genug bekommen. Mit 500.000 verschiedenen Kombinationen an Waffen und modifizierbaren Mechs hat uns Biomutant überzeugt. Riesenmonster mit einem Enten- oder Panda-Mech besiegen, schnelle Kämpfe und eine Landschafft, die einen in den Bann zieht - mehr wollen wir nicht.

Flop

Die Bundeswehr

Geht es bei 11:11 (siehe nächster Absatz) um den Krieg und einen komplexen Umgang mit den tiefen Spuren, die dieser in den Menschen hinterlässt, geht – von allen Organisationen gerade die – die Bundeswehr mit dem Thema ganz anders um: unsensibel und verherrlichend. Rund um die gamescom fanden sich Werbeplakate, auf denen Sprüche wie „Multiplayer at its best“ standen. Schon seit Jahren sieht die Bundeswehr die gamescom als besonders geeigneten Ort, um Menschen zu rekrutieren. Wäre dieser Umstand nicht schon fragwürdig genug, versuchen sie es nun mit einer Verherrlichung des Krieges. Als handele es sich beim Videospielen nur um einen kleine Verlängerung zum realen Töten von Menschen – der nächste logische Schritt. Wir finden das abstoßend.

Top

11:11 - Memories Retold

Bandai Namco ist als Publisher bekannt, der vor allem japanische Spiele verlegt. Auf der Präsentation zeigte man uns Spiele wie Jump Force oder One Piece – World Seeker. Umso überraschender als danach drei Spiele gezeigt wurden, die aus Europa stammen. Eines davon 11:11 - Memories Retold. Bei diesem handelt es sich um ein interaktives Gemälde. Der Grafikstil ist wie handgezeichnet, die Geschichte handelt von einer Zeit, die selbst viele gezeichnet hat: der Erste Weltkrieg.

Doch anstatt große Kämpfe zu zeigen, geht es um das private Schicksal zweier Menschen, die eigentlich Feinde sein sollten. Nicht nur hat uns die etwa 30-minütige Demo beeindruckt, auch war das Gespräch mit zwei Entwicklern danach sehr aufschlussreich. Intelligente Menschen, die mit Leidenschaft über ihr Spiel und Videospiele als solche sprachen. Es war einer der besten Momente der Messe – mehr dazu könnt ihr bald auf spieletipps lesen.

Erstaunlicherweise noch ein Top

Ragen in Rage 2

Zugegeben ... bei der Enthüllung von Rage 2 auf der E3 hat sich bei uns wenig geregt. Teil eins war ein ziemlicher Rohrkrepierer und die krachige, völlig überzogene Präsentation vom Nachfolger roch schwer nach „Style über Substanz“ – zu laut, zu bunt, zu willkürlich. Aaaaaber: Nachdem wir uns eine gute halbe Stunde mit den Nanotrite-Spezialfähigkeiten, dem frechen Messer-Boomerang und den im Overdrive-Modus zünftig krachenden Wummen ausgetobt haben, müssen wir zugeben: Das knallt. Ordentlich.

Das Spielgefühl ist schnell, direkt, wuchtig und macht einfach Laune. Wir möchten hier noch nicht den nächsten Egoshooter-Überhit prophezeien, dafür ist es noch viel zu früh und einige Fragen bleiben offen. Etwa ob das "Open World"-Konzept diesmal aufgeht und wie sich die Fahrzeuge ins große Ganze einfügen. Aber die Basis stimmt schon mal und macht gehörig Lust auf mehr. Eine der postiven Überraschungen der Messe!

Und zu guter Letzt noch ein Top!

Dying Light – Bad Blood

Es war einer der letzten Termine, die wir auf dieser gamescom hatten. Schon ziemlich fertig, vor allem im Kopf, fühlte es sich wie das dreihundertfünfundneunzigste Spiel an, dass wir jetzt ausprobieren sollten. Dabei waren es nur das dreihundertfünfundachtzigste. Schnell jedoch war diese Verkopftheit vergessen. Nicht nur, weil der Raum, in dem wir saßen, schön klimatisiert war, sondern auch, weil wir den neuen „Battle Royale“-Modus von Dying Light testen konnten. Und der hat mit seinem Parcouring, seinen Zombies, seinen Nahkampfwaffen und den elf anderen Menschen, die wir besiegen sollten, echt Laune gemacht. Bisher war es vor allem Fortnite, das unsere „Battle Royale“-Lust befriedigte. Diesen Platz könnte jedoch bald Dying Light – Bad Blood einnehmen. Wir wittern hier einen großen Erfolg.

Tags: gamescom 2018  

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