Fallout 76: Die unheimlichen Legenden West Virginias im Spiel

(Special)

von Micky Auer (18. Oktober 2018)

Üppige Vegetation, wunderschöne Natur, hohe Radioaktivität, düstere Folklore: Das ist der US-Bundesstaat West Virginia. Zumindest in Fallout 76. Weil der atomare Schrecken noch nicht genug ist, greifen die Entwickler auch auf finstere Geschichten aus der Region zurück.

Egal, ob ihr im Norden der Republik wohnt oder aus dem bergigen Süden kommt: sicher habt ihr sie in eurer Heimatregion schon mal gehört, nämlich jene Sagen, Legenden und unheimliche Geschichten, die man sich mit leiser Stimme und vor Angst geweiteten Augen erzählt. Geschichten von grauenvollen Kreaturen, die nachts durch die Wälder schleichen oder auf dem Meer lauern, um unschuldige Menschen zu holen, grausam zu quälen und letzten Endes zu töten.

Solche Geschichten gibt es auf der ganzen Welt, so auch im US-Bundesstaat West Virgina. Nicht zufällig erwähnen wir dieses Land, ist es doch der Schauplatz von Fallout 76, das bereits am 14. November erscheinen soll. Zwar ist im Spiel der "Mountain State" eine radioaktiv verstrahlte, jedoch gar nicht mal so tote Welt, doch die Schrecken der atomaren Apokalypse können noch erweitert werden. Nämlich um genau diese finstere Folklore, die wir eingangs erwähnt haben.

Eine der bekanntesten Kreaturen aus den Sagen und Legenden West Virginias kommt auf jeden Fall im Spiel vor, nämlich der unheimliche Mothman. Was es mit dieser Gestalt auf sich hat und welche grauenvollen Gestalten noch ihren Weg ins Spiel gefunden haben könnten, haben wir für euch ans Licht gebracht. An dieser Stelle auch vielen Dank an Susan aus West Virginia, die uns nur zu gerne über die Sagenwelt ihrer Heimat informiert hat.

Der Mothman - eine moderne Legende

Moth wird oft fälschlich als "Motte" ins Deutsche übersetzt. Gebräuchlicher ist tatsächlich die Bedeutung "Nachtfalter", die auch wesentlich besser auf die berühmteste Sagengestalt West Virginas, nämlich den Mothman, zutrifft. In Fallout 76 findet ihr recht früh im Spiel ein ganzes Museum, das sich den Geschichten um diese Figur gewidmet hat. Am Ufer eines Flusses steht auch ein Altar, auf dem verstörenderweise menschliche Knochen in der Gestalt des Mothman aufgelegt worden sind. Von der Gestalt selber fehlt jedoch jede Spur. Vorerst ...

Die Mothman-Statue im Spiel.Die Mothman-Statue im Spiel.

Beschrieben wird der Mothman als annähernd menschenähnlich, jedoch mit Schwingen und leuchtend roten Augen. Man sagt, wenn sich der Mothman zeigt, kündigt er ein großes Unglück an. Nun, warum er erst nach der atomaren Apokalypse in Erscheinung tritt, sei dahingestellt. Tatsächlich gibt es einen tragischen Hintergrund rund um die Sagengestalt.

Zum ersten Mal soll der Mothman erst 1966 gesehen worden sein, und zwar in der Stadt Point Pleasant in West Virginia, auf dem Gelände einer alten Munitionsfabrik. Zwei Ehepaare, die im Auto unterwegs waren, wollen in einer kalten, klaren Nacht eine furchteinflößende Gestalt gesichtet haben. Über zwei Meter groß mit riesigen Flügeln und leuchtenden Augen. Jedoch scheinen weder Arme noch ein Kopf vorhanden gewesen zu sein. Es soll sich einfach nur um einen Körper mit Flügeln gehandelt haben.

Dieser Alter ist dem Mothman gewidmet. Morbide, um es harmlos auszudrücken ...Dieser Alter ist dem Mothman gewidmet. Morbide, um es harmlos auszudrücken ...

