Astro Bot: Eine neue Dimension der Jump and Runs?

(Kolumne)

von Michael Sonntag (11. Oktober 2018)

Auf der EGX bin ich zum ersten Mal auf dieses kleine Phänomen aufmerksam geworden. Astro Bot ist der ideelle Nachfolger von Playroom, einer kostenlosen Minispiel-Sammlung, über die eigentlich jeder Spieler stolpert, sobald er das erste Mal mit PlayStation VR in Kontakt kommt.

Nun habe ich für ein paar Stunden in das Spiel von Entwickler SIE Japan Studio hineingesehen und konnte dabei einen Ausblick auf die Zukunft von Jump and Runs erhaschen.

Wer braucht schon Größe, wenn er niedlich ist?

Das neue Dreamteam: Astro & Ich

Ähnlich wie sein Kollege Super Mario braucht Astro Bot keine komplexe Hintergrundgeschichte: Statt eine Prinzessin vor einer Schildkröte zu retten, muss ich hier meine Crewmitglieder vor einem bösen Alien in Sicherheit bringen. Der Außerirdische hat nämlich das Mutterschiff so stark durchgeschüttelt, dass alle Artgenossen quer durchs Universum geschleudert wurden. In 20 verschiedenen Levels gilt es nun sie wiederzufinden.

Dabei besteht das Rettungsteam aus dem Spieler selbst, der mithilfe der VR-Brille die Umgebung auskundschaften soll, und Astro, der die Levels laufend, springend und schlagend bestreitet. Während die Passagen sich prinzipiell sehr leicht spielen, besteht die wahre Herausforderung in der Perspektive. Sobald ich den kleinen Racker aus den Augen verloren habe, kann ich ihn auch mal versehentlich in eine Schlucht schicken.

Astro kann Gegner entweder vermöbeln oder mit seinem Jetpack grillen.Astro kann Gegner entweder vermöbeln oder mit seinem Jetpack grillen.

Also: Nicht nur wie ein faules Elternteil hinterherlaufen und ihn zumindest irgendwo erahnen können, sondern ihm stets mit den Augen überall hin folgen, selbst wenn dafür Bücken, Strecken oder um die Seite lehnen erforderlich ist. Darüber hinaus befinden sich die Crew-Mitglieder auch nicht immer direkt vor der eigenen Nase - manchmal sitzen sie über, unter, hinter einem oder irgendwo in der Nähe. Aber wer genau hinhört, kann sich von ihren Hilferufen leiten lassen.

Die Levels sind abwechslungsreich und faszinierend gestaltet. Mal bin ich auf einer Baustelle, dann in einer Höhle und später in einem Wüsten-Canyon. Da muss Astro auch mal warten, bis ich mich an einem Panorama sattgesehen habe. Leuchtende Riesenpilze, schwindelerregende Höhen, lebendige Schauplätze - das sind keine platten VR-Kulissen mehr wie zur Anfangszeit der Technik, diese Welten scheinen den Spieler als Anwesenden wirklich wahrzunehmen.

Die Spielwelt nimmt euch wahr. Das wird euch vor allem dann bewusst, wenn euch der erste Endgegner direkt in die Augen sieht.Die Spielwelt nimmt euch wahr. Das wird euch vor allem dann bewusst, wenn euch der erste Endgegner direkt in die Augen sieht.

Mit den Gadgets wird das Gameplay noch eine Spur komplexer. Wahlweise kann sich der Controller, der auch in der Spielwelt vorkommt, in einen Enterhaken oder in eine Wasserpistole verwandeln, je nachdem was Astro gerade braucht. Dass Astro und ich ein Team sind, merke ich spätestens, wenn wir auf den ersten Endgegner treffen.

Nachdem er dem Gebiss des Riesenaffens ein paar Schläge verpasst hat, soll ich ihm die Zähne mit dem Haken endgültig rausreißen. Ich muss den Kleinen mithilfe der Kamera und der Steuerung beschützen. Zum Dank winkt er mir zu und tanzt fröhlich vor sich hin. Ein klein wenig bin ich stolz auf meinen kleinen Helden.

Kann Super Mario einpacken?

Die schnelle Antwort: Nein, aber vielleicht bald. Sobald Astro Bot an die Schwierigkeit von "Jump and Run"-Einlagen von Super Mario heranreicht, wird mir die reine Seitenansicht nicht mehr reichen. Jetzt ist das Spiel stellenweise noch zu einfach, aber einer Steigerung steht nichts mehr im Wege.

Im VR-Spiel wechsle ich zwischen Staunen und Spielen. Ich bin beeindruckt, wie echt sich die Welt anfühlt und genauso beeindruckt, wie echt ich für die Welt erscheine. Und dann ist es kein bloßes Mini-Spiel mehr, sondern ein Abenteuer, das mich über mehrere Stunden beschäftigen kann. Wenn ich will, erwarten mich sowieso noch dutzende Nebenherausforderungen.

Bisher kritisierte ich VR-Spiele dafür (vor allem The Inpatient), dass sie an sich nur Virtual Reality anbieten, aber darüber hinaus eigentlich keine guten Spiele sind. Bei Astro Bot ist VR keine reine perspektivische Erweiterung, sondern wird zum Gameplay und schöpft es komplett aus. Es ist ein gutes Spiel und es funktioniert so auch nur in VR. Weil es auch ein Erlebnis ist.

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Tags: Virtual Reality  

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