Test Call of Duty - Black Ops 4: Die volle Ladung Multiplayer!

von Thomas Stuchlik (15. Oktober 2018)

Das neueste Call of Duty bietet gleich drei komplett unterschiedliche Online-Erlebnisse: Mehrspieler-Duelle, Zombie-Schlachten und Battle Royale. Doch kann das alles die fehlende Kampagne aufwiegen?

Das kommt unerwartet: Statt Krachbumm-Aufmachung wirkt Call of Duty - Black Ops 4 auf den ersten Blick erstaunlich nüchtern. Das betrifft nicht nur das verschachtelte Hauptmenü, sondern auch die fehlende Story. Diesmal sollt ihr nicht mehr die Welt retten und irgendeinen dahergelaufenen Terroristen-Fiesling auslöschen. Denn erstmals in der langjährigen Serie gibt es keine Solo-Kampagne. Zum Ausgleich offerieren die Macher erstmals einen "Battle Royale"-Modus – zusätzlich zu den bisher bekannten Multiplayer-Spielarten.

Eine weitere Neuerung: Die Entwickler haben endlich mal an Tutorials gedacht! Zumindest im Zombies- und im Mehrspieler-Modus. In letzterem tretet ihr nämlich mit zehn wählbaren Spezialisten an, die im "Specialist HQ" eingeführt werden. Mit einigen bekannten Gesichtern aus Black Ops 3 wie Seraph, Nomad oder Ruin feiert ihr hier ein Wiedersehen.

In interaktiven Einsätzen auf Online-Maps lernt ihr nicht nur deren Spezialfertigkeiten, sondern auch deren dürftige Hintergrundgeschichte kennen. Die unnötig gewalthaltigen Zwischensequenzen wirken fast wie Schnipsel aus einer vormals geplanten Solo-Kampagne. Doch diese gibt es in Black Ops 4 ja nicht (mehr?).

Aufgefrischte Multiplayer-Duelle

Maximal zwölf Online-Spieler (aktuell in der Praxis meist jedoch nur zehn) bekriegen sich in 14 meist spannend aufgebauten Arealen. Es stehen Duelle auf tropischen Inseln, nüchternen Militäranlagen, einem spanischen Anwesen oder in der verschneiten Arktis an. Wie gewohnt sind die Laufwege kurz und die Action allgegenwärtig.

In "Kontrolle" verteidigt ein Team zwei Bereiche, das andere greift diese an.In "Kontrolle" verteidigt ein Team zwei Bereiche, das andere greift diese an.

Zu den neuen Spiel-Modi zählen "Überfall" und "Kontrolle". Bei Überfall kämpfen zwei Teams um einen Geldkoffer, der möglichst schnell zum Zielpunkt verfrachtet werden will. Diese Variation von "Capture The Flag" belohnt euch zwar mit neuer Ausrüstung, doch jedem Spieler steht nur ein Leben zur Verfügung. Als ähnlich limitiert erweist sich "Kontrolle", wo ein Team zwei Bereiche verteidigt, während das andere attackiert. Hier gibt es nur eine begrenzte Zahl an Respawns. Obendrein ist Taktik beim Angriff oder beim Verschanzen gefragt.

Genau hier kommen die Spezialisten-Fähigkeiten glänzend zum Zuge, die ihr mit genug Abschüssen oder vorhandenen Punkten mithilfe der Schultertaste aktiviert. Frontsoldat Ajax beispielsweise nutzt seinen kugelsicheren Schild, Krieger Nomad lässt seinen tödlichen (und unter Fans umstrittenen) Kampfhund los. Recon kann mittels Sensorpfeil eine Zone markieren, in der ihr jeden Gegner auf dem Radar erkennt. Weitere Charaktere besitzen dagegen fiese Extrawaffen wie Flammenwerfer, Elektrokanone oder sogar strahlende Reaktorkerne.

Weniger Hüpfen, mehr Gesundheit

Der gewohnte Spielablauf in den Online-Duellen wurde behutsam aufgefrischt. Ihr verfügt nicht mehr über einen Raketenrucksack, um Doppelsprünge auszuführen oder an Wänden zu laufen. Wilde Hüpfeinlagen wie in Black Ops 3 oder Infinite Warfare gehören der Vergangenheit an. Dennoch bleibt das serientypische Spieltempo erhalten, was schnelle Duelle und Abschüsse ermöglicht.

Die Mehrspieler-Action auf den engen Maps spielt sich altbewährt, ohne unnötige Hüpfereien.Die Mehrspieler-Action auf den engen Maps spielt sich altbewährt, ohne unnötige Hüpfereien.

Eine sinnige Neuerung (auch im Battle Royale) ist die Einführung einer Lebensleiste, die sich nicht mehr selbständig regeneriert. Eure 150 Gesundheitspunkte könnt ihr nur per Spritze auffrischen, was jedoch Zeit kostet. Genau das sorgt für ein taktisches Element im Eifer des Gefechts: Sollt ihr lieber nachladen, euch heilen oder euch zurückziehen?

Die weiteren Online-Duell-Modi von Black Ops 4 kennt ihr bereits aus den Vorgängern: Team-Deathmatch, Abschuss bestätigt, Stellung, Herrschaft sowie Kontrolle gehören einfach in jede gute Multiplayer-Partie. Der Übersichtlichkeit halber sind die Spielarten in mehrere Moshpit-Listen eingeteilt, in denen der Modus nach jeder Partie durchgewechselt wird.

100 dürft ihr sein

Auch Call of Duty springt auf den Hype-Train namens Battle Royale auf. Im Blackout-Modus bekriegen sich 100 Online-Spieler auf einem riesigen Gelände. Wahlweise tretet ihr in Vierer-Teams, Zweiermannschaften oder alleine an. Bei letzteren zwei Modi sind "nur" 88 Kontrahenten unterwegs.

