Cyberpunk 2077: Das sagt die Community zum Demo-Video

(Special)

von Micky Auer (29. August 2018)

Viele Fans haben gehofft, dass im Zuge der gamescom ihre Vorfreude durch neue Infos zu Cyberpunk 2077 weiter angefacht werden würde. Danach folgte aber erst bittere Enttäuschung, danach eine schnelle Aktion seitens des Entwicklers, um die Wogen zu glätten. Das sagt die Community dazu.

Cyberpunk 2077 von CD Projekt Red, den Entwicklern der preisgekrönten "The Witcher"-Reihe, ist momentan wohl eines der am sehnlichsten erwarteten und am heißesten diskutierten Spiele in der Branche. Dabei gibt es noch nicht mal ein offizielles Veröffentlichungsdatum, der Release liegt vermutlich noch in weiter Ferne.

Trotzdem gibt es bereits Fans. Nämlich einerseits Fans des namensgebenden Genres "Cyberpunk", das sich in Form von Comics, Büchern und Filmen als wichtiger Bestandteil moderner Pop-Kultur etabliert hat, als auch Fans des Entwicklers, der in der Vergangenheit hinlänglich bewiesen hat, dass er umwerfende Spiele mit grandiosen Geschichten und fantastischen Welten erschaffen kann.

Klarer Fall also, dass sich all diese Fans erwartet haben, im Zuge der kürzlich zu Ende gegangenen Spielemesse gamescom 2018 nach langer Wartezeit endlich mal zu sehen, wie das Spiel aussieht, wie es funktioniert, wie es sich anfühlt. Als dann auch noch die Kollegen von IGN einen Livestream zu dem Thema angekündigt haben, wuchs die Erwartungshaltung noch weiter an. Leider sorgte das alles im Endeffekt erstmal dafür, eine große Fallhöhe aufzubauen, denn außer ein paar Concept Arts und einem Interview gab es nichts zu sehen.

Das gefiel der Community erstmal gar nicht, so sah sich CD Projekt Red wohl genötigt, schnell ein umfangreiches Video einer Demo nachzureichen, die ursprünglich nur der Presse zugänglich gemacht wurde. Zuerst auf der E3 2018, dann auf der gamescom. Und zwar genau diese hier:

Das Video bestätigt, was teilweise vorher schon bekannt war: Bei Cyberpunk 2077 handelt es sich um ein Rollenspiel in der "First Person"-Perspektive mit Echtzeit-Schusswechseln und starken Rollenspiel-Elementen. Letztere sorgen für neue und erweiterte Fähigkeiten, die sich vor allem im Kampf und der Erkundung der Spielwelt zeigen.

Jetzt, da alle es gesehen haben, gibt es natürlich auch Reaktionen dazu. Wir haben uns im Netz umgesehen und einige Aussagen gesammelt, die den Trend in der Community nachzeichnen.

"Was soll denn der Scheiß? Zeigt uns Gameplay!"

Wie bereits erwähnt, wurden vorerst im Zuge eines Livestreams lediglich ein paar Artworks präsentiert. Die enthielten zwar versteckte Hinweise und Informationen, die nach klassischer Cyberpunk-Manier erstmal entschlüsselt und recherchiert werden mussten, jedoch waren Fans nicht glücklich. Hier seht ihr stellvertretend einige der Reaktionen aus dem Live-Chat:

"Ich liebe es, wie die Zuschauer-Zahlen gesunken sind"

"So ein "Hype" für die Artbook-Bilder"

Auch die kryptischen und sagen wir mal eher "zurückhaltenden" Antworten des Game Designers im Interview sorgten direkt im Stream für Unmut:

"Laaaaaaaaaaangweilig"

"Gameplay zu Cyberpunk 2077 ist tabu. Wtf?"

Selbst als das Interview zu Ende war und es im Livestream bereits um andere Themen ging, konnten sich die Fans nach wie vor nicht beruhigen und machten ihrem Frust ordentlich Luft:

"Ja, klar ... Cyberpunk versprechen und dann nur blöde Artworks am Start haben."

CD Projekt Red versuchte, schnellstmöglich via Twitter Schadensbegrenzung zu betreiben, indem neue Screenshots veröffentlicht wurden. Das fachte aber den Zorn der Fans nur noch mehr an. Ab diesem Zeitpunkt stand der Entwickler enorm unter Zugzwang. Daher dauerte es nicht lange, bis es zu der Veröffentlichung des oben gezeigten Videos kam.

CD Projekt Red entschuldigte sich bei den Fans für die Zurückhaltung des Videos, wie die Kollegen von Epicstream berichten. Das wiederum rief auf Reddit die Fans auf den Plan, die ein solches Versäumnis eher milde sahen (der Stand der Aussagen zum Zeitpunkt des Entstehens dieses Artikels ist noch keine 24 Stunden alt):

Quelle: Reddit.comQuelle: Reddit.com

Der Tenor der Community lautet dahingehend: "Ihr müsst euch nicht entschuldigen," oder "Schon gut, macht nur weiter." Klar, es wird auch User geben, die das Vorgehen mit schärferer Kritik ahnden, aber vorerst scheinen die Fans wieder beruhigt und zufrieden zu sein.

