Assassin's Creed - Odyssey: Was ich mir nach Spider-Man davon erhoffe

(Kolumne)

von Matthias Kreienbrink (13. September 2018)

Diese Woche hatte ich das Vergnügen, noch vor Veröffentlichung Assassin's Creed - Odyssey spielen zu können. Gute drei Stunden habe ich mich durch den Anfang des Spiels geschlichen, gekämpft und geredet. Und dabei ist mir aufgefallen, was das Spiel anders macht - und was ich bei Spider-Man ziemlich vermisst habe.

Assassin's Creed - Odyssey: Actionreicher Blick auf das Endgame

Vor dem Folgenden möchte ich eine Prämisse setzen: Mir hat Spider-Man ziemlich gut gefallen. Über 20 Stunden habe ich nun schon in das Spiel gesteckt. Doch Spaß hat es mir vor allem wegen der wirklich spannenden Geschichte gemacht. Auch wegen des Freiheitsgefühls, während ich mich durch die Stadt geschwungen habe. Nicht jedoch wegen der offenen Spielwelt und ihrer Möglichkeiten.

Am vergangenen Dienstag saß ich in einem Hotel in Berlin und durfte Assassin's Creed - Odyssey spielen. Nach einer kurzen Präsentation wurden wir direkt an das Spiel gelassen, an die ersten Stunden des neuen "Assassin's Creed"-Teils, der im antiken Griechenland spielt. Und schon nach kurzer Zeit merkte ich, dass dieses Spiel die Lücke zu füllen scheint, die Spider-Man bei mir offen gelassen hat.

Der Mann mit der schwarz-grünen Kappe: ich.Der Mann mit der schwarz-grünen Kappe: ich.

Sicherlich, Spider-Man ist ein Superhelden-Spiel, Assassin's Creed spielt dagegen mit historischen Themen. Und doch handelt es sich bei beiden Titeln um "Open World"-Spiele, in denen man viele Stunden damit verbringen soll, die Welt und ihre Bewohner zu entdecken. Und genau dieser Teil hat bei Spider-Man für mich einen faden Beigeschmack hinterlassen.

Ich werde nun etwas polemisch: zeitweise hat mich Spider-Man an Grand Theft Auto 3 erinnert. An die ersten offenen Spielwelten also, in denen große Teile der Umgebung nur Staffage waren. Die Bewohner der Städte nicht viel mehr als wandelnde Klangschnipsel, wenn man sie anrempelte oder vor ihnen zum Stehen kam. Ich weiß nicht, wie oft ich in Spider-Man schon hören musste: "Wir brauchen dich nicht Spider-Man, wir haben schon genug Probleme".

Kurzum, Spider-Man hat diese riesige Spielwelt. Doch ist diese Spielwelt kein Spielplatz, in dem ihr euch austoben könnt. Vielmehr ist sie eine Pappkulisse, die euch sehr schnell zeigt, dass es viel mehr als Rucksäcke oder Foto-Motive hier nicht zu entdecken gibt.

Das ist schade, denn ich finde, dass gerade das Superhelden-Sujet im Videospiel richtig aufleben könnte, wie ich bereist für die Süddeutsche schrieb. Auch wenn es anderen Kollegen wohl ausreicht, dass Spider-Man und andere Spiele Open Worlds lediglich als Kulisse verwenden.

Meine Entscheidungen scheinen direkte Auswirkungen auf die Spielwelt zu haben.Meine Entscheidungen scheinen direkte Auswirkungen auf die Spielwelt zu haben.

Diesen Hunger nach Veränderbarkeit, nach wirklichem Einfluss auf die Spielwelt scheint Assassin's Creed - Odyssey viel mehr als jeder bisherige Teil zu stillen. Natürlich sind das nur Impressionen nach drei Stunden des Spielens - wir alle sollten kritisch bleiben, das fertige Spiel abwarten und schauen, wie sich das nach 20 Stunden oder mehr anfühlt.

Doch selbst in der kurzen Zeit wurde mir gewahr, dass mir genau dieser Aspekt so sehr in Spider-Man gefehlt hat: ich kann hier mit verschiedenen Charakteren sprechen. Sie anlügen, sie umgarnen, agressiv oder freundlich auftreten. Und diese meine Entscheidungen haben direkte Konsequenzen auf die emotionalen Reaktionen meines Gegenüber - und das daraus folgende Verhalten.

So fühlt sich diese Welt tatsächich belebt an. Sie wird bestimmt durch die Spuren, die ich und andere Charaktere in ihr hinterlassen.

Sollte das im fertigen Spiel stringent fortgeführt werden, die Spielwelt also wirklich durch mich formbar sein, werde ich mit Assassin's Creed - Odyssey wohl sehr viel mehr Zeit verbringen als mit Spider-Man. Denn so sehr ich letzteres Spiel auch mag. Nach einiger Zeit lässt der Bombast nach, ist die Geschichte auserzählt. Was dann bleibt, ist eine ziemlich eindimensionale Welt. Und irgendwelche Passanten, die mir immer noch sagen, dass sie schon genug Probleme haben.

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Tags: Open World   Singleplayer  

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