Test Soul Calibur 6: Das Schwerter-Tekken mit Geralt

von Michael Sonntag (17. Oktober 2018)

Am 19. Oktober ruft Entwickler Bandai Namco zum sechsten Mal zum Klingenkreuzen auf. Und nein, es zieht keine überirdischen Strafen mit sich, erst bei Soul Calibur 6 einzusteigen. Eigentlich haben alle Teile nur zwei wichtige Dinge gemeinsam: Das namensgebende Schwert und die damit verbundenen Keilereien. Das trifft auch auf Teil 6 zu. Soul Calibur 6 erscheint für PC, PS4 und Xbox One. Getestet haben wir die Version für PlayStation 4.

Dasselbe Schwert, nur mit einer neuen Legierung

Wer erwartet, gleich nach Spielstart auf den ersten Gegner einschlagen zu können, liegt falsch. Das Beat 'em Up lässt es sich nämlich nicht nehmen, erstmal auf seine komplexe Story-Kampagne hinzuweisen. Kurz: Ein dämonisches Schwert darf nicht in die falschen Hände gelangen. In euren ist es besser aufgehoben.

Während die Kampagne mit hübschen Zwischensequenzen im "Graphic Novel"-Stil untermalt wird, fällt der Rest eher nüchtern aus. Bei einem Spiel mit bombastischen Duellen, wo tausende Funken sprühen, erwartet ihr am allerwenigsten eine Erzählung, die über simple Textboxen erfolgt. Das ist nicht nur allgemein altbacken, sondern in diesem Kontext besonders merkwürdig.

Brettspiel trifft auf glorreiche Schwertkämpfe. Das passt nicht so ganz zusammen.Brettspiel trifft auf glorreiche Schwertkämpfe. Das passt nicht so ganz zusammen.

Wahlweise könnt ihr mit einem selbst erstellten Krieger oder abwechselnd mit dem gesamten Kämpferfeld in das Abenteuer ziehen. Der Charakter-Editor fällt hierbei nicht allzu umfangreich aus, was bei einem solchen Spiel auch nicht unbedingt stört. Hätte es zu viele Anpassungsmöglichkeiten gegeben, würde uns unsere Eitelkeit ebenfalls vom Spielen (also Kämpfen) abhalten. Andererseits war der umfangreiche Editor zum Beispiel schon in Teil 3 der Saga bei Fans äußerst beliebt.

Also: Eine außergewöhnliche Klasse ausgewählt, Augenfarbe und Kleidung angepasst, dann das Ganze noch mit einer exotischen Frisur und einer einprägsamen Stimme versehen - und fertig ist eine Figur, die uns einigermaßen wiederspiegelt. Aber nach zwanzig Minuten fällt eines deutlich auf: Ihr braucht in Soul Calibur an sich nicht viel Geschichte oder Entscheidungen oder Wendungen, sondern nur viel zum Kleinschlagen. Und das lässt sich eher im Kampfmodus finden.

Anmerkung: Um Demütigungen auf dem Kampfplatz zu vermeiden, sollte das Tutorial zuvor besucht werden!

Auf dass die Tasten zersplittern

Wollt ihr mit KI-gesteuerten Gegnern den Boden aufwischen? Dann solltet ihr den Arcade-Modus spielen. Doch lieber von Mitspielern weltweit verprügelt werden? Dann seid ihr im Mehrspieler-Modus gut aufgehoben. Und wenn ihr noch etwas Training braucht, ist der gleichnamige Modus die richtige Adresse. Wieso kann nicht alles so einfach aufgebaut sein?

Um schnell ins Spiel zu gelangen, empfiehlt sich der Arcade-Modus. Wählt euren Lieblingscharakter und tretet gegen acht zufällige Gegner an. In der Auswahl selbst lassen sich viele alte und neue Gesichter finden, typtechnisch ist auch weiterhin alles vertreten: Monster, Assassinen, Krieger - und alle haben sie das Potenzial, ihren Gegner zu Staub zu verwandeln, wobei die Männer typisch für die Reihe große Muskeln und die Frauen große Brüste haben.

Da der Gastauftritts des Hexers Geralt von Riva einen der größten Aufhänger des Spiels ausmacht, haben wir bei der Charakterauswahl nicht lange gezögert und uns gleich mit dem Weißen Wolf in den Kampf begeben. Es gibt zwei Möglichkeiten, Soul Calibur zu spielen: Sämtliche Techniken und Kniffe verinnerlichen oder stumpf drauf einhämmern. Funktionieren tut beides.

Besonders auf dieses Duell haben wir gewartet. Hoffentlich gewinnt der Hexer.Besonders auf dieses Duell haben wir gewartet. Hoffentlich gewinnt der Hexer.

Neben den drei normalen Attacken und Blocken könnt ihr mit einer Umkehrklinge eine Sequenz starten, in welcher ein „Stein, Schere, Papier“-Schema über Schaden austeilen oder einstecken entscheidet. Ziemlich simpel, aber es sieht cool aus und gestaltet den Kampf etwas dynamischer. Darüber hinaus gibt es diverse Buffs und Spezialfähigkeiten, die ab einem bestimmten Füllstand der Power-Anzeige benutzt werden können.

Egal, auf welche Weise gespielt wird, das Kämpfen macht genauso Spaß wie es cool aussieht. Schwere Schläge, schnelle Konterattacken und wuchtige Animationen - Grafik und Sound leisten ihren Beitrag, euch zu vermitteln, dass hier die größten Legenden aufeinandertreffen. Und selbst wenn der Gegner sich an seine letzten Energiepunkte klammert, kann er den Kampf immer noch wenden. Die Kämpfe sind schweißtreibend und herausfordernd, egal ob das Bildschirmgeschehen durch Taktik oder reinen Tastenanschlag zustande kommt.

Epische Kämpfe brauchen epische Schauplätze. Tempel, Höllenpaläste, Mythische Wälder - alles ist dabei.Epische Kämpfe brauchen epische Schauplätze. Tempel, Höllenpaläste, Mythische Wälder - alles ist dabei.

Meinung von Michael Sonntag:

Jedes Jahr erscheint ein neues FIFA. Fußball bleibt Fußball, daran lässt sich nicht viel ändern oder verbessern. Und Soul Calibur bleibt Soul Calibur. Bis Teil 26 werden sich martialische Krieger immer noch funkenreich zu Kleinholz schnetzeln. Es wird andere Gastauftritte und andere Attacken geben, aber das Spielprinzip wird das gleiche bleiben. Und ob das einem zusagt oder nicht, bleibt die einzig relevante Frage. Manche werden stundenlang Freude daran haben, andere ein paar Minuten.

Einen Story-Modus hätte Soul Calibur 6 nicht gebraucht, besonders nicht einen, der so altbacken aufgezogen wird. Ich brauche keine tiefe Geschichte oder Motivation, um jemanden zu vermöbeln. Er muss nur genauso austeilen können wie ich, damit der Kampf herausfordernd und unterhaltsam bleibt.

Was für euch wichtig ist: Soul Calibur 6 ist kein Spiel, mit dem nur absolute Turnier-Profis ihren Spaß haben werden. Jeder darf sich willkommen fühlen und seinen Grad an Können mitbringen. Wer effektvoll inszenierten Prügelspaß sucht, wird ihn hier sicherlich finden.

85 Spieletipps-Award

meint: Soul Calibur 6 liefert dasselbe Spielprinzip wie eh und je, nur mit einer neuen Legierung. Fans werden begeistert bleiben.

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