One Piece - World Seeker: Darum könnte die Verschiebung ein Segen sein

(Kolumne)

von Franziska Schulz (14. September 2018)

Kürzlich wurde bekannt gegeben, dass sich der Release von One Piece – World Seeker auf 2019 verschiebt. Eine freudige Botschaft für mich. Denn als ich das Spiel vor ein paar Wochen auf der gamescom anspielte, vermisste ich so Einiges, was hoffentlich nachgeholt wird.

One Piece ist einer der erfolgreichsten Anime- beziehungsweise Manga-Reihen weltweit. Die Franchise existiert nun schon seit zwanzig Jahren. Im Jahr 2001 erhielt sie ihre erste Videospiel-Adaption namens One Piece - Become a Pirate, seitdem wurden über vierzig weitere Videospieltitel herausgegeben - alle von Bandai Namco. Trotz dass die Fangemeinschaft der Serie nach so einer langen Zeit enorm groß und vielfältig geworden ist, sind die Spiele recht gleichartig geblieben und der Fokus liegt meist auf Kloppereien.

Das ist vielleicht ein Grund, warum die Erwartungen der Fans an One Piece – World Seeker so groß sind. Es soll das erste "One Piece"-Spiel mit einer offenen Welt sein. Viele von ihnen sind, so wie auch ich, mit One Piece aufgewachsen und haben glitzernde Augen bei der Vorstellung, die grandiose und verrückte Welt, die Eiichirō Oda geschaffen hat, selbst auszukundschaften.

One Piece - World Seeker: Der Trailer von der gamescom 2018

Mit diesem Glitzern in den Augen stand ich auch auf der gamescom, kurz bevor ich die ersten zehn Minuten Gameplay testen durfte. Es wäre fahrlässig, ein Spiel schon nach zehn Minuten Spielzeit endgültig bewerten zu wollen, doch ich kann nicht leugnen, dass ich danach mit gemischten Gefühlen den Controller niederlegte und dachte: da geht noch mehr.

In der Demo bekam ich die Mission, als Ruffy nachzusehen, wer oder was auf dem Gipfel eines naheliegenden Berges Unruhe stiftet. Auf dem Weg begegneten mir Marinesoldaten, die mich mit verschiedenen Angriffen und Waffen attackierten und Bartholomäus' Bär. Am Gipfel erwartete mich dann ein Bosskampf mit Sakazuki.

Abenteuer in Ruffys Welt: Wo das Spiel nachlegen muss

Das erste was mir auffiel war, dass die Spielwelt noch sehr verlassen und öde scheint. Abgesehen von Ruffy und den Gegner waren keine Menschen zu sehen, aber auch die Landschaft schien generisch und leer. Ich konnte nur hin und wieder ein paar Pflanzen einsammeln, deren Zweck mir jedoch unbekannt blieb. In der Demo war noch nicht viel von der Welt zu sehen, darum will ich nicht ausschließen, dass es im finalen Spiel große Städte und tolle Orte zu entdecken geben könnte. Was ich mir dringend wünsche.

Denn wer den Manga kennt, weiß mit wie vielen Details Oda jede Stadt und jede Landschaft füllt und wie lebendig seine Bilder sind. Die Vorlage bietet genug Inspiration, um die bisher karge Landschaft etwas interessanter zu machen.

Etwas interessanter als die Demo sieht dieses offizielle Bild von einer Stadt aus.Etwas interessanter als die Demo sieht dieses offizielle Bild von einer Stadt aus.

Die Atmosphäre der Serie könnte aber auch rübergebracht werden, ohne sich mit dem Detailreichtum des Originals messen zu müssen, nämlich durch ein spannendes Abenteuer. In der Demo war noch nichts von einer Geschichte zu sehen, was nicht heißen muss, dass sie nicht interessant ist.

Jedoch hätte ich mir gerade vor oder nach dem Kampf eine Sequenz gewünscht, die diesem etwas mehr Bedeutung verleiht. Schließich traf Ruffy auf den Offizier Sakuzuki, ein extrem mächtiger Gegner in der Vorlage. Ich hoffe, dass die Kämpfe in der finalen Fassung etwas besser in die Geschichte eingebunden werden und ich nicht nur stumpf Missionen abarbeiten muss.

Kämpfe und Gegner brauchen Feinschliff

Aber bevor ich weiter auf das eingehe, was ich nicht gesehen habe, will ich noch etwas zu dem anmerkten was ich gesehen habe: Kämpfe. Die Auseinandersetzungen mit Gegnern fühlten sich nicht so gut an, wie ich es von einem Spiel erwartet hätte, dessen Vorreiter sich bereits alle nur rund ums Kämpfen drehten.

Die Kämpfe basieren auf einem System von Kombos und Spezialattacken. Leider fühlten sie sich überhaupt nicht flüssig an. Die Kombos gingen immer bis zum fünften oder sechsten Hit weiter, obwohl der Gegner schon nach zwei Hits erledigt war. Die Animation ließ sich nicht stoppen, wodurch ich in solchen Momenten auch gegnerischen Angriffen ausgeliefert war. Ruffys Spezialattacken liefen häufig ins Nichts, weil sie nicht nur schwer zu lenken waren, sondern sich die Kamera auch häufig ungünstig bewegte.

Sakazuki: Der Boss, gegen den ich in der Demo kämpfte. Leider kein besonders abwechslungsreicher Kampf.Sakazuki: Der Boss, gegen den ich in der Demo kämpfte. Leider kein besonders abwechslungsreicher Kampf.

Das Marinepersonal und Bartholomäus fand ich recht herausfordernd, dafür, dass sie vermutlich nur gewöhnliche Gegner in der Landschaft waren. Beim Bosskampf gibt es allerdings noch einiges, was die Entwickler meiner Ansicht nach ausbessern könnten.

Sakazuki verfolgte stumpf und repetitiv das gleiche Angriffsmuster, wobei ich ihn nur in bestimmten Momenten mit meinen Attacken verletzen konnte. Als er zum Beispiel am Fleck stand, um einen Angriff zu laden und ich ihn attackierte, passierte einfach gar nichts. Das wirkt auf mich doch sehr unlogisch, denn sobald ich ihn mit voller Wucht erwische, müsste er zumindest nach hinten gestoßen werden.

Wenn ich mir auch nicht sicher bin, ob die Entwickler an der Reichhaltigkeit der offenen Welt oder der Geschichte noch viel machen werden, denke ich, dass gerade das Kampfsystem durch den Aufschub des Release-Termins noch einen guten letzten Schliff bekommen könnte.

Ein Apell an die Entwickler

Ein letzter Aspekt, von dem ich in der Demo nichts gesehen habe, den ich mir aber noch wünschen würde, sind mehr RPG-Elemente. Wie bereits erwähnt konnte ich in der Demo Pflanzen sammeln, der Zweck davon, blieb aber ungeklärt. Wir wissen bereits, dass wir in dem Spiel nur den Protagonisten Ruffy spielen können. Es wäre schön, wenn wir diesen zumindest selbst formen, also seine Fähigkeiten und Attacken ausbauen könnten.

Ich denke nicht, dass wir ein völlig neues, RPG-lastiges Spielkonzept mit Entscheidungsmöglichkeiten und einer reichhaltigen Spielwelt erwarten können. Vielmehr wird das Spielgefühl vermutlich an vorherige "One Piece"-Spiele mit ähnlichen Kampfmechaniken anschließen. Was an sich auch keine schlechte Sache und ein bewehrtes Konzept ist, sofern die Kämpfe noch die nötige Politur bekommen.

Während die nur eine kleine Insel zeigte, sieht die Welt auf den Bildern sehr groß und vielversprechend aus. Hoffentlich lohnt es sich die Welt von World Seeker zu erkunden.Während die nur eine kleine Insel zeigte, sieht die Welt auf den Bildern sehr groß und vielversprechend aus. Hoffentlich lohnt es sich die Welt von World Seeker zu erkunden.

Die Frage ist nur, ob die Entwickler die Chancen einer offenen Spielwelt nutzen und das Spiel nicht nur wegen der Kämpfe, sondern auch wegen der Freude am Erkunden und den Abenteuern unserer liebsten Charaktere spielenswert sein wird.

Immerhin war es wirklich nur eine zehn-minütige Demo, die ich bisher zu Gesicht bekommen habe und vielleicht haben die Entwickler sich die Reaktionen der Community bereits zu Herzen genommen. Vielleicht haben sie auch vieles bewusst noch vorenthalten. Der Aufschub des Releases könnte dafür sprechen, dass sie Feedback umsetzen wollen, weshalb ich mich über diese Nachricht sehr gefreut habe. Also, Bandai Namco: Da geht noch was!

Denkt ihr auch, dass es sich am Ende für euch lohnen könnte, den Release des Spiels auf 2019 zu verschieben oder seid ihr genervt von der Nachricht? Nachdem ihr den Trailer oder die Demo gesehen habt, was erwartet ihr von dem Spiel?

Tags: Open World   Singleplayer   gamescom 2018  

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