Das große Areal befahrt ihr auch auf vier Rädern, um zur Zielzone zu gelangen oder Feindfeuer zu entkommen.Das große Areal befahrt ihr auch auf vier Rädern, um zur Zielzone zu gelangen oder Feindfeuer zu entkommen.

Per Wingsuit springt ihr vom Hubschrauber ab und landet dank Fallschirm weich an einem beliebigen Ort. Schnell solltet ihr euch mit Ausrüstung (Erste Hilfe, Visiere, Munition, Schutzwesten) und Waffen (Sturmgewehr, Schrotflinte, Sniper) eindecken, die in und neben Gebäuden verstreut sind – schließlich habt ihr nur ein Leben. Selbiges darf jedoch (wie im Mehrspieler-Modus) mit Medi-Kits aufgefrischt oder mit Trauma-Kits geboostet werden. Dann ist Taktik gefragt: Verschanzt ihr euch in den Fabriken, Bahnhöfen oder am Leuchtturm? Pirscht ihr euch über die Hügel voran? Oder nutzt ihr herumstehende Quads, Helikopter, Boote oder Trucks um schnell (und vor allem laut) voranzukommen?

Schließlich dürft ihr nicht am selben Fleck verweilen, denn die Spielzone verkleinert sich ständig und ihr eilt immer zum zufällig gewählten, sicheren Bereich. Das sorgt, genau wie in Playerunknown's Battlegrounds, für Hochspannung bis zum letzten Schuss. Anders als PUBG läuft das Geschehen jedoch butterweich und wirkt ausgereifter. Mit Fortnite lässt sich dieser Battle Royale auch dank fehlendem Bauen und Konstruieren jedoch nicht vergleichen.

Untoter Ballerspaß

Mit dem dritten und letzten Spiel-Modus erwarten euch in Black Ops 4 natürlich auch Zombies. Die untote Meute ist schließlich ein Markenzeichen der Reihe geworden. Und einmal mehr scheinen sich die Entwickler von Treyarch selbst übertroffen zu haben.

Vom alten Rom bis nach Alcatraz führen euch die zombieverseuchten Gebiete voller Geheimnisse.Vom alten Rom bis nach Alcatraz führen euch die zombieverseuchten Gebiete voller Geheimnisse.

Nicht nur eines, sondern gleich drei große Areale sind im Grundspiel enthalten. Ihr begebt euch bei "IX" ins antike Rom, wo ihr rund um das Kolosseum Zombies bekämpft. Wie gewohnt kämpft ihr euch allein oder mit bis zu drei Online-Kameraden durch Wellen von Angreifern und versucht, so lange wie möglich zu überleben. Ebenso sammelt ihr Einzelteile ein, aktiviert den Strom oder findet ein Wächterartefakt. Nur so gelangt ihr in geheime Bereiche und erhaltet fiese Extrawaffen.

Mit Abschüssen ergattert ihr wie immer Punkte, die ihr zum Öffnen von neuen Bereichen sowie für Waffen benötigt. Schön, dass zwei interaktive Tutorials endlich die Grundzüge und Feinheiten für Anfänger erklären. Ebenso einsteigerfreundlich sind vier wählbare Schwierigkeitsgrade. Alternativ spielt ihr auch mit computergesteuerten Bots, die sich als klasse Leibwächter für unerfahrene Spieler erweisen.

"Blood of the Dead" nennt sich eine weitere Map, die euch auf die Gefängnisinsel Alcatraz verschleppt und ein Remake von "Mob of the Dead" aus Black Ops 2 darstellt. Kenner freuen sich über bekannte Örtlichkeiten mit einigen Neuerungen. Daneben geht ihr bei "Voyage of Despair" mit der Titanic auf Kreuzfahrt. Gerade als das Schiff untergeht, bricht hier die Zombie-Apokalypse aus. Käufer der Deluxe-Edition oder des Season Pass bekommen mit "Classified" obendrein ein viertes Zombie-Areal, das auf der Map "Five" vom ersten Black Ops basiert.

Meinung von Thomas Stuchlik

Ursprünglich wollte ich Black Ops 4 wegen der fehlenden Kampagne keine Chance mehr geben. Doch die drei Online-Modi wiegen diesen schmerzlichen Verlust mehr als nur gleichwertig auf. Die Mehrspieler-Duelle sind spaßig wie eh und je, erfordern jedoch viel Übung und Geduld. Denn oft genug trefft ihr online auf Profis, gegen die ihr keine Chance habt. Die Spezialisten-Charaktere sowie das Heilungs-System sorgen dabei für eine gelungene Prise Taktik.

Der Zombies-Modus dagegen ist ein fast pausenloses Geballer, das immer neu motiviert. Auch schön, dass es in der Basisfassung des Spiels nicht nur ein, sondern drei Areale zum Erkunden gibt. Nicht zuletzt sorgt der neuartige "Battle Royale"-Modus für Hochspannung, auch wenn ihr viel lauft und oft gar keine Gegner seht. Umso hitziger gestaltet sich jedoch das plötzliche Aufeinandertreffen. Insgesamt ist Black Ops 4 ein fettes Multiplayer-Paket mit viel Spielstoff sowie ein Warnschuss in Richtung PUBG und Fortnite. Solo-Spieler sind hier jedoch komplett falsch.

87 Spieletipps-Award

meint: Dank spannenden Team-Kämpfen, Zombie-Schlachten sowie Battle Royale ist fetter Online-Spielspaß garantiert - auch wenn eine Kampagne fehlt.

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Tags: Multiplayer  

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