Nach dieser Sichtung häuften sich Berichte über den Mothman, schnell wurde er zur lokalen Legende, nach der sogar mit regelrechten Jagdgruppen und Spürhunden gesucht wurde. Am 15. Dezember 1967 kam es dann zu einem tragischen Unglück: Die Silver Bridge zwischen Point Pleasant und Kanauga stürzte ein und riss dabei 46 Menschen in den Tod. Laut einer Sage der Ureinwohnerstämme der Irokesen, Tuscarora und Wyandot soll ein Wesen, das in der Überlieferung dem Mothman ähnelt, solche Tragödien ankündigen.

Schnell verbreitete sich die Behauptung, es handle sich dabei um den Mothman. Weitere Sichtungen (oder zumindest die Behauptungen darüber) folgten, der Mothman ist seitdem aus den Legenden der Region nicht mehr wegzudenken. Später wurde ein Roman mit dem Titel "The Mothman Prophecies" veröffentlicht, dem auch eine filmische Umsetzung folgte.

Das Flatwoods-Monster

Angeblich treibt sich in West Virginia ein Alien herum, dem von den Einwohnern der Name "Flatwoods Monster" verliehen wurde. Es soll sechs Meter groß sein, hakenartige Arme und rotglühende Augen haben (rotglühende Augen sind bei Sagengestalten in West Virginia ein beliebtes Accessoire, wie es scheint). 1952 will ein Brüderpaar das Wesen gesichtet haben. Der Vorfall wurde von Eugene Lemon, einem Mitglied der Nationalgarde und einem Suchtrupp, der ihn begleitet hat, untersucht.

(Quelle: YouTube, Atomic Wolf)

Lemon behauptet, er hätte das ungeheuerliche Wesen auch tatsächlich aufgestöbert. Als der Schein seiner Taschenlampe auf die Kreatur fiel, schwebte sie fauchend auf ihn zu, worauf ihn dann wohl der Mut verlassen und er das Weite gesucht hätte (ein Monster, das niemandem Angst einjagt, würde seinen Job auch nicht besonders gut machen).

Bereits im ersten Fallout konnten Spieler ein Alien-Schiff finden, in Fallout 3 widmet sich ein ganzer DLC dieser Thematik. Es würde also niemanden wundern, wenn ihr inmitten der verstrahlten, jedoch immer noch üppigen Natur West Virginias auf ein Alien stoßen würdet.

Die Bestie von Grafton

In beinahe jeder gebirgigen Region der USA und Kanada gibt es mindestens eine Geschichte über den "Bigfoot". Ein menschenähnliches Wesen, einem Gorilla nicht unähnlich, das meist einsam durch die Berge streift. West Virginia hat seine eigene Version davon, nämlich die Bestie von Grafton. Und die ist ein ganzes Stück grauenvoller anzusehen als der herkömmliche entfernte Verwandte des mythischen Yetis.

Kein Kuschelmonster: Die Bestie von Grafton in Fallout 76?Kein Kuschelmonster: Die Bestie von Grafton in Fallout 76?

Durch die Wälder rund um Grafton soll die Bestie streifen, seit die Legende in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts aufkam. Seitdem sind die angeblichen Sichtungen jedoch stark zurückgegangen. Vielleicht ... hält die Bestie auch nur einen unnatürlich langen Winterschlaf, bevor sie wieder hungrig wird. Wer weiß?

Bis zu viereinhalb Meter groß soll die menschenähnliche Kreatur sein, jedoch wächst ihr nicht wie dem Bigfoot ein dichter Pelz, stattdessen ist sie nackt, so dass nur ihre bleiche, glatte Haut zu sehen ist. Manche Beobachter behaupten auch, das Wesen hätte keinen Kopf, was jedoch durch Aufnahmen mithilfe von Nachtsichtgeräten widerlegt worden sein soll, weil das Monster eher dazu neigt, den Kopf einzuziehen und sein Kinn nahe an die Brust zu drücken.

Wenn ihr gegen die Kreaturen in Fallout 76 bestehen wollt, müsst ihr wissen, wie das Spiel funktioniert. Wir zeigen es euch:

Wenn ein unerklärlicher, tiefer Pfeifton erklingt, soll dies ein Zeichen dafür sein, dass die Bestie ihrer Beute auf der Spur ist und gleich zuschlagen wird. Solltet ihr also in Fallout 76 ein solches Geräusch vernehmen, bringt euch besser in Sicherheit, zumal die die Bestie von Grafton als Fleischfresser bekannt ist. Ihr seid gewarnt! Auch durch die Magazine im Spiel, in denen teils von der Bestie berichtet wird.

Der Snarly Yow

Hat euch bei der Bestie von Grafton nicht auch ein ganz bestimmtes Merkmal gefehlt? Genau! Die leuchtend roten Augen waren's. Um diese Fehlbestand wieder aufzufüllen, haben wir noch eine Ungeheuerlichkeit aus West Virginia für euch, die wieder über eine solche übernatürliche Hornhautentzhündung verfügt: der Snarly Yow.

Durchaus vorstellbar: Auch zuvor gab es schon mutierte Wildhunde in Fallout. Warum nicht auch den Snarly Yow?Durchaus vorstellbar: Auch zuvor gab es schon mutierte Wildhunde in Fallout. Warum nicht auch den Snarly Yow?

(Quelle: Fallout.wiki)

Es handelt sich dabei um eine große, hundeähnliche Gestalt mit viel zu vielen Zähnen. Aufmerksame Spieler haben bereits vermutet, dass es sich bei einem der Monster aus einem Trailer zu Fallout 76 um den Snarly Yow handeln könnte.

Angeblich hält sich der Yow gerne in der Nähe von alten Straßen und versteckten Wegen auf, wo er seiner Beute auflauert und sie Dank seiner übernatürlichen Ausdauer verfolgt, bis der Gejagte vor Erschöpfung zusammenbricht und der Yow leichtes Spiel mit ihm hat. Darüberhinaus kann er aus dem Nichts auftauchen und auch augenblicklich wieder verschwinden, was auf eine Verwandtschaft mit den Geisterhunden aus der irischen und slawischen Folklore schließen lässt.

Ähnliche Bestien konntet ihr bereits in The Witcher 3 - Blood and Wine vorfinden. Auch in Fallout 76 würden sich diese Kreaturen gut in die Atmosphäre des Spiels einfügen.

Das Weiße Ding

Zugegebenermaßen: das ist ist schon eine recht wilde These. Das Weiße Ding ist laut den Legenden aus West Virginia eine Kreatur, die über die Beine und den Schwanz eines Waschbären verfügt, dabei in das flauschige Fell eines Schafes gehüllt ist und sich mit den Hörnern einer Ziege verteidigt. Außerdem stinkt es nach Schwefel.

Ist der Wolpertinger die deutsche Variante von The White Thing?Ist der Wolpertinger die deutsche Variante von The White Thing?

(Quelle: Wolpertinger Ausstellung)

Mal ehrlich: Ein solches Hybrid-Wesen erinnert schon stark an den Wolpertinger, eine Art Hasenhirschentengemse aus Bayern. Sowas kann doch nur zustande kommen, wenn die Fauna einer Region starker radioaktiver Strahlung ausgesetzt wird und entsprechend mutiert, damit sie ... oh. Nun, tja. Also nochmal von vorne:

Da in Fallout 76 die Welt vollkommen verstrahlt ist und dadurch Flora wie Fauna schreckliche Mutationen durchlebt, ist es wohl nicht ausgeschlossen, dass ihr vielleicht dem Weißen Ding - The White Thing - im Spiel begegnet. Was es dann von euch will, lässt sich unmöglich vorab sagen. Besser, ihr bringt ordentliche Waffen mit.

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