Assassin's Creed - Odyssey: Das war für mich die wahre Überraschung

(Kolumne)

von Matthias Kreienbrink (05. Oktober 2018)

Assassin's Creed - Odyssey ist ein großes, ein schönes, ein monumentales Spiel. Es kann einen für viele, viele Stunden beschäftigen, bietet eine durchaus interessante Geschichte. Und dennoch war es etwas anderes, das mich so richtig ins Spiel gezogen hat. Etwas anderes, das mich wirklich überrascht hat. Etwas, das andere Teile der Serie so nicht hatten.

All diese Inseln könnt ihr im Spiel bereisen:

Wenn ihr an die "Assassin's Creed"-Reihe denkt, dann erinnert ihr euch wohl an immer größer werdende offene Spielwelten. Ihr erinnert euch an verworrene Verschwörungs-Geschichten, an ernste, nachdenkliche Helden, die immer getrieben waren von der Wichtigkeit ihrer Mission. An eines werdet ihr euch aber wohl weniger erinnern: Humor. Denn Assassin's Creed war immer eine Spielreihe, die sich selbst sehr ernst genommen hat. Die wollte, dass die Spieler sie ebenso ernst nehmen.

Natürlich bietet auch Assassin's Creed - Odyssey einer ernste Geschichte, die auch mit vielen Wendungen und ordentlich Dramatik erzählt wird. Und doch bedient sich das Spiel neben der Tragödie eben auch an der Komödie - die beiden Disziplinen des griechischen Theaters. Für mich war das die schönste Überraschung des Spiels, denn genau diese Änderung im Ton ist es, die für mich das Spiel besser macht als viele andere Teile der Serie.

Kassandras spöttischer Blick

Schon in den ersten Minuten des Spiels bemerkte ich, wie anders im Ton Odyssey ist, als es noch in Assassin's Creed - Origins war. Immer wieder flucht Kassandra, für die ich mich als Hauptfigur entschieden habe, wie ein Rohrspatz. Das Spiel gibt einem die Möglichkeit, Nebencharaktere auch mal sehr ruppig anzusprechen, worauf diese dann oft recht amüsant reagieren. Und dann ist da eine Szene, in der einer Ziege ein Obsidian-Auge in den Hintern geschoben wird.

Die Ziege wird gleich als Schmuckkästchen zweckentfremdet.Die Ziege wird gleich als Schmuckkästchen zweckentfremdet.

Währenddessen blickt Kassandra mit einem leicht amüsierten, leicht spöttischen Blick auf ihre Umwelt. Sie scheint sich oftmals, ebenso wie die Spieler, über das zu wundern, was sich da vor ihr abspielt, in dieser riesigen, vom antiken Griechenland inspirierten Welt. Es mögen teilweise nur Nuancen sein, doch dieser andere Ansatz hat Odyssey für mich nochmal sehr viel interessanter gemacht.

Damit distanziert sich Ubisoft auch ein wenig von diesem Drang, alles so historisch akkurat zu gestalten, wie es eben geht. Vielmehr fühlt sich Odyssey an wie ein großes, ebenso komisches wie dramatisches Schauspiel vor einer antik-griechischen Kulisse. Auch wenn natürlich wieder Millionen in Recherche und Ausarbeitung dieser Epoche geflossen sind.

Wenn Kassandra - für mich der interessanteste und lebendigste Charakter in einem Videospiel seit langem - mal wieder ordentlich flucht und mit einem leichten Grinsen im Gesicht mit ihren Widersachern spricht, dann kann ich nicht anders als auch selbst zu grinsen. Dann kann ich nicht anders als Assassin's Creed - Odyssey noch ein kleines Stückchen mehr zu mögen. Eine ziemliche Überraschung für mich.

Könnt ihr mit Humor in Videospielen etwas anfangen? Und falls ja, welches sind gute Beispiele für euch? Oder wollt ihr es immer bierernst? Schreibt uns eure Meinung doch in die Kommentare.

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Tags: Open World  

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