Thronebreaker - The Witcher Tales: Wie das RPG mein Interesse an Gwent wieder weckte

(Kolumne)

von Stefan Wirth (29. Oktober 2018)

Das Kartenspiel Gwent war für mich eines der Highlights von The Witcher 3 - Wild Hunt. Zwar war es nicht gerade perfekt balanciert - schließlich konntet ihr, sobald ihr genügende Karten hattet, jeden Gegner mit links besiegen - das Sammeln der Karten und das Vervollständigen der vier Decks hat mich aber wahnsinnig motiviert. Und auch wenn ein wenig der Tiefgang fehlte, haben die Partien doch eine Menge Spaß gemacht.

Thronebreaker - The Witcher Tales: Das erwartet euch im neuen Abenteuer in der Welt des Hexers:

Das "echte" Gwent hat mich enttäuscht

Deswegen hatte ich mich zu Anfang auch riesig auf die ausgekoppelte Variante, Gwent - The Witcher Card Game, gefreut. Nur um festzustellen, dass das Spiel meinen Erwartungen nicht gerecht werden konnte. Es wirkte auf mich überladen, zu kleinteilig und das machte es mir schwer, in diese Version von Gwent einzusteigen.

Zwar hatte ich mir vorgenommen, mich noch einmal genauer damit zu beschäftigen, aber wie es bei guten Vorsätzen oft so ist: man hält sie nicht ein. So habe ich ab und zu noch einmal in Gwent hineingeschaut, doch überzeugen konnte mich das Spiel nie.

Die Auskopplung des Kartenspiels als Stand-Alone: Gwent.Die Auskopplung des Kartenspiels als Stand-Alone: Gwent.

Mit dieser Meinung war ich dem Anschein nach auch nicht allein, denn Mitte dieses Jahres entschieden sich die Entwickler von CD Projekt Red, das Spiel zu generalüberholen. Diesen Vorsatz setzten sie in der letzten Woche mit dem kostenlosen Homecoming-Update auch um, neben diesem gab es aber auch eine weitere Veröffentlichung im Witcher-Kosmos.

Thronebreaker - Gwent als Singleplayer-Rollenspiel

Thronebreaker - The Witcher Tales ist ein Rollenspiel auf der Grundlage von Gwent. Einfach ausgedrückt, ist es eine Singleplayer-Kampagne zum Kartenspiel. Und diese ist wirklich richtig gut, denn das Spinoff nimmt sich der Schwächen von Gwent an und verwandelt diese zu ihren Stärken.

In dieser schönen Optik präsentiert sich Thronebreaker.In dieser schönen Optik präsentiert sich Thronebreaker.

Vom ursprünglichen Gwent wusste ich nie, was ich erwarten sollte, wenn ich in eine Partie startete. Das Spiel war auf den ersten Blick sehr komplex, jedoch konnte ich nicht abschätzen, wie viel Tiefe es wirklich mitbringt und wie viel taktisches Verständnis es mir dementsprechend abverlangt.

Ich war schlicht überfordert davon, wusste nicht, was genau das Spiel von mir will und wie ich das Geforderte am besten umsetze. Das lag auch daran, dass es nur sehr kurze Tutorials gab und ich danach nur noch wenig an die Hand genommen wurde. Da hat mir etwas Hilfe gefehlt.

Genau das ist der erste Aspekt, den Thronebreaker besser macht: Hier durchlaufe ich ein etwas längeres Tutorial, welches aber auch gut ins Spiel eingebunden ist. Ich bekomme alle wichtigen Mechaniken vorgestellt und verstehe, wie diese im Kontext der Geschichte funktionieren.

Ein Kartenspiel mit großartiger Geschichte

Doch die größte Stärke des Spiels ist eine andere: die Geschichte. Auch wenn es bei einem Kartenspiel wie Gwent ein wenig vermessen ist, eine komplexe Geschichte zu erwarten, so ist mir doch auch durch deren Fehlen im Stand-Alone Motivation verlorengegangen. Denn auch wenn die Motive auf den Karten aus der Witcher-Welt stammen, konnte ich die Atmosphäre dieser nicht wirklich spüren.

Atmosphärisch dicht: Thronebreaker macht Gwent wieder richtig motivierend.Atmosphärisch dicht: Thronebreaker macht Gwent wieder richtig motivierend.

In Thronebreaker spiele ich zwar nicht mehr den weißhaarigen Hexer Geralt, doch bekomme ich mit Meve, Königin von Rivien und Lyrien, eine tolle Protagonistin an die Hand, deren Geschichte ich gewillt bin, zu folgen und die mich zum weiterspielen motiviert. Dabei werde ich verstrickt in den Krieg zwischen den nördlichen Königreichen und dem Kaiserreich Nilfgard, der einer der Hauptgeschichtsstränge der Witcher-Romane ist und Jahre vor den Ereignissen der Videospiele spielt.

Das Kartenspiel Gwent präsentiert sich hier von einer ganz neuen Seite. So wird es neben den Entscheidungen, die ich treffe und der Geschichte zum treibenden Element. Ich bestreite Kämpfe gegen Monster und feindliche Armeen, aber löse auch Rätsel auf der Grundlage des Kartenspiels. Ob Schlachten, Überfälle, bis hin zu Belagerungen - alle Facetten des Krieges werden so für mich erlebbar gemacht.

Thronebreaker hat mir gezeigt, wie viel noch nicht angetastetes Potenzial in Gwent steckt und wie viele noch nicht erzählte Geschichten in der Welt des Hexers zu entdecken sind. Auch wenn ich nicht mehr mit Geralt als Hauptcharakter unterwegs bin, so hat mich Thronebreaker doch in seine Welt zurückgezogen und ich habe richtig Lust, diese wieder zu erkunden. Gwent möchte ich jetzt auch wieder eine Chance geben, denn durch den Singleplayer-Ableger habe ich gelernt, wie viel Spaß in dem Kartenspiel steckt.

Habt ihr Thronbreaker und Gwent schon gespielt? Was sind eure ersten Eindrücke? Findet ihr das Homecoming-Update und die Einzelspielerkampagne haben das Kartenspiel zum Positiven verbessert oder kann euch Gwent gestohlen bleiben? Erzählt uns eure Erlebnisse in den Kommentaren!

Jetzt eigene Meinung abgeben

Tags: Singleplayer  

Wir erraten aus welchem Teil von Deutschland ihr kommt, anhand der Spiele die ihr zockt

Heimatgefühle: Wir erraten aus welchem Teil von Deutschland ihr kommt, anhand der Spiele die ihr zockt

Egal ob ihr in die weite Welt hinaus gezogen seid oder noch immer dort lebt, wo ihr aufgewachsen seid - die Heimat ist (...) mehr

Weitere Artikel

Letzte Inhalte zum Spiel

Scrubs-Star ärgert sich, dass sein Tanz geklaut wurde

Fortnite: Scrubs-Star ärgert sich, dass sein Tanz geklaut wurde

Fortnite ist in aller Munde, so auch bei einer kürzlichen Reunion aller Darsteller der Fernsehserie "Scrubs" auf d (...) mehr

Weitere News

Newsletter

Mit diesem Formular kannst du den Spieletipps.de Newsletter kostenlos abonnieren.

Thronebreaker-The Witcher Tales (Übersicht)
* gesponsorter Link