Überwiegend moderate Reaktionen

Im Internet-Zeitalter sollte man es traurigerweise gewohnt sein, dass bei allem, was neu vorgestellt wird, ein großer Teil all jener, die sich als "echte, wahre Fans" sehen, enttäuscht sein wird. Und diese Gruppe ist es dann auch zumeist, die ihren Frust besonders lautstark in die Welt hinaustwittert, -kommentiert und -postet.

Erstaunlicherweise sind die Reaktionen zum Cyberpunk-Gameplay weitestgehend moderat. Wie zum Beispiel diese Kommentare (auszugsweise), die bei den Kollegen von Metro Game Central eingegangen sind:

(Quelle: Metro Game Central)(Quelle: Metro Game Central)

"Bin froh, dass sie uns endlich mal Cyberpunk in Aktion gezeigt haben. Verstehe aber nicht die Begründung dahinter. Wenn sie (die Entwickler) erwarten, dass Fans nicht Kritik an allem äußern würden, was bis zum Release gezeigt wird, werden sie wohl ein wenig enttäuscht sein."

Kritik wird von diesem User also eher an der Zurückhaltungspolitik der Entwickler geübt, weniger am gezeigten Material selbst. Es ist auch ein verdammt schmaler Grad, den CD Projekt Red da beschreiten muss. Einerseits wollen Fans natürlich endlich sehen, was Sache ist, andererseits zeigt kein Entwickler gerne Material, von dem er weiß, dass es noch nicht fertig ist. Natürlich gibt es auch kritische Stimmen zur Grafik:

(Quelle: Metro Game Central)(Quelle: Metro Game Central)

"Ich mag den Look des Gameplays von Cyberpunk 2077. Aber die Grafik hat mich jetzt nicht dermaßen umgehauen. Es sieht hübsch aus, aber nicht wie eine großer Sprung nach vorne verglichen mit aktuellen Spielen. Ich wäre enttäuscht, wenn die Next-Gen-Konsolen mit dem, was hier zu sehen ist, Probleme hätten."

Versteht uns nicht falsch: Der User hat natürlich jedes Recht, seine Meinung zu äußern. Aus unserer Sicht ist das aber Jammern auf allerhöchstem Niveau. Denn was wir im Video, auf der gamescom und auf der E3 gesehen haben, sah bereits jetzt schon absolut überzeugend aus.

First Person? - Ohne mich!

Bereits seit der E3 2016 ist bekannt, dass ihr Cyberpunk 2077 aus der Ego-Perspektive spielen werdet. Als Shooter mit Rollenspielelementen ist das eine naheliegende Design-Entscheidung, obwohl zum Beispiel die "Mass Effect"-Reihe gezeigt hat, dass so ein Konzept auch sehr gut aus der Verfolgerperspektive funktionieren kann. Die Borderlands-Spiele hingegen sind ein klarer Beweis dafür, dass auch die Ego-Perspektive für das Gesamtkonzept eine gute Wahl sein kann.

Dieser Punkt hat die Lager seinerzeit etwas gespalten. Denn so mancher Spieler ist unversöhnlich, was die Entscheidung hinsichtlich der Spielerperspektive betrifft. Die ersten Reaktionen auf die Nachricht haben im Forum von Resetera erstmal für viel Ablehnung gesorgt. Hier ein paar Beispiele:

Warum sich die Entwickler für die Ego-Perspektive entschieden haben und auch daran festhalten, erläutert Quest Designer Patrick Mills den Kollegen von Eurogamer. Es geht schlicht und ergreifend um die Immersion.

Zum Vergleich: In The Witcher 3 - Wild Hunt steuert ihr Geralt. Ihr seht Geralt, ihr kämpft als Geralt. Geralt ist bereits ein vollkommen vordefinierter Charakter, mit all seinen Eigenheiten und Charaktereigenschaften. In Cyberpunk 2077 seid ihr der Söldner V, egal ob männlich oder weiblich. Eine Figur wie ein unbeschriebenes Blatt, den erst ihr selbst mit Leben erfüllt. Daher seht ihr die Geschichte auch aus seinen oder ihren Augen.

Seit der ersten Welle an Protesten gegen die Ego-Perspektive sind nun fast drei Monate ins Land gegangen und aktuell scheint das auch kein ausschlaggebendes Kriterium in der Community zu sein. Was nicht heißen soll, dass das Thema nicht noch immer die Gemüter erregt, aber es ist still darum geworden.

Entweder haben sich all jene, die von Anfang an dagegen waren, wirklich vom Spiel abgewendet und es interessiert sie nicht mehr (was wir nicht glauben), oder ein Teil der ursprünglichen Kritiker konnte sich mittlerweile doch mit der Perspektive anfreunden.

Wir für unseren Teil sind zuversichtlich. Zwar ist CD Projekt Red jetzt nicht für Spiele in der Ego-Perspektive bekannt, wir vermuten aber aufgrund der bisherigen Arbeit, dass die Entwickler auch dieses Thema mit der nötigen Sorgfalt angehen werden. Unser Daumen bleibt immer noch oben. Weit oben!

Tags: Science-Fiction  

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