Vorschau Tales of Vesperia: Darum ist die Neuauflage ein Grund zur Freude

von Micky Auer (21. September 2018)

JRPGs gibt es wie Sand am Meer, die Auswahl ist mittlerweile riesig. Neue Produktionen locken mit opulenter Grafik und effektvollem Gameplay. Es gibt aber gute Gründe, warum ihr euch ausgerechnet auf das zehn Jahre alte Tales of Vesperia freuen solltet.

Die Originalbesetzung von Tales of Vesperia.Die Originalbesetzung von Tales of Vesperia.

Jene JRPG-Fans unter euch, die eine Xbox 360 ihr eigen nennen können oder konnten, sind höchstwahrscheinlich nicht um Tales of Vesperia herumgekommen, das 2008 in Japan, ein Jahr darauf auch in Europa erschien. Damals jedoch eben nur für die Xbox 360.

Diesen Teil der tradtionsreichen Spielereihe verbinden viele Spieler mit schönen Erinnerungen. Und das, obwohl zum Zeitpunkt des Erscheinens die Presse zwar moderat hohe, jedoch nicht die allerhöchsten Töne für das Spiel aus dem Hause Bandai Namco angeschlagen hat.

Auf Metacritic liegt die Wertung bei 79 von 100, basierend auf 67 Testergebnissen. Der User Score liegt schon etwas höher, nämlich bei 83. Immer noch respektabel, jedoch noch längst kein zeitloser Klassiker, möchte man glauben. Da sind die spieletipps-Leser schon um einiges enthusiastischer. Denn eure Leserwertung lautet 88 von 100, errechnet aus über 200 Einzelwertungen. Das zeigt schon eher den Hintergrund für eine wichtige Entscheidung auf, denn:

Tales of Vesperia erscheint voraussichtlich am 11. Januar 2019 als Definitive Edition für PC, PlayStation 4, Xbox One und Nintendo Switch. Dies wurde bereits auf der E3 bekanntgegeben und die Herzen vieler Fans schlagen seitdem etwas schneller.

Tales of Vesperia - Was ist das eigentlich?

Die Geschichte findet in der Welt Terca Lumreis statt. Dort wird eine Energiequelle namens "Blastia" für alles genutzt, was in irgendeiner Form Energie benötigt. Dazu zählen auch mächtige Schutzschilde, die die Städte umgeben. Im Mittelpunkt der Erzählung steht Yuri Lowell, ein ehemaliger imperialer Soldat. Er gründet eine Gilde, die der Adelsfrau Estelle zur Seite steht.

Bei der Erkundung der Welt wird die Gilde von anderen Fraktionen herausgefordert, die andere Ziele verfolgen. Vordergründig solche, die die Ausbeutung der Blastia-Ressourcen vorantreiben sollen. Yuri und seine Leute müssen sich nicht nur zahlreichen Gefahren, sondern auch der Konfrontation mit eben jenen feindlichen Gruppierungen stellen. Dabei kommt der junge Mann auch nicht umhin, seinem ehemaligen Freund und Kameraden Flynn auf dem Schlachtfeld zu begegnen.

Das Rollenspiel von Entwickler Namco Tales Studio ist das zehnte Hauptspiel in der langlebigen Tales-Serie, die bereits 1995 mit Tales of Phantasia für SNES ihren Anfang nahm. Für PS3-Besitzer war Vesperia stets ein Grund, neiderfüllt ins Xbox-Lager zu blicken. Denn im Westen kam das Spiel für Sony-Konsolen nicht auf den Mark.

Tatsächlich wurde das Spiel durchaus auch für die PS3 entwickelt und veröffentlicht. Jedoch waren sich die Verantwortlichen bei Bandai Namco noch nicht sicher, ob sich die aufwändige Produktion für Europa auch rentieren würde. Denn während die Xbox 360 sich bereits international großer Beliebtheit erfreute, muste das die PS3 zu dem Zeitpunkt erst beweisen. Rund 740.000 Exemplare wurden weltweit verkauft (Quelle: VG Chartz), was für damalige Verhältnisse als Erfolg zu werten ist. Eine weitere Umsetzung wurde jedoch nicht als sinnvoll erachtet.

Das kommt bei der Definitive Edition dazu

Wie bereits erwähnt, soll die Definitive Edition in Europa am 11. Januar 2019 erscheinen. Neben der Standardversion soll auch eine limitierte Premium Edition exklusiv bei Amazon erhältlich sein. Darin enthalten sind neben dem Spiel vier CDs mit dem Soundtrack, ein Artbook, ein Sammelkartenset, ein Pin-Set, ein Chibi-Chara-Sticker-Set und ein Repede Metalcase. Für Fans sicher eine wunderschöne Sammler-Edition.

Als Mindestmaß für eine Neuauflage sollte natürlich eine Anpassung der Auflösung vorhanden sein. Damit dürft ihr schon mal rechnen. Außerdem bestätigt Bandai Namco im Rahmen einer Pressemitteilung auch Charaktere, Events und Kostüme, die außerhalb Japans noch nie veröffentlicht wurden, auch nicht in der hierzulande erschienenen Fassung für Xbox 360.

Neu hinzugekommen: die junge Piratin Patty Fleur.Neu hinzugekommen: die junge Piratin Patty Fleur.

Apropos Charaktere: Gleich zwei neue spielbare Gruppenmitglieder sollen vorhanden sein. Nämlich Flynn Scifo, der oben erwähnte Rivale und ehemals bester Freund von Hauptfigur Yuri, und Patty Fleur. Dabei handelt es sich um eine junge Piratin, die nach ihren verlorenen Erinnerungen sucht. Wer sich ein wenig in den Tales-Spielen auskennt, der weiß, dass junge, weibliche Piraten keine Seltenheit in den Spielen sind. Meist ist deren Hauptzweck, mehr Humor ins Geschehen einzubringen und im Kampf die irrwitzigsten Attacken anzuwenden. Pattys Aktionen werden aller Voraussicht nach sehenswert!

Grafikwahnsinn in den Kämpfen

Das Hauptmerkmal der Tales-Reihe ist neben dem animelastigen Grafikstil vor allem die actionreiche Kampfmechanik. Das Geschehen findet in Echtzeit statt und ist darauf ausgelegt, ähnlich wie ein Beat 'em up gespielt zu werden. Kombos, Spezialangriffe, blocken, ausweichen, kontern - wer sich darauf einlässt, dem wird in keinem der zahlreichen Kämpfe im Spiel so schnell langweilig. Hinzu kommt ein laufend wachsendes Arsenal an aktiven und passiven Fähigkeiten, die vor allem in den späteren Spielabschnitten für einige der am effektvollsten inszenierten Kämpfe in RPGs sorgen.

So sehen die Kämpfe in Tales of Vesperia in Aktion aus:

Wer es ruhiger mag, kann aber auch seine Aktionen aus einem Menü auswählen. Während das offen ist, hält der Kampf an. Vesperia bleibt - wie auch alle anderen Spiele der Tales-Reihe - stets zugänglich, auch wenn vor allem die Boss-Kämpfe ordentliche Herausforderungen darstellen. Auch gibt es keine Level-Anpassungen der Gegner. Wenn ihr ein neues Gebiet betretet und euch der erste Sumpffrosch zu Staub zermalmt, sind eure Charaktere zu schwach und ihr solltet besser mit dem Grinden anfangen.

Erzählerisch mag Tales of Vesperia nicht jedermanns Geschmack treffen. Es werden durchaus einige Klischees von japanischen Rollenspielen bedient. Und nicht alle davon sind gut. Vom zuckersüßen Charakter mit Quietschestimme bis zu gefühlt endlos wiederholten Aussagen und vorhersehbaren Entwicklungen ist fast alles dabei, was ein Teil der Spieler an JRPGs kritisiert, ein anderer Teil wiederum liebt.

Die Grafik wurde für die aktuellen Konsolen hochskaliert, jedoch nicht gänzlich neu erstellt.Die Grafik wurde für die aktuellen Konsolen hochskaliert, jedoch nicht gänzlich neu erstellt.

Lasst euch aber nicht von der bunten Aufmachung, den oft niedlich anmutenden Figuren und den schönen Landschaften im Spiel täuschen: Je tiefer ihr vordringt, desto dunkler und gefährlicher wird die Geschichte. Dieser Trend setzt sich bis zum jüngsten Ableger, Tales of Berseria, konsequent verstärkt fort.

Alles in allem ist Tales of Vesperia eine Perle unter den JRPGs, die aufgrund ihrer hübschen Aufmachung und der stets vorhandenen Zugänglichkeit nicht nur Fans erfreuen dürfte. Die zusätzlichen Inhalte und die technische Anpassung versprechen einen gewohnt hohen, zeitgenössischen Standard. Selbst wer noch nie Kontakt mit den Tales-Spielen hatte und befürchtet, er würde keine Zusammenhänge verstehen: Seid unbesorgt. Vorkenntnisse sind nicht nötig. Das Abenteuer steht - mit Ausnahme von nebensächlichen Referenzen - für sich allein.

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