Vorschau Battlefield 5: Geschichte abseits des Bekannten

von Matthias Kreienbrink (18. Oktober 2018)

In einem Bunker in der Hafenstadt Hamburg hatten wir die Gelegenheit, den Einzelspieler-Modus von Battlefield 5 anzutesten. In den drei Stunden unterstrichen die Entwickler dabei immer wieder eines: In diesem Modus sollen die vergessenen Geschichten erzählt werden. Das funktioniert auch - in Teilen.

Es stimmt, die Geschichten, die über den Zweiten Weltkrieg in AAA-Videospielen erzählt werden, sie sind oftmals die gleichen. Die großen Erzählungen von Heldentum in Zeiten größter Herausforderungen. Die Entwickler von Battlefield 5 jedoch wollen, ähnlich wie schon in Battlefield 1, "menschliche Geschichten" erzählen. Anders als etwa ein Call of Duty - WW2, das noch genau diese mythisch aufgeladene große Geschichte vom Zweiten Weltkrieg erzählte, sollen es hier die kleinen, unbekannten Geschichten sein, die den Krieg aber ebenso beeinflusst haben.

So erlebt ihr im Spiel etwa das Schicksal einer Widerstandskämpferin in Norwegen, die versucht, eine tödliche Waffe der Nazis aufzuhalten. Oder aber Mitglieder einer Truppe, die für Frankreich kämpfen soll - obwohl es nicht ihr Heimatland ist. Es handelt sich dabei um aus Afrika verschleppte Kolonialtruppen, die für Frankreich im Krieg sterben mussten, gezwungenermaßen.

Battlefield 5 will Geschichten erzählen, die sonst kaum beachtet werden:

"Ich erzähle euch eine Geschichte, die ihr nicht kennt", sagt einer und spricht damit wohl die Stärke der Einzelspieler-Kampagne von Battlefield 5 aus: Aspekte des Zweiten Weltkriegs einem Publikum nahezubringen, das sich womöglich sonst nicht für die Geschichte hinter ihrem Shooter interessiert. Es setzt den Fokus auch auf marginalisierte Menschen, die in der Geschichtserzählung von Videospielen sonst keinen Platz finden.

Battlefield 5 erzählt auch von Menschen, die sonst kaum im Mittelpunkt stehen.Battlefield 5 erzählt auch von Menschen, die sonst kaum im Mittelpunkt stehen.

Der Menschheit beste Momente?

Freilich, die meisten Spieler werden ein Battlefield wohl wegen der Multiplayer-Modi spielen. Dann geht es um Rankings, Auszeichnungen oder darum, als letzter auf dem Feld zu stehen. Dennoch solltet ihr euch auch die Einzelspieler-Kampagne anschauen. Insgesamt könnt ihr fünf der sogenannten Kriegsgeschichten spielen. Zum Start von Battlefield 5 - voraussichtlich am 20. November 2018 für PlayStation 4, Xbox One und PC - stehen euch vier dieser Geschichten zur Verfügung. Die fünfte Geschichte, in der ihr aus deutscher Perspektive spielt, soll dann im Dezember folgen.

Neben den durchaus interessanten Geschichten die erzählt werden, kann die Einzelspieler-Kampagne besonders den Spielern helfen, die die Grundlagen des Spiels lernen wollen. Also jene, für die Battlefield 5 der erste Teil ist. Denn hier messt ihr euch mit computergesteuerten Gegnern, deren Schwierigkeitsgrad ihr anpassen könnt. Und ihr lernt, besonders in der ersten Kriegsgeschichte, wie die Steuerung funktioniert, welche Waffen am besten zu eurem Spielstil passen könnten.

Auch das lernt ihr in der Einzelspieler-Kampagne: das Fliegen.Auch das lernt ihr in der Einzelspieler-Kampagne: das Fliegen.

Kurzum bietet die Einzelspieler-Kampagne euch spielerisch genau das, was ihr von Battlefield gewohnt seid. Das ist gut, denn die Steuerung geht sehr gut von der Hand, die Grafik sieht grandios aus, der Sound ist überaus wuchtig, die Areale sind abwechslungsreich und können mit taktischem Geschick auf ganz unterschiedliche Weise gespielt werden: schleichend, beobachtend, abwägend. Oder auch ballernd und stürmend.

Doch besonders im Hinblick darauf, dass sich das Spiel auf die "anderen Geschichten" konzentrieren möchte, auf die Schicksale, von denen kaum erzählt wird. Es möchte eine Geschichte des Kriegs erzählen, die abseits des stählernen Heldentums stattfinden will. Gerade unter diesem Blickwinkel ist es schade, dass sich am Gameplay kaum etwas getan hat. Dass sich dieser Ansatz, Altbekanntes aufzubrechen, nicht in der Art zu spielen widerspiegelt, sondern nur in den Zwischensequenzen, die den Spielfluss unterbrechen - aber das mag auch nur Meckern auf hohem Niveau eines Autoren sein, der sich wirklich für Geschichte interessiert.

Die Szenarien sind abwechslungsreich, natürlich darf auch das obligatorische Schnee-Level nicht fehlen.Die Szenarien sind abwechslungsreich, natürlich darf auch das obligatorische Schnee-Level nicht fehlen.

Denn letztendlich kann sich auch Battlefield 5 nicht ganz der Versuchung erwehren, den Krieg auf verklärte Art darzustellen. Gleich zu Beginn des Spiels heißt es, der Krieg würde das Schlimmste aus den Menschen herausholen. Ebenso aber auch das Beste. Dem möchten wir widersprechen: es gab nichts Bestes im Zweiten Weltkrieg. Davon abgesehen, konnten uns die Kriegsgeschichten jedoch durchaus überzeugen, wollen sie auch den Spielern ans Herz legen, die sonst nur Multiplayer spielen. Besonders gespannt sind wir jedoch auf die Geschichte aus deutscher Sicht, die im Dezember erscheinen soll. Was wir von dieser halten, könnt ihr dann zu gegebener Zeit auf spieletipps nachlesen.

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