Test Starlink - Battle for Atlas: Mit dem Raumschiff-Controller das Weltall looten

von René Wiesenthal (22. Oktober 2018)

Wolltet ihr schon immer mal ein fettes Raumschiff am Controller stecken haben, das beim Zocken leuchtet? Im Test zu Starlink zeigen wir euch, wie die Aufsätze funktionieren. Für alle, die Toys2Life albern finden: Auch ohne das Spielzeug ist das Weltraumabenteuer einen Blick wert.

Starlink - Battle for Atlas ist im Vorfeld der Veröffentlichung weniger durch das gezeigte Gameplay-Material aufgefallen. Im Vordergrund stand hier der Toys2Life-Aspekt: Raumschiffe, Piloten und Waffen, die es im Spiel gibt, könnt ihr euch als reale Figuren zukaufen und sie auf diese Weise ins Spiel implementieren.

Diese Idee von Entwickler Ubisoft Toronto ist nicht neu: Spiele wie Skylanders - Trap Team, Disney Infinity und gewissermaßen auch die amiibos von Nintendo setzen dieses Konzept schon seit vielen Jahren mal mehr und mal weniger erfolgreich um. Beim Test von Starlink zeigt sich: Einerseits ist die Toys2Life-Komponente hier nicht richtig sinnvoll oder gar notwendig. Andererseits ist das gar nicht weiter schlimm. Das Spiel funktioniert trotzdem.

Auf Switch gibt es übrigens Fox McCloud als Figur:

Und zwar ganz grundsätzlich so: Ihr seid als Mannschaft eines Expeditionsraumschiffes im All unterwegs, steuert verschiedene Planeten an, sucht diese nach Ressourcen und Upgrades ab und ballert feindliche Außerirdische über den Haufen. Frei wechselt ihr dabei zwischen den Schiffen, tauscht Flügel, Waffen und Mods nach Belieben und könnt mit gesammelter Erfahrung euren Piloten neue Fähigkeiten beibringen.

Der Wechsel von Schiffen und Zubehör findet - wenn ihr möchtet - über die eingangs erwähnten Spielsachen statt. Auf den folgenden Bildern beschreiben wir euch, wie genau das abläuft:

Als erstes setzt ihr einen Piloten auf den Aufsatz, der via USB zur Konsole führt. Im Starterpaket ist der Aufsatz inklusive eines Schiffes und vier verschiedener Waffen enthalten. Die Figuren sind leider nicht besonders wertig.

Oben drauf kommt dann das Schiff eurer Wahl. Die Vehikel sehen deutlich besser aus als die Pilotenfiguren, sind aber ebenso nicht sehr detailreich oder sauber gefertigt.

An die Seiten steckt ihr nun die Waffen, die ihr nutzen wollt. Links und rechts jeweils eine. Symbole wie diese Schneeflocke verraten auch das Element der Waffe. Die Tragflächen der Schiffe lassen sich ebenso austauschen und haben - wie die Schiffe selbst - unterschiedliche Fähigkeitswerte.

Zwar sind die Figuren nicht sonderlich schwer, das komplette Setup so auf den Controller sitzen zu haben, ist aber eher unhandlich und störend. Wir haben beim Test frühzeitig den Aufsatz entfernt. Auf Switch ist der Aufsatz so gestaltet, dass ihr die Joycons reinschieben könnt.

Kann man so spielen, muss man aber nicht

Das Setup ist dabei nie fix. Wenn ihr die Komponenten während des Spielens austauscht, pausiert das Programm und übernimmt Veränderung direkt ins virtuelle Geschehen.

Hier haben wir gleich zwei Flügelpaare auf das Raumschiff geschraubt.Hier haben wir gleich zwei Flügelpaare auf das Raumschiff geschraubt.

Wenn euch das dennoch zu umständlich ist, müsst ihr euch nicht der Figuren bedienen, um Starlink zu spielen, der analoge Teil des Spiels ist vollständig optional. Mit der Standard-Edition stehen euch schon viele Inhalte digital zur Verfügung und können bequem übers Menü gewählt werden. Zum aktuellen Zeitpunkt kostet das Starter-Paket circa 80 Euro. Wer das volle Programm möchte, greift zur etwas kostenintensiveren digitalen Deluxe-Edition und hat alle Inhalte, die es auch als Figuren gibt. Dafür müsst ihr zum Zeitpunkt immerhin etwa 100 Euro ausgeben.

Hinter dem Plastik: ein nettes Action-Adventure

Ob das den Preis rechtfertigt, muss jeder selbst entscheiden, aber Fakt ist: Das Spiel versteckt sich nicht hinter seiner Toys2Life-Fassade, sondern macht auch einfach so Laune. Blendet ihr generell aus, dass ihr in Flugschiffen unterwegs seid, handelt es sich nämlich um ein erstaunlich gut spielbares Action-Adventure mit recht hübschen Schauplätzen und ausreichend motivierender Story, die mittels lebendiger Dialoge und ansehnlichen Filmsequenzen erzählt wird.

Die Figuren sind zwar stereotyp, Dialoge und Sequenzen aber sehr lebendig.Die Figuren sind zwar stereotyp, Dialoge und Sequenzen aber sehr lebendig.

Die Steuerung funktioniert ebenso einwandfrei - die Schiffe lenken sich alle spürbar verschieden. Das Upgraden und Herumprobieren mit Ausrüstungskombinationen macht kurzweilig Laune. Ihr findet mit der Zeit heraus, welche Munitionskombinationen Kombo-Effekte auslösen und richtet euch eure Schiffe mit unterschiedlichen Loadouts und Modifikationen ein, um für jede Situation gewappnet zu sein.

Starlink ist damit perfekt für kurze Spiele-Sessions, da es nicht viel Vorlauf erfordert und ihr schnell kleinere und große Fortschritte macht. Ladezeiten sind kurz, interessante Kartenpunkte und jede Menge Loot jederzeit in greifbarer Nähe, und Missionen sind so gestaltet, dass euch einzelne Schritte keine große Zeit kosten.

Auf Entdeckungstour: Die Fauna der Planeten lässt sich für Erfahrungspunkte scannen.Auf Entdeckungstour: Die Fauna der Planeten lässt sich für Erfahrungspunkte scannen.

Durch das Scannen von Tieren auf den Planeten oder das Erledigen kleiner Nebenaufträge für außerirdische Außenposten stillen Nimmersatte nebenbei zusätzlich ihren Sammeltrieb. Belohnungen in Form von Mods oder Erfahrungspunkten rechtfertigen das Vervollständigen.

Seine unbeschwerte Natur ist allerdings ist auch die Krux von Starlink. Denn für Langzeitmotivation müsst ihr euch auf sehr viele Wiederholungen einstellen. Außerdem stehen die simplen, spaßigen Spielmechaniken im Kontrast zu dem Aufwand und der Unbequemlichkeit, die mit den Figuren und dem Controller-Aufsatz verbunden sind. Das alles ist eine nette Spielerei für sehr junge Spieler, aber kein wirklicher Mehrwert für Erwachsene. Das Gute daran wiederum: Starlink kann jungen und älteren Spielern gleichermaßen gefallen.

Meinung von René Wiesenthal

Starlink ist so ziemlich genau das Spiel, das ich erwartet habe: Ein nettes, simples Weltraumabenteuer für spaßige Sessions zwischendurch. Die Geschichte setzt trotz stereotyper Figuren genügend spannende Akzente, um nicht vollkommen vernachlässigbar zu sein, die Spielmechanik ist schnell beherrscht, flott und geht ohne große Umstände von der Hand.

Umstände bereitet Starlink dann, wenn ihr es so spielt, dass die Figuren integriert werden. Macht ihr euch wirklich die Arbeit, alles Zubehör, Schiffe und Piloten via Controller-Aufsatz zu bestimmen und zu wechseln, artet Starlink in Gefummel aus. Generell das Schiff vorn am Controller stecken zu haben, ist eher störend als wirklich cool. Vermutlich kommen hier nur die ganz Jungen auf ihre Kosten.

Unterm Strich steht also unkomplizierte und leichtfüßige Unterhaltung, die bei längerem Spielen etwas zu eintönig wird und deren Ergänzung um reale Spielfiguren meines Erachtens nach nicht wirklich notwendig gewesen wäre. Vor allem angesichts der eher mäßigen Verarbeitung. Für Spieler, die ihren Kindern eine Freude machen wollen, sind die Spielsachen sicher eine Überlegung wert.

75

meint: Simples aber launiges Action-Adventure für zwischendurch. Die Spielfiguren sind nur für sehr junge Spieler sinnvoll.

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Tags: Singleplayer   Multiplayer  

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