CoD - Black Ops 4: Battle Royale über alles? Das sagen die Entwickler

(Special)

von Matthias Kreienbrink (11. Oktober 2018)

Das Allheilmittel der Videospiel-Branche heißt aktuell "Battle Royale". Das noch junge Genre macht auch vor Call of Duty nicht halt. Aber ist das auch gut so?

In Berlin fand vor einigen Tagen zum ersten Mal die EGX statt - eine Messe, die nur Menschen über 18 besuchen durften. Call of Duty - Black Ops 4 durfte da als Anspielstation natürlich nicht fehlen. Im Rahmen dessen haben wir uns aber auch mit den Entwicklern über den neuen Blackout-Modus unterhalten - ob der Fokus auf diesen Modus ein Fluch ist, für wen der Modus eigentlich gedacht ist und woran die Spieler in zehn Jahren zurückdenken sollen.

David Vonderhaar und Jason Blundell standen uns im Rahmen der EGX Rede und Antwort. Ersterer ist Studio Design Director bei Treyarch und zeichnet sich verantwortlich für den Blackout-, also den "Battle Royale"-Modus, von Call of Duty - Black Ops 4. Jason Blundell wiederum ist Co-Studio Head bei Treyarch und für alles verantwortlich, was mit Zombies zu tun hat.

Bei einem brandneuen Modus im "Call of Duty"-Universum interessiert uns natürlich zunächst, für wen dieser Modus eigentlich gedacht ist - zumal deshalb, weil es sich um einen so populären Modus wie Battle Royale handelt. Die Antwort hatte David Vonderhaar sehr schnell parat: es seien nicht vornehmlich "Battle Royale"-Fans, die mit diesem Modus angesprochen werden sollen. Vielmehr hätten sie bei der Entwicklung einen Spieler vor Augen gehabt, der Fan von Call of Duty ist, sich gut mit der Reihe auskennt.

So seien die ersten Reaktionen der Spieler auch ziemlich positiv gewesen, weiß Vonderhaar zu berichten. "Wir haben eine sehr wortreiche Community - wenn wir etwas falsch machen, dann lassen die Spieler uns das schnell wissen", erzählt er. Mit Blackout habe man der Community nun also etwas gegeben, was sie anscheinend gebraucht habe. "Vielleicht sogar, bevor sie selbst wussten, dass sie diesen Modus wollen".

Wie ihr sehen könnt, war David Vonderhaar eindeutig in Berlin

Fluch oder Segen?

Die Berichterstattung zum neuen Call of Duty war bisher eindeutig dominiert von Blackout, von Battle Royale. Das müssen auch wir im Interview eingestehen, auch uns hat vor allem dieser Modus interessiert. Weil er neu ist, weil er in eine Kerbe trifft, die gerade viele Entwickler zu treffen versuchen. Die Frage liegt nahe: nervt diese Fokussierung auf Blackout eigentlich? Wäre es den Entwicklern lieber, wenn die anderen Spielmodi ebenso ausführlich besprochen würden?

Jason BlundellJason Blundell

Jason Blundell sieht den neuen Modus eindeutig eher als Segen. "Wir wollen die Franchise immer frisch halten, wollen immer die Grenzen etwas verrücken", sagt er. Dass Blackout für einen ziemlichen Wirbel gesorgt habe, sieht er als eine gute Möglichkeit für neue Spieler, in die "Call of Duty"-Reihe einzusteigen. Aus Erfahrung wüssten die beiden, dass Spieler stets zwischen verschiedenen Modi wechseln. Wer also wegen Blackout kommt, bleibt schließlich wegen der Zombies oder dem klassischen Multiplayer - so zumindest die Hoffnung.

Wieso wollen wir nur überleben?

Betrachtet man die aktuellen Videospiel-Trends, stechen zwei Genres heraus: Survival und Battle Royale. In beiden jedoch geht es eigentlich um nichts anderes als das Überleben. Was sagt das eigentlich über uns als Spieler aus? Wieso wollen wir momentan nichts anderes als überleben?

Bei beiden löst diese Frage lautes Lachen aus - gefolgt von einer kurzen Denkpause. David Vonderhaar bricht es dann runter: "Es geht darum, die beste Version von sich selbst zu werden". In diesen Modi würde man immer wieder probieren, der Beste zu werden, bis man es irgendwann schafft. Ständiges lernen, sich steigern. Ganz so, wie es eben auch im echten Leben sei - "Zumindest hoffe ich, dass es so ist."

Jason Blundell jedoch hat eine etwas andere Antwort: "Es geht um das Geschichtenerzählen". Sowohl in "Battle Royale" als auch Survival-Spielen sei jede Runde anders. In jedem Match würden die Spieler etwas anderes, neues erleben. Es ginge darum, was die Spieler in diesen Minuten erfahren, welche Geschichten sie selber schreiben - oftmals mit ihren Freunden zusammen. Es sei also weniger das Überleben, das im Mittelpunkt stehe, sondern das, was vor dem Ableben passiert: die Erfahrungen, die man immer wieder neu macht.

Und was bleibt übrig?

Die große Frage ist nun natürlich, wie dieser neue Modus bei den vielen Spielern schlussendlich ankommen wird. Ob er auch nach Wochen und Monaten noch intensiv genutzt wird, sich die Arbeit der Entwickler also gelohnt hat. Unsere letzte Frage an die beiden ist also, woran sich Spieler denn in zehn Jahren erinnern sollen, wenn sie an Blackout zurückdenken.

Jason Blundell hat darauf eine recht poetische Antwort: "Ich habe einige tolle YouTube-Videos gesehen, die mich berührt haben. In diesen ging es darum, dass Spieler durch Blackout Freunde gefunden haben", erzählt er. Menschen hätten in diesen Videos davon erzählt, dass sie eigentlich nicht sehr sozial sind, nun aber online Freunde gemacht hätten und diese auch schon offline kennengelernt hätten.

Seine Hoffnung also, dass Spieler sich in zehn Jahre an die Freundschaften erinnern, die sie geschlossen haben. Freunde, so hofft er, die auch dann noch an ihrer Seite sind.

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Tags: Multiplayer  

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