Nintendo Switch Online: So sieht die Community den neuen Service

(Special)

von Thomas Nickel (24. September 2018)

Nintendos Online-Service ist da und im Netz wird heiß diskutiert - wie immer gehen die Meinungen dabei gehörig auseinander. Die einen sprechen von einem angemessenen Preis-Leistungsverhältnis, andere konstatieren Nintendo wieder einmal vollkommene Rückständigkeit.

Eine Überraschung war es nicht: Schon zum Start der Switch stellte Nintendo klar, dass kostenloses Onlinespielen nur temporär möglich sein sollte, in absehbarer Zeit wolle man einen bezahlten Onlinedienst an den Start bringen. Nach einigen Verschiebungen war es vor wenigen Tagen endlich soweit: Am Mittwoch, den 19. September ging der Dienst an den Start – für 20 Euro im Jahr bietet Nintendo Cloud Saves, Online-Spiele, exklusive Angebote und eine ständig erweiterte Palette kostenlos spielbarer 8Bit-Spiele mit Online-Unterstützung.

Die Möglichkeit, Spielstände in die Cloud zu schieben ist eines der wichtigsten Features des neuen Dienstes.Die Möglichkeit, Spielstände in die Cloud zu schieben ist eines der wichtigsten Features des neuen Dienstes.

Die Reaktionen der meisten Spieler auf das Angebot waren allerdings eher verhalten bis negativ. User membran im Maniac-Forum schreibt:

„Schon beeindruckend zu beobachten, wie Nintendo einfach unbeeindruckt die Online-Paywall hochzieht. Und im Gegenzug bieten sie - nichts (halbe Cloudsaves in Geiselhaft, Zugriff auf Kabelsalat-Voicechat und ein Dutzend olle NES Games zählen nicht, sorry).“

NESflix?

Eine harsche, aber spontan etwas nachvollziehbare Reaktion. Denn wer zahlt schon gerne Geld für etwas, das man vorher noch für fast eineinhalb Jahre gratis nutzen konnte? Auch die Aussicht auf Cloud Saves wurde von der Ankündigung, die Saves direkt mit Ablauf eines Abos wieder zu löschen getrübt. Und während Japan das Famicom (die japanische Variante des NES) bis heute liebt, ist hierzulande der 16Bit-Nachfolger um einiges populärer, nur wenige Spieler hier begeistern sich heute noch für Nintendos 8Bit-Wurzeln:

"Der Hammer wäre gewesen, statt die NES-Gurken zum x-mal aufzuwärmen, einfach zu sagen: Ab 19.09. hast du Zugriff auf eine stetig wachsende Bibliothek an beliebten Gamecube-Klassikern. (...) Stattdessen gibt es den ollen Vollschrott. seufz (Quelle).

Gurken? Vollschrott? Nun, das ist zumindest einmal Ansichtssache, gerade weil die NES-Anwendung doch ziemlich gelungen ist! Bei der Spieleauswahl sind zwar auch ein paar Produktionen nicht so toll gealtert, aber gerade Hits wie Super Mario Bros. 3 spielen sich 2018 so gut wie 1988. Mit drei Bildvarianten – 1:1, 4:3 und Röhrenfilter – ist die Ausstattung in Ordnung und innerhalb von Sekunden wird das Spiel gewechselt, auch Savestates werden unterstützt. Natürlich ist nicht jedes momentan enthaltene Spiel ein Volltreffer, gerade so manches Sportspiel kommt heute schon arg simpel daher.

Trotzdem, historisch spannend sind die gebotenen Spiele allemal - nicht jeder kennt die NES-Bibliothek in- und auswendig wie manch ein erboster Kommentator vielleicht annehmen mag:

"Ich gehöre zu den Leuten die tatsächlich auf #NintendoSwitchOnline gehyped sind weil... naja... die Wahrheit ist ... ICH HABE KEIN NES! HÖRT AUF ÜBER DIE SPIELE ZU MOTZEN! NICHT JEDER HAT IN DEN 80ERN GELEBT, VERSTEHT IHR?"

Die Schattenseite des Nintendo-Faktors?

Viel mal mehr und mal weniger scharfe Kritik im Maniac-Forum wird vor allem an Nintendo festgemacht:

"Das Traurige ist, dass Nintendo es nicht mal schafft Dinge zu kopieren, die seit 13 Jahren Standard für einen Online-Dienst auf Konsole sind." (Quelle).

"Ich möchte nicht für diesen "Service" Geld zahlen. Aber da ich unbedingt Monster Hunter weiterspielen möchte werde ich nicht um ein Abo herumkommen. Wenn das Online-Spielen taugt, dann sehe ich nicht, dass es den Preis des Abos alleine nicht Wert wäre. Aber alles andere kann sich Nintendo gerne in den Anus stecken." (Quelle).

Wie einfallsreich die Möglichkeiten der Switch genutzt werden, zeigt der Trailer:

Ein guter Teil dieser Stimmen bezieht sich auf das stets beliebe Narrativ, Nintendo sei in Sachen Online so unheimlich rückständig und alles würde gut werden, würde man doch einfach die Angebote von Sony oder Microsoft kopieren. Aber das ist nicht Nintendos Art und es war auch nie Nintendos Art.

Seit der Veröffentlichung des Nintendo DS 2004, spätestens aber seit der Wii zwei Jahre später sollte jeder gemerkt haben, dass Nintendo nicht die Konkurrenz kopiert, sie ja oft nicht einmal sonderlich wahrnimmt, sondern stets eigene Wege geht, die gelegentlich in Sackgassen führen, oft genug aber auch gigantische Erfolge erzielen. Und es ist noch eindeutig zu früh zu sagen, wie Nintendo Switch Online letzten Endes ankommen wird. So wird gerne mal zum Boykott aufgerufen:

"Nintendo FANS und Gamer, wenn ihr gegen #NintendoSwitchOnline seid, stimmt mit dem Geldbeutel ab und..... K A U F T E S N I C H T. Nur so wird Nintendo lernen."

Aber zum Glück stimmt nicht jeder in den Zorn der erbosten Kellerkinder ein, die meisten Stimmen sind doch sehr vernünftiger Natur.

"Hab ich was verpasst? So wie ich das sehe, kostet es bei #NintendoSwitchOnline nur $20 PRO JAHR um Angebote wie Online Multiplayer zu nutzen. Im Vergleich zu den Online-Services für PlayStation und Xbox ist das GOTTGLEICH! Aaaaalso ... wo liegt das Problem? 🤔"

Es gibt auch moderate Stimmen

Natürlich gibt es nicht nur Kritiker, auch viele moderate Stimmen verschaffen sich Gehör. Eine besonders promimente ist die von Indie-Guru Rami Ismail von Vlambeer (Nuclear Throne). Er schreibt bei Twitter:

"Übrigens: Ich habe jetzt ein Nintendo Online-Abo, und online ist genauso wie vorher, aber man bezahlt dafür jetzt etwas Geld. Als Bonus werden Cloud Saves in der Cloud gespeichert. Es gibt auch einen NES-Emulator mit ein paar ausgewählten Spielen. Ein ziemlich gutes Angebot aus meiner Sicht."

Ähnlich entspannt sieht auch Rafael Dyll, der Komponist für Spiele wie Ghost Blade oder Rainbow Moon die ganze Sache: Im Maniac-Forum schreibt er den lauten Kritikern:

"Dieses N-bashing werde ich nie verstehen. Ja sie sind anders. Ja sie machen manchmal komische Dinge. Aber sich permanent drüber aufzuregen? Wozu gibt es denn Microsoft und Sony? Freut euch doch dass es sie gibt und nutzt deren scheinbar viel besseren Angebote. Genießt die Vielfalt des Markts, der noch nie so breit war wie heute. Indies, retro-style, remakes, AAA, drei Marktteilnehmer, mobile und Handys, 4K, VR und Hybrid Konsolen, erwachsene Spiele und Familienzeugs wie bei Nintendo." (Quelle)

Und dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen. Ja, der Service hat noch seine Macken, Voice Chat per Handy ist einfach unpraktisch, aber das neue System bietet auch so einige Aspekte, die eine Menge Potenzial zeigen. Vor allem ist da aber die Frage des Preises - für ein gutes Drittel von dem, was Sony und Microsoft im Jahr verlangen stimmt der Gegenwert momentan allemal. Was meint ihr dazu? Sagt es uns in den Kommentaren!

Tags: Online-Zwang   Retro  

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