Test Strange Brigade: Erfrischender Koop-Spaß aus der Kitsch-Kanone

von Michael Krüger (28. August 2018)

Statt gegen Nazis und Zombies schickt euch Entwickler Rebellion in den Kampf gegen etwas unverbrauchtere Gegner. Doch nicht nur das frische Szenario sorgt bei diesem Koop-Shooter für reichlich Charme.

Aliens, Zombies, Roboter - Ihr kennt die gängigen Feinde in kooperativen Shooter-Spielen. Doch wie wäre es mal mit einem Kampf gegen Mumien und Minotauren? Genau hier setzt Strange Brigade an. Anstatt nun aber einfach die Art der Feinde auszutauschen, setzt das neue Spiel der Macher von Sniper Elite auf einen eher außergewöhnlichen Stil.

Angelehnt an kitschige Abenteuerfilme der 30er-, 40er-, und 50er-Jahre bedient sich Strange Brigade teilweise einer Bildsprache, die ihr so kaum im Medium Videospiel findet. Wie unser Test zeigt, funktioniert diese Formel erstaunlich gut.

Charmant bis ins Detail

Auf den Spuren berühmter Archäologen reisen vier Helden - fünf nach einem kostenlosen Update zum Launch - in ein kaum erforschtes Gebiet voller Ruinen und Rätsel. So knapp die Geschichte erzählt ist, so schnell wirft euch Strange Brigade in die Action. Die Erzählweise erinnert an alte Abenteuerfilme, ähnlich wie der Film, den ihr womöglich vom Anfang des Pixar-Streifens "Oben" kennt.

Bisher gelang es keinem Forscher, dieses Abenteuer zu überleben.Bisher gelang es keinem Forscher, dieses Abenteuer zu überleben.

Der Ton eben solcher Filme zieht sich wie ein roter Faden sowohl durch die optische als auch die akustische Darstellung von Strange Brigade. Eine charmante Erzählerstimme kommentiert mit geschwollener Sprache das Geschehen und neue Monster sowie andere wichtige Elemente werden mithilfe theatralischer Einblendungen in Szene gesetzt.

Selbst innerhalb des Spiels bleibt sich dieser Stil treu. Erschrickt beispielsweise einer der Charaktere, schreckt er derart übertrieben auf, dass ihr unweigerlich an die noch ausbaufähigen Schauspielkünste früher Filme erinnert werdet. Das passt unheimlich gut zusammen und wirkt, wie anfangs erwähnt, herrlich unverbraucht.

Stimmiges Gesamtkonzept

Doch nicht nur die Verpackung von Strange Brigade trifft den richtigen Ton. Auch die Spielmechaniken erweisen sich als stimmiges Konzept. Vorausgesetzt allerdings, dass ihr euch gemeinsam mit Freunden ins Abenteuer stürzt. In einer illustren Gruppe ist der Spaß nämlich um ein Vielfaches größer. Nicht nur, weil die teils großen Gegnerhorden im Solospiel schnell ermüdend wirken können, sondern weil das gemeinsame Rätseln deutlich unterhaltsamer ist.

Die Gebiete sind gespickt mit Rätseln, Geheimnissen und Fallen.Die Gebiete sind gespickt mit Rätseln, Geheimnissen und Fallen.

Die erstaunlich langen Missionen bestehen nämlich nicht nur aus bloßem Wegknallen antiker Monster und Bestien, sondern auch aus diversen Rätseln. Diese überbeanspruchen euren Grips nur selten, schmiegen sich jedoch aufgrund ihrer ansprechenden Inszenierung passend in das Gesamtbild. Hinzu kommen die Kämpfe, die euch auch schon auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad gerne mal ins Schwitzen bringen.

Die immer wieder aufkommende Suche nach Munition, das Einteilen von Seelenenergie, die für das Entfesseln großflächiger Attacken benötigt wird und das geschickte Auslösen von herumstehenden Fallen sorgen dafür, dass die Kämpfe in Strange Brigade nicht zu stumpfer Ballerei verkommen.

Der Ankündigungstrailer zeigt die mutigen Helden aus Strange Brigade in Aktion:

Für eine angemessene Portion Langzeitmotivation sorgt ein stetiger Fortschritt, der euch das Freischalten neuer Waffen, Spezialattacken und Hilfsmittel erlaubt. Ordentlich ausgestattet, könnt ihr es dann abseits der Kampagne mit dem Punkte- und dem Horde-Modus aufnehmen, die jeweils nochmal einige Stunden Spielspaß bieten.

Meinung von Michael Krüger

In jüngster Zeit stehen Koop-Shooter mal wieder voll im Trend. So mancher Entwickler versucht, in die Fußstapfen vergangener Erfolge wie Left 4 Dead zu treten, doch kaum einem will es so richtig gelingen. Mal ist der Umfang zu gering, mal ist das Spiel einfach noch nicht fertig.

Doch nicht so Strange Brigade. Rebellions neuester Streich schafft es nicht nur, euch im gemeinsamen Überlebenskampf mit Freunden über einen längeren Zeitraum zu unterhalten, es zeichnet sich auch durch ein paar clevere Design-Entscheidungen aus. Hierzu zählt natürlich die gesamte Präsentation, die sich eines Stils bedient, der in der Vergangenheit wenig bis keine Aufmerksamkeit in Videospielen bekam. Hinzu kommt der Umstand, dass es in den Missionen jede Menge zu entdecken gibt. Anders als in vielen genreverwandten Spielen, in denen ihr stumpf Missionszielen folgt.

Strange Brigade erfindet das Koop-Game sicher nicht neu. Die groben Abläufe kennt ihr auch aus anderen Shootern dieser Art. Doch insgesamt packt Rebellion genug Neues und vor allem Andersartiges in die Formel, um euch auf eine äußerst charmante Weise zu unterhalten. Solltet ihr für den nächsten Zockerabend mit Freunden noch ein passendes Spiel suchen, könntet ihr hier genau richtig sein.

76

meint: Koop-Action, in einer ansprechenden Verpackung, die sich selbst nicht zu ernst nimmt. Bis auf die Verpackung bietet das Spiel jedoch wenig Neues.

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Tags: Singleplayer   Koop-Modus   Fantasy